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Paracelsus-Klinik sucht Teilnehmer für Studie aus dem Landkreis Kassel

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Von: Alia Diana Shuhaiber

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Hat für die Teilnahme der Kreiskommunen geworben: Vellmars Bürgermeister Manfred Ludewig mit Prof. Dr. Brit Mollenhauer.
Hat für die Teilnahme der Kreiskommunen geworben: Vellmars Bürgermeister Manfred Ludewig mit Prof. Dr. Brit Mollenhauer. © Alia Shuhaiber

Zu Alterserkrankungen des Gehirns läuft an der Paracelsus-Elena-Klinik seit Januar eine groß angelegte Studie. Dafür werden jetzt Probanden gesucht.

Vellmar – Insgesamt sind 170 000 Menschen im Alter zwischen 50 und 80 Jahren aufgefordert, sich an dem Großprojekt mit dem Titel „Gesund altern“ zu beteiligen. Die Teilnehmer sollen dabei auf spezifische Risikofaktoren für Alterserkrankungen hin untersucht werden. „Schon etwa 20 bis 30 Jahre vor der Diagnose schlummert die Krankheit“, erklärt Chefärztin Prof. Dr. Brit Mollenhauer, die seit 15 Jahren an der Spezialklinik zur Behandlung von Parkinsonsyndromen und Bewegungsstörungen arbeitet. Vorboten seien beispielsweise Darmträgheit, Riechstörungen und auch Traumschlafstörungen.

Die Ergebnisse der Studie sollen laut Mollenhauer dabei helfen, Erkrankungen des Gehirns im frühen Stadium zu untersuchen, um Medikamente zu entwickeln, die diese altersassozierten Erkrankungen „frühzeitig stoppen oder sogar heilen“ können.

Das Großprojekt sei in seiner Form einzigartig und werde von den teilnehmenden Kommunen unterstützt, die die Einwohnerdaten zur Verfügung stellen. Das Vorgehen sei datenschutzkonform und mit der unabhängigen Ethikkommission der Landesärztekammer abgestimmt.

In der Stadt Kassel laufe die Untersuchung seit Mitte Januar und es hätten schon Tausende Bürger daran teilgenommen. Im April werde die Studie auch auf den Landkreis ausgeweitet. „Wir hoffen, dass unser Projekt weiterhin so gut angenommen wird“, sagt Mollenhauer. Die Gesund-Altern-Studie sei eine rein wissenschaftliche Studie und verfolge keine finanziellen Interessen. „Wir sind sehr erfreut darüber, dass wir mit der gemeinnützigen Michael J. Fox-Stiftung einen Unterstützer gefunden haben, der dieses Forschungsprojekt langfristig sichert“, sagt Mollenhauer.

Darüber hinaus er rege die Erhebung auch international Interesse. Innsbruck, Luxemburg und Barcelona wurden sich ebenfalls an der Studie beteiligen. Mollenhauer sieht noch einen weiteren Vorteil: „Wir wollen die Menschen wachrütteln, es ist nie zu spät etwas zu verändern und man kann immer etwas an der Lebensweise verbessern.“

Termine im Landkreise

. Freitag, 1. April: Verteilung von 8515 Postkarten in Vellmar, Fuldatal, Espenau, Ahnatal, Zierenberg, Breuna und Habichtswald.

. Freitag, 22. April: Verteilung von 8160 Postkarten in Baunatal, Schauenburg, Bad Emstal, Naumburg und Wolfhagen.

. Freitag, 13. Mai: Verteilung von 6760 Postkarten in Bad Karlshafen, Calden, Grebenstein, Hofgeismar, Immenhausen, Liebenau, Reinhardshagen, Trendelburg und Wesertal.

. Freitag, 10. Juni: Verteilung von 7830 Postkarten in Fuldabrück, Helsa, Kaufungen, Lohfelden, Nieste, Niestetal und Söhrewald.

So läuft die Studie ab

Wenn die Postkarte in einem Haushalt angekommen ist, geht es so weiter:

. Der Fragebogen: Auf der Karte befindet sich eine Nummer. Mit der schalten sich die Adressaten im Internet für einen Fragebogen frei, und zwar unter gesundaltern.eu. Der Fragebogen kann auch über die Hotline Tel. 05 61/6 00 92 50 postalisch angefordert werden. Er dauert etwa 45 Minuten und umfasst Fragen zu bekannten Risiken für die Entwicklung von Alterserkrankungen.

. Der Riechtest: Je nach der Konstellation wird einem Teil (etwa 300 Befragte mit dem höchsten und dem niedrigsten Risikoscore) der Befragten zusätzlich ein Riechtest zugeschickt. Dabei ist auf mehreren Papierstreifen ein Feld aufzukratzen, woraufhin ein Geruch ausströmt.

. Die Untersuchungen: Abhängig von den Ergebnissen werden danach Probanden in die Klinik eingeladen, um weitere Untersuchungen vorzunehmen. Dazu gehören Blutabnahme, Hirnstamm-Ultraschall und weitere körperliche Untersuchungen. Ab Mai soll mit den Untersuchungen in der Klinik begonnen werden.

Von Alia Shuhaiber

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