Familienhilfe für psychisch Kranke

Emstaler Verein sucht Paten für Kinder im Landkreis Kassel

Helfen Familien in schwierigen Lebenssituationen: (von links) Ulrike Schau, Fachberaterin Kinderschutz, Armin Schomberg, Geschäftsführer, Timo Ringelberg, Fachbereichsleiter Kinder- und Jugendhilfe, Lisa Schmidt, Teamleitung Patenschaften und Teamleitung Betreutes Wohnen.
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Helfen in schwierigen Lebenssituationen: (von links) Ulrike Schau, Fachberaterin Kinderschutz, Armin Schomberg, Geschäftsführer, Timo Ringelberg, Fachbereichsleiter Kinder- und Jugendhilfe, Lisa Schmidt, Teamleitung Patenschaften und Teamleitung Betreutes Wohnen.

Der Emstaler Verein unterstützt Kinder und Jugendliche von psychisch kranken Eltern. Der Verein ist kürzlich in neue Räume in Vellmar gezogen. Von dort aus unterstützt er Familien in Stadt und Kreis Kassel.

Wenn Eltern an einer psychischen Erkrankung leiden, belastet das auch ihre Kinder. Dabei geht es aber nicht nur um eine mögliche Beeinträchtigung in der Kinderbetreuung und der Erziehung. Auch darüber hinaus kann es Konflikte im Zusammenleben geben. Die Familien sind oft isoliert und erhalten wenig Unterstützung aus dem sozialen Umfeld. Um diese Familien nicht alleine zu lassen, bietet der Emstaler Verein ein vielfältiges und unterstützendes Angebot.

In den neuen Räumen an der Adalbert-Stifter-Straße 23 in Vellmar hat das Team die idealen Rahmenbedingungen für die ambulante Betreuung der Klienten gefunden. „Hier gibt es genügend Platz, um alle Angebote der Kinder- und Jugendhilfe unter einem Dach zu vereinen“, sagt Timo Ringelberg, Leiter des Fachbereichs Kinder- und Jugendhilfe. Dort ansässig sind nun die Sozialpädagogische Familienhilfe, das Patenschaftsteam und das neu gegründete Betreute Jugendwohnen. „Manchmal braucht es die ambulante Hilfe auf neutralem Boden, beispielsweise bei getrennt lebenden Familien“, erklärt Silke Schau, Fachberaterin für Kinderschutz. Auch für Gruppenangebote, gemeinsames Kochen und als Raum für Vernetzung und Austausch sei der neue Standort in Vellmar ideal.

Zum Angebot des Emstaler Vereins gehört unter anderem das Patenschaftsprojekt. „Jemand der psychisch krank ist, sollte nicht sofort seine Kinder verlieren, sondern braucht Unterstützung in der Krise“, beschreibt Geschäftsführer Armin Schomberg die Idee. Oft seien Eltern aufgrund ihrer Erkrankung mit sich selbst beschäftigt. Kinder bräuchten aber Zuwendung, um Resilienz entwickeln zu können. Die Patenschaft unterstütze die Kinder, sich trotz schwieriger Bedingungen im Elternhaus zu entwickeln. „Die Paten werden Bestandteil ihres Lebens“, sagt Lisa Schmidt, Teamleiterin Patenschaften und Betreutes Wohnen.

Grundsätzlich richtet sich das Angebot an Familien aus dem Landkreis Kassel mit Kindern im Alter von 0 bis 16 Jahren. Die Vermittlung erfolgt über das Jugendamt. Wie die Paten die Zeit mit dem Kind gestalten, bleibt ihnen überlassen. „Die Paten sind frei, um zu gucken, was dem Kind Spaß macht.“ „Feste Termine sind aber wünschenswert, sie geben dem Kind Struktur“, sagt Schmidt. In der Regel treffen sich die Paten drei Stunden pro Woche mit dem Kind. Damit sich aus den Patenschaften feste Bindungen entwickeln, wird vorab geschaut, wer zu wem am besten passt. Die Paten erhalten Unterstützung und besuchen regelmäßig Patentreffen, um sich auszutauschen. Aktuell sucht der Emstaler Verein noch nach Ehrenamtlichen, die sich vorstellen können, eine Patenschaft für ein Kind zu übernehmen. „Wir suchen interessierte Menschen, die sich vorstellen können, eine kontinuierliche Beziehung zu einem Kind aufzubauen“, sagt Schmidt. emstaler-verein.org

Von Alia Shuhaiber

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