Reaktionen auf Tod der Methe-Brüder - "Sie haben unglaubliche Lebensfreude ausgestrahlt"

Vellmar. Nach dem Unfalltod der Vellmarer Handball-Schiedsrichter Reiner und Bernd Methe ist der Sportlerball der Stadt Vellmar abgesagt worden. Die Handball-Welt ist bestützt über den Tod der Brüder.

Der Ball sollte eigentlich am Samstag ab 19 Uhr in der Mehrzweckhalle Frommershausen stattfinden.

Aktualisiert um 17.25 Uhr

Ausgetragen hingegen wird das Spiel in der Handball-Oberliga zwischen der SVH Kassel und dem TSV Vellmar, das um 19 Uhr in der Sporthalle Harleshausen beginnt. Die Wanderúng der Fans vom TSV Vellmar zu diesem Spiel entfällt allerdings.

Trotz des Unfalltodes der Schiedsrichter Bernd und Reiner Methe werden die für das Wochenende angesetzten Spiele der Handball-Bundesliga (HBL) wie geplant stattfinden. Bei den Bundesliga-Spielen sollten Teams und Referees am Samstag mit Trauerflor auflaufen, vor Spielbeginn sollte der Zwillingsbrüder mit einer Schweigeminute gedacht werden. Das gleiche planten die Frauen-Clubs bei ihren Europacup-Partien.

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"Wahrscheinlich ist das richtig. So ganz wissen wir es aber auch nicht", sagte HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann.

"Natürlich fragen wir uns, ob es mit der Pietät vereinbar ist, die Spieler und Schiedsrichter in so eine Situation zu bringen." Bohmann hatte noch am Freitag telefonischen Kontakt zu den am Samstag und Sonntag im Einsatz befindlichen Schiedsrichtern und Vereinen aufgenommen. Den Unparteiischen ist es freigestellt, ob sie in der schwierigen Situation zur Pfeife greifen wollen. "Es kann kurzfristig zu Umbesetzungen kommen", sagte Bohmann.(dpa/dapd)

Reaktionen zum Tod der Methe-Brüder

Ulrich Strombach , Präsident des Deutschen Handball-Bundes: 

Der tragische Tod zwei unserer besten Schiedsrichter hat mich geschockt. In ihrer langjährigen, auch international hochklassigen Karriere hat mich das Auftreten der Beiden immer sehr beeindruckt. Ihr Tod macht mich tieftraurig.

Frank Bohmann, Geschäftsführer der Handball-Liga: Das ist ein ganz furchtbarer Verlust - menschlich wie sportlich. Das reißt eine große Lücke. Ich bin am Boden zerstört.

Schiedsrichterchef Peter Rauchfuß:

Der Verlust ist nicht zu beschreiben. Ich bin mehr als tief betroffen und weiß nicht, wie wir die Sache verarbeiten sollen. Das ist ein Schicksalsschlag - da zählen für mich nur die Familien.

Balingens Trainer Rolf Brack (saß bei mindestens 60 Spielen, die von Methe/Mehte geleitet wurden, auf der Bank):

Wir waren geschockt von der Nachricht, nachdem wir vorher die Ungewissheit erlebt haben, ehe immer mehr Details vom Unfall und den Folgen durchsickerten. Aufgrund der jahrelangen Zusammenarbeit bestand ein enger Kontakt und intensiver Austausch. Dazu kam auch ein herzliches persönliches Verhältnis. Die beiden waren das beste Schiedsrichter-Duo in Deutschland, das nicht nur das Regelhandwerk verstand, sondern auch als Persönlichkeiten glänzten. Sie waren in jeder Situation nervlich stabil und immun gegen Beeinflussung von außen.

Göppingens Trainer Velimir Petkovic:

Der Tod der beiden war ein Schock für mich, für meine Familie und für meine Mannschaft. Wir kennen uns seit 17 Jahren und haben uns auch menschlich sehr geschätzt. Ich haben sie nicht nur auf dem Feld sondern auch auf vielen, vielen Videos zur Spielvorbereitung erlebt und die sagen alles über ihre überragende Qualität als Schiedsrichter. Einfach das beste Gespann in Deutschland und nicht nur deshalb ist dieser Verlust eine Tragödie für den deutschen Handball.

Flensburgs Trainer Ljubomir Vranjes:

Diese Nachricht war ein großer Schlag für mich. Es tut mir unendlich leid, auch für die beiden Familien. Nach 15 Jahren, in denen ich als Spieler und Trainer mit ihnen zu tun hatte, haben wir ein sehr, sehr gutes Verhältnis gehabt. Sie waren auch so beliebt, weil man mit ihnen reden konnte. Sei es vor dem Spiel oder danach. Als Schiedsrichter haben sie immer ihre Linie durchgezogen, und das wurde von allen respektiert.

Weltmeister Henning Fritz:

Die Nachricht von ihrem tragischen Unfall machte zunächst per SMS die Runde und hat mich absolut schockiert. Mein Mitgefühl und mein Beileid gilt erstmal den Familien. Methe/Methe haben es geschafft, über viele Jahre auf einem absolut hohen Niveau zu pfeifen und sind dabei in ihren Entscheidungen immer konsequent geblieben.

Martin Schwalb (Präsident HSV Hamburg):

Das ist unglaublich tragisch, unfassbar. Wir sind alle schockiert. Man denkt vor allem an die Familien. Beide waren ja auch Papa. Sie waren nicht nur Top-Schiedsrichter, sondern auch sehr sympathische Menschen. Sie haben eine unglaubliche Lebensfreude ausgestrahlt.

Volker Zerbe (Geschäftsführer TBV Lemgo):

Diese Sache geht jedem unter die Haut. Jeder ist tief bestürzt. Sie waren über einen sehr langen Zeitraum Bestandteil der Handball-Familie. Menschlich ist das ein riesiger Verlust.

Bob Hanning (Geschäftsführer Füchse Berlin):

Ich bin persönlich sehr betroffen und stehe unter Schock. Das geht mir sehr nahe. Sie waren immer Leute, die im Sinne des Sports gehandelt haben. Mein tiefstes Beileid gilt den Familien der beiden.

Marc-Henrik Schmedt (Geschäftsführer SC Magdeburg):

Wir sind tief bestürzt und fassungslos über den tragischen Tod von Bernd und Reiner Methe. Wir alle, Trainer, Team, Offizielle sind schockiert über diese Tragik. Wir trauern in Gedanken mit den Ehefrauen, den Kindern und der ganzen Familie von Bernd und Reiner Methe.

Manfred Ludewig (Vorsitzender des Handballbezirks Kassel Waldeck und Mitglied beim TSV Vellmar):

Die Schweigeminute bei unseren Spielen an diesem Wochenende ist das Mindeste, was wir tun können. Bei solch einem schrecklichen Ereignis kann man nicht einfach zum Tagesgeschäft übergehen. Der Tod von Bernd und Reiner Methe betrifft mich auch deshalb sehr, weil wir uns gegenseitig akzeptiert und respektiert haben. Die beiden waren ein Aushängeschild für den nordhessischen Handball, aber dabei nie arrogant. Es waren Sportsmänner durch und durch.

(hos/sid/ohm/dpa/dapd/sol)

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