Neubau wäre doppelt so teuer

Sanierung der maroden Schwimmbäder in Vellmar kostet 13 Millionen Euro

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Nicht mehr auf dem neuesten Stand: Das Hallenbad befindet sich in zentraler Lage in Vellmar. Im Jahr 2014 wurden bereits Teile des Dachs saniert, die Technik erneuert und Fliesen ausgetauscht.

Die Schwimmbäder in Vellmar sind veraltet und marode. Doch die Sanierung würde nach aktuellen Schätzungen wohl mindestens 13,2 Millionen Euro verschlingen.

Eine Investition, die gut überlegt sein will. Soll Vellmar sich weiterhin zwei Bäder leisten? Macht ein Neubau Sinn? Kommt ein Multifunktionsbad in Frage und wo im Stadtgebiet könnte es gebaut werden? Fragen über Fragen. Ein ganzheitliches Bäderkonzept soll nun Licht ins Dunkel bringen. Eine Aufgabe, mit der sich der Magistrat im Auftrag der Stadtverordneten seit geraumer Zeit befasst.

Konkret geht es um ein zukunftsorientiertes Bäderkonzept, das die planerischen, technischen, betrieblichen, finanziellen, rechtlichen und steuerlichen Aspekte eines tragfähigen Schwimmbadangebotes berücksichtigen soll. Dabei sollen auch der Bedarf für Vellmar ermittelt sowie wirtschaftlich sinnvolle, finanziell umsetzbare Alternativen erarbeitet werden. Denkbar wäre auch eine Kooperation mit den Nachbarkommunen Fuldatal, Kassel oder Calden.

„Der Arbeitsauftrag ist sehr komplex, dass wird seine Zeit dauern“, sagt Bürgermeister Manfred Ludewig. Schließlich müssten auch Besucherströme, Einwohnerentwicklung und Nutzungsmöglichkeiten ermittelt werden. Und diese Zeit wird sich die Verwaltung auch nehmen: „Wir haben keine Eile, wir müssen nicht sofort schließen und sanieren“, sagt Ludewig. Dass im Jahr 1974 eröffnete Hallenbad könne noch einige Jahre genutzt werden. Trotzdem sei nicht von der Hand zu weisen, dass früher oder später saniert werden muss. Und das wird teuer. Nach aktuellen Schätzungen müsste die Verwaltung mindestens 6,6 Milllionen Euro investieren. Dafür gebe es ein Bad auf dem neuesten Stand, aber ohne zusätzliche Attraktionen. Saniert würden unter anderem das Dach, die Unterdachkonstruktion und die gesamte Schwimmbadtechnik. „Die Elektrik wurde noch nicht betrachtet, deshalb könnte es sogar deutlich teurer werden“, sagt Kämmerer Karsten Milzarek-Staub. Gleiches gelte für das Stahlbetontragwerk. Ein weiterer bislang nicht definierbarer Kostenfaktor.

Hat nur wenige Wochen im Jahr geöffnet: Das Freibad in Obervellmar wurde 1954 gebaut. Foto: Werner Brandau/nh

Auch das Freibad in Vellmar ist ein Sorgenkind. „Es wird von Jahr zu Jahr schwieriger, das Bad zu öffnen“, sagt Milzarek-Staub. Für die Instandhaltung muss die Verwaltung jährlich rund 50 000 Euro investieren. Doch damit würden nur die nötigsten Ausbesserungen finanziert. Kaputte Fliesen, ein neuer Anstrich für die Beckenköpfe und Reperaturen an der Technik. „Das Freibad wurde 1954 eröffnet und genauso alt ist auch die Technik“, sagt Ludewig. Sollte das Freibad saniert werden, würden sich die Kosten dafür auch auf mindestens sechs Millionen Euro belaufen, sagt der Verwaltungschef. Deshalb gelte es zu überlegen, ob ein Neubau Sinn macht. Der würde allerdings das Doppelte kosten. „Wir prüfen alle Möglichkeiten.“ Wenn die Fakten auf dem Tisch liegen und die Varianten inklusive Folgekosten ermittelt wurden, sei es durchaus denkbar, ähnlich wie seinerzeit in Niestetal, die Bürger über die Zukunft der Bäder entscheiden zu lassen.

Der Unterhalt der beiden kommunalen Schwimmbäder kostet die Stadt Vellmar jährlich 1,1 Millionen Euro, etwa 300 000 Euro nimmt sie über das Eintrittsgeld wieder ein.

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