Er starb nach langer, schwerer Krankheit

Trauer um Währungsmuseums-Leiter Bernd Niesel

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War für seine legendären Vorträge über die Wäh rungsreform bekannt: Bernd Niesel ist nach langer und schwerer Krankheit gestorben. 

Fuldatal/Vellmar – Nicht nur in Fuldatal und Vellmar ist die Trauer um Bernd Niesel groß. Der langjährige Leiter des Währungsmuseums in der früheren Fritz-Erler-Kaserne in Rothwesten war weit über die Region hinaus bekannt und geschätzt.

Als die Bundeswehr noch in Rothwesten stationiert war, gehörte Niesel zu einem kleinen Kreis von Mitstreitern unter Alfons Kössinger, von dem er die Museumsleitung 1999 übernahm. Damals lernte Niesel die Witwe von Edward Tenenbaum, dem amerikanischen Ökonom, der 1948 zum „Vater der D-Mark“ wurde, und einige Führungspersönlichkeiten der damaligen Deutschen Bundesbank kennen.

Nachdem die Bundeswehr die Kaserne 2007 aufgab, war die Existenz des Museums gefährdet. „Haus Posen auf der Kippe“, titelte die HNA. Als die Gemeinde die Übernahme aus finanziellen Gründen ablehnte, sollte Niesel das Museum räumen und „besenrein übergeben“. „Während er die Aufforderungen drei Mal ignorierte, entstand der Museumsverein Währungsreform 1948 e.V.“, erinnert sich sein langjähriger Weggefährte Hans-Hermann Trost. Der Verein übernahm das Gebäude. Niesel wurde Vorsitzender und setzte seine Museumsarbeit mit Einführungsvorträgen geduldig fort. Feste Besuchertage wurden eingerichtet.

Gebäude und Gelände wurden später in einem Bebauungsplan zur Konversion der Kaserne durch die Gemeinde neu erschlossen, eine Straße mit Wasserleitung, Straßenbeleuchtung und Gasanschluss angelegt, ein Museums-Café eingerichtet und eine neue Heizungsanlage eingebaut. Gemeinsam mit Mitgliedern des Vorstandes öffnete das Museum jeden ersten Samstag im Monat. 2016 empfing er den 40 000 Besucher. Beim Fuldataler Neujahrsempfang 2017 wurde er von Susanne Selbert mit dem Ehrenbrief des Landes Hessen ausgezeichnet. Ein Jahr später präsentierte er die vom Vortragsteam erstellte Festschrift anlässlich 70 Jahre Währungsreform.

Niesel gehörte 1972, als die Bundeswehr die 2. Jägerdivision von Marburg nach Kassel verlegte, dem Vorauskommando an. Dann wirkte er viele Jahre als Kompaniefeldwebel im Fernmeldebataillon 2 in der Rothwestener Kaserne, wurde Stabsfeldwebel und ging nach Auflösung der Kasseler Division als Oberstabsfeldwebel zu einem Führungskommando in Düsseldorf. Er war Vorsitzender des Vereins „Freunde der Fritz-Erler-Kaserne“, der die Zusammenarbeit zwischen dem Militär der Garnison und der Zivilbevölkerung förderte und pflegte, bis die Bundeswehr die Kaserne aufgab. Mit seiner Familie lebte er erst in einem Haus der Rothwestener Erlenbuschsiedlung, dann baute er ein Eigenheim in Vellmar. Dort verbrachte er seinen Ruhestand.

Anfang 2019 ereilte ihn eine schwere Krankheit, die ihn aus der Museumsarbeit riss und der er kurz nach seinem 76. Geburtstag vor wenigen Tagen erlag.

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