Partnertausch im Ahnepark

Nach Graugans-Attacke: Ganter aus dem Ahnepark hat eine neue Höckergans an seiner Seite

Neue Frau für den Ganter: Da die weibliche Höckergans von den Graugänsen attackiert wurde, hat der Ganter (vorne) nun eine neue Partnerin (hinten) an seiner Seite.
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Neue Frau für den Ganter: Da die weibliche Höckergans von den Graugänsen attackiert wurde, hat der Ganter (vorne) nun eine neue Partnerin (hinten) an seiner Seite.

Der Ganter im Ahnepark in Vellmar hat eine neue Höckergans an seiner Seite. Die andere musste wegen der Graugans-Attacke ausgetauscht werden.

Vellmar – Nach langem Hin und Her scheint der Ganter im Ahnepark in Vellmar nun endlich sein Glück gefunden zu haben. Die Höckergans, die ihm erst vergangenes Wochenende zur Seite gestellt wurde, musste jetzt einer neuen Gans weichen, da sie nicht von den im Park lebenden Graugänsen akzeptiert wurde.

Vor wenigen Wochen hatte der Ganter seine langjährige Partnerin verloren. Vermutlich wurde sie von einem wilden Tier gerissen. Daraufhin hatte sich Nadine Siegmund, die die Gänse seit mehreren Jahren regelmäßig besucht, auf die Suche nach einer neuen Gefährtin für ihn gemacht. Sie wurde im Internet fündig und brachte das neue Tier am vergangenen Samstag in den Park. Die beiden verstanden sich zwar, doch wurden seitdem immer wieder von einem Graugans-Ganter attackiert. „Das tat mir im Herzen weh“, sagt Siegmund.

Da die neue Höckergans auch viele graue Federn hatte, war ihre Vermutung: „Es könnte sich bei der Höckergans um eine Mischung mit einer Graugans handeln.“ Sie hatte das Gefühl, die Gans wisse nicht genau, wo sie hingehöre, ob zum Ganter oder zu den Graugänsen. Deshalb musste die Gans letztendlich ausgetauscht werden, da man wegen den Angriffen Bedenken hatte, wie Astrid Kneuer, Pressesprecherin der Stadt Vellmar, berichtet.

So wurde die Gans am Mittwoch wieder eingefangen, um sie zurück zum Verkäufer zu bringen. Das sei aber gar nicht so einfach gewesen, wie Helge Paris, der für den Ahnepark zuständig ist, erzählt. „Die Tiere ahnen das und sind dann an Ecken, wo kein Mensch hinkommt“, sagt er. Das Einfangen habe über eine Stunde gedauert.

Mit der Gans im Gepäck ist Siegmund dann wieder über 100 Kilometer zum Verkäufer gefahren, um die Höckergans wieder abzugeben und eine neue, reinrassige Höckergans mitzunehmen. Dass es sich bei der alten Gans um eine Kreuzung handelt, konnte der Verkäufer nicht bestätigen, er war aber einverstanden mit dem Austausch.

Die neue Höckergans, die ebenfalls den Namen Harley trägt, ist etwa ein Jahr alt. Seit Mittwochnachmittag hat sie nun ein Zuhause im Ahnepark gefunden. Mit dem Ganter hat sie direkt eine Runde durch den Park gedreht. „Wenn der Ganter ruft, antwortet sie“, sagt Kneuer.

Es habe am Mittwochabend noch einmal eine kurze Attacke des Graugans-Ganters gegeben, seitdem herrsche aber zunächst einmal Ruhe. Die Graugänse würden sich momentan an einer anderen Stelle im Park aufhalten. „Das scheint besser zu funktionieren“, sagt Kneuer. Aber die beiden Höckergänse müssen sich jetzt natürlich erst einmal richtig kennenlernen. „Wir wollen hoffen, dass sie sich jetzt verstehen“, sagt sie.

Siegmund wird die Gänse weiterhin besuchen und schauen, wie das gemeinsame Zusammenleben untereinander und mit den Graugänsen funktioniert. „Wenn sich die beiden mögen und lieben, bin ich froh“, sagt die 43-Jährige. Darüber hinaus liegt ihr vor allem eines sehr am Herzen: „Die Leute dürfen die Tiere nicht mit menschlichen Essen, wie Chips, füttern“, sagt sie. Das würden die Tiere nicht vertragen. (Samira Müller)

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