CDU, SPD und Grüne wollen Hinweiskarte auf den Weg bringen

Starkregenkarte soll Vellmar besser schützen

Eine Frau steht in einem gefliesten Kellerraum, der zentimeterhoch unter Wasser steht.
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Bei Starkregen kann Wasser übers Leitungsnetz ins Haus eindringen: Eine Rückstauklappe verhindert das. Die Klappe schließt sich, sobald das Wasser vom Kanalnetz in die Anschlussleitungen in das Haus drückt.

Nach der unerwarteten und furchtbaren Hochwasserkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz machen sich auch die Kommunalpolitiker in Vellmar Gedanken, wie ein solches Szenario künftig verhindert werden kann. In der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am Dienstagabend im Bürgerhaus Vellmar-West ging es deshalb auch um eine mögliche Starkregen-Karte, die Vellmar vor den Folgen eines solchen Extremwetterereignisses wie im Ahrtal besser schützen soll.

Vellmar - Auf Initiative der CDU hatten sich die Fraktionen von SPD und Grünen auf einen gemeinsamen Antrag mit den Christdemokraten geeinigt, der am kommenden Montag in der Stadtverordnetensitzung verabschiedet werden soll. Christoph Schneehain (CDU) stellte den Antrag aller drei Fraktionen in der Ausschusssitzung vor. „Das ist ein überparteilich wichtiges Thema und es ist wichtig, zu wissen, wie sich das Wasser verhält“, sagte er. Auch im Ahrtal habe niemand mit einer solchen Katastrophe gerechnet. Er selbst habe mit Mitgliedern der Feuerwehr gesprochen, die im Ahrtal im Einsatz waren. „Die haben mir erzählt, dass es dort aussieht wie in einem Kriegsgebiet.“

Konkret geht es in dem Antrag darum, dass der Magistrat prüfen soll, „welche sachlichen und personellen Aufwendungen entstehen“, um eine Starkregen-Gefahrenkarte für die Gemarkung der Stadt Vellmar erstellen zu lassen. Die Kosten dafür sollen im Haushaltsentwurf 2022 eingestellt werden. Schneehain betonte zudem, dass „die vom Land Hessen aus dem Corona-Sondervermögen bereitgestellten Zuweisungsbeträge für Klima-Maßnahmen für die Erstellung einer Starkregen-Gefahrenkarte rechtzeitig beantragt werden“. Aktuell gebe es für Vellmar als Klimakommune die Möglichkeit, eine Starkregen-Hinweiskarte mit bis zu 90 Prozent Förderung zu finanzieren. Mit Blick auf den Katastrophenschutz in Vellmar sei eine solche Gefahrenkarte wichtig, das habe auch das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie bestätigt (siehe Grafik). „Die Flächen der Stadt Vellmar zeigen auf der Starkregen-Hinweiskarte des Landes Hessen eine mittlere bis hohe Gefahr.“ Dem pflichtete auch Bürgermeister Manfred Ludewig bei: „Wir haben eine potenziell hohe Gefahr entlang der Ahne und brauchen eine Gefahrenkarte, auch für die Feuerwehr.“ Die Stadt müsse präventiv tätig werden, „damit so was wie im Ahrtal nicht passiert“.

Aufgrund der großen Einigkeit im Haupt- und Finanzausschuss und weil es sich um einen gemeinsamen Antrag aller Fraktionen handelt, wird dieser mit Sicherheit in der Sitzung am kommenden Montag, 4. Oktober, 19.30 Uhr, in der Mehrzweckhalle Frommershausen eine Mehrheit finden. (Alia Shuhaiber)

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