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„Schule soll Bock aufs Leben machen“: Manuel Coote ist neuer Leiter der Ahnatal-Schule in Vellmar

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Von: Sebastian Schaffner

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Den Satz des Pythagoras? Schüttelt Manuel Coote aus dem Handgelenk. Der neue Leiter der Ahnatal-Schule hat Mathematik und Chemie studiert – und will auch in Vellmar Schülern die Welt der Zahlen beibringen.
Den Satz des Pythagoras? Schüttelt Manuel Coote aus dem Handgelenk. Der neue Leiter der Ahnatal-Schule hat Mathematik und Chemie studiert – und will auch in Vellmar Schülern die Welt der Zahlen beibringen. © Sebastian Schaffner

Die Ahnatal-Schule hat seit zwei Wochen einen neuen Schulleiter. Der 50-Jährige Manuel Coote ist engagiert und führt ein aktives Leben  – und gleiches wünscht er sich von den Schülern.

Vellmar – Normal ist die Abwesenheit von Mut. Dieser Spruch steht auf einer Postkarte, die in Manuel Cootes Büro hängt. Der 50-Jährige ist neuer Leiter der Ahnatal-Schule in Vellmar (ASV). Die Karte stamme noch von Gunter Freiling, seinem Vorgänger, der im Februar in Ruhestand gegangen ist, sagt er: „Ich werde sie aber hängenlassen, der Spruch passt zu mir.“

Seit gut zwei Wochen ist der Deutsch-Brite das neue Aushängeschild des 80-köpfigen Lehrerkollegiums der Vellmarer Gesamtschule. Und er hat viel vor. Sein Ziel: „Eine innovative Schule, die Bock aufs Leben macht.“

Grundsätzlich setzt er sich dafür ein, dass Schüler „individuell und auf wertschätzender Beziehungsebene auf die Zeit nach der Schule gut vorbereitet werden“. Die Lernleistungen der Mädchen und Jungen sollten immer auch subjektiv betrachtet werden. „Wenn ein sonst sehr guter Schüler eine Drei schreibt, ist das etwas anderes, als wenn sich ein Fünfer-Kandidat auf eine Drei hocharbeitet“, sagt der Schulleiter, der selbst Matheunterricht in einer sechsten Klasse gibt.

Manuel Coote begreift Schule ohnehin nicht nur als isolierten Lernort. „Ich wünsche mir, dass sich die Schülerinnen und Schüler stärker mit ihrer Schule identifizieren.“ Ein Weg dorthin sei, die Ganztagsbetreuung weiter zu stärken, das an der ASV derzeit schon aus mehreren Dutzend einzelnen Angeboten besteht. Wo gefördert werde, müsse aber auch gefordert werden, betont er. „Es muss klare Regeln und Vorgaben geben. Ringelpiez mit Anfassen gibt’s bei mir nicht.“

Coote wünscht sich junge Menschen, die sich gesellschaftlich einbringen, selbst gestalten wollen und genau das leben, was auf Cootes neuer Postkarte steht: mutig sein. „Alles, nur keine Couch-Potatoes.“

Musik und Sport seien dafür gute Türöffner. Beides komme im Land der Dichter und Denker oft zu kurz. Der „Queen“-Fan singt und greift selbst gern zur Gitarre, joggt, schwimmt und spielt Volleyball. Auf dem Schrank in seinem Büro liegt bereits ein blau-gelber Ball. „Auch persönlich verbindet mich viel mit dem Sport- und Musikschwerpunkt meiner neuen Schule“, schreibt er in einem Brief an die Schulgemeinde auf der ASV-Homepage.

Überstürzen möchte der neue Schulleiter aber nichts. In den ersten 100 Tagen will er erst einmal ein Gefühl dafür bekommen, was seine neue Schule ausmacht. Wo liegen die Stärken, wo die Schwächen? Wie ticken die Schüler? Was motiviert die Kollegen? Und was bewegt den Elternbeirat? „Ich werde viele Gespräche führen.“

Geboren ist der „englische Nordhesse“, wie er sich selbst bezeichnet, 1972 in Eschwege. Weil sein Vater Brite war, hat Coote – sprich: Kuht – auch die britische Staatsbürgerschaft. Aufgewachsen ist er in Mittelhessen bei Wetzlar, studiert hat er in Gießen Mathematik und Chemie.

Er arbeitete an verschiedenen Schulen in Hessen, NRW sowie für drei Jahre im Auslandschuldienst in Thailand. „Vor allem die Zeit in Thailand hat mich geprägt. Unsere Kinder wollten dort nicht von der Schule nach Hause kommen, so gut hat es ihnen dort gefallen.“ Während seiner Zeit im Ausland hat er auch einen anderen Blick auf das deutsche Schulsystem bekommen: „Wir loben zu wenig und blenden zu oft Emotionen im Unterricht aus. Kinder brauchen Bestärkung.“

Coote ist verheiratet, hat drei Töchter und lebt in Gertenbach. Der Stadtteil von Witzenhausen ist mit seinen rund 950 Einwohnern übrigens ziemlich genau so groß wie die Schülerzahl der ASV.

Bevor er nach Vellmar kam, war er Leiter der Offenen Schule Waldau – allerdings nur recht kurz. „Aufgrund der äußeren Umstände bin ich dort nie richtig angekommen.“ Seinen Dienst begonnen im Südosten Kassels hatte er am 1. Januar 2020. Dann kam Corona und damit der Lockdown. Wenig später stellte er einen Versetzungsantrag, der nun bewilligt wurde. „Die Ahnatal-Schule war mein Favorit.“

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