Kirchengemeinde sammelt Spenden

Neue Haube für den Kirchturm in Obervellmar

Albert Bunse vom Bauausschuss der Kirchengemeinde zeigt die Holzverschalung des Kirchturms Obervellmar von innen.
+
In luftiger Höhe: Albert Bunse vom Bauausschuss der Kirchengemeinde zeigt die Holzverschalung des Kirchturms Obervellmar von innen. Der Turm soll neu mit Schieferplatten eingedeckt werden. Dazu kommen auch die Holzbretter ab.

Der Kirchturm in Obervellmar ist in die Jahre gekommen. Manche Teile sind 700 Jahre alt. Nach einem Gutachten muss aber nicht nur das Dach neu mit Schieferplatten gedeckt werden. Auch die Holzkonstruktion hat Schwachstellen.

Vellmar – Es ist eng und zugig im Turm der Kirche in Obervellmar. Durch die Schallluken kommt etwas Wintersonne herein. Bald wird nur noch das Gebälk stehen bleiben, denn der Kirchturm wird komplett saniert.

Zumindest ist das der Plan, denn die Kosten von rund 485 000 Euro müssen finanziert werden. Pfarrer Alfred Hocke und der Kirchenvorstand hoffen auch auf die Unterstützung des Landesamts für Denkmalschutz und des Kirchenkreises und bitten um Spenden. Laut Pfarrer Hocke ist die Kirchturmsanierung auch die letzte Baumaßnahme, die von der Landeskirche finanziert wird. In Zukunft werde es schwieriger.

Eigentlich waren alle davon ausgegangen, dass nur die Schieferplatten am Turmhelm instand gesetzt werden müssen. Allerdings dürfte es damit nicht getan sein. Denn auch die Holzverschalung hinter den Schieferplatten muss erneuert werden. Das kam bei einer Untersuchung eines Fachbüros heraus. Laut Albert Bunse vom Bauausschuss der Kirchengemeinde flog für ein Gutachten sogar eine Drohne um den Turm.

24 Meter hoch ist der Kirchturm in Obervellmar. Auch die Wetterfahne soll restauriert werden.

„Einzelreparaturen machen keinen Sinn“, sagt Bunse, der selbst mal als Architekt gearbeitet hat. Auch das Holzwerk sei beschädigt und faule an manchen Stellen. „Man sieht es auch teilweise“, erklärt Bunse und zeigt auf eine Ecke oben im Turm. Deshalb muss auch das Holz instandgesetzt werden. Für diese Arbeiten wird der Kirchturm komplett eingerüstet werden. Stehen bleibt dann nur die Holzkonstruktion. Doch auch die Mauerkrone ein Stockwerk tiefer muss ertüchtigt werden. Dort, kurz bevor das Mauerwerk endet, hängen die drei Glocken. Die dürften dann für die geschätzte Bauzeit von einem halben bis ganzen Jahr schweigen, denn sonst wird es für die Dachdecker laut, sagt Bunse. Dann können im Zusammenhang mit Zimmerarbeiten auch kleinere Arbeiten an den Glocken gemacht werden.

In den 60er-Jahren habe es schon mal einen Umbau gegeben, erklärt Bunse. Es sei damals vermutlich nichts am Turm gemacht worden. Die ältesten Teile seien 700 Jahre alt. Die Neueindeckung mit Schiefer ist laut Bunse sehr aufwendig. Man verwende Schieferplatten, weil der Turm nahezu rund ist. „Das ist mit Ziegeln kaum zu machen.“

Auch die Turmzier mit der alten Wetterfahne soll restauriert werden (wir berichteten). Die Hälfte der Kosten über 9000 Euro sind schon über Spenden gesammelt worden, erklärt Bunse. Jetzt plant die Kirche weitere Benefizveranstaltungen. (Valerie Schaub)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.