Artenschutz

Neues Zuhause für Vögel - Nistkästen als Ausgleich für Baugebiet Vellmar-Nord

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Neues Zuhause für Vögel und Fledermäuse: Jan Beck und Wolfgang Gölz vom Bauhof Vellmar haben Nistkästen rund um das Baugebiet Vellmar-Nord als Ausgleichsmaßnahme für gerodete Büsche und Bäume angebracht.

In Vellmar hängt der erste Nistkasten in sieben Metern Höhe an einer Linde. Hier sollen bald Stare und Großmeisen ein neues Zuhause finden.

Insgesamt 42 Nistkästen für Vögel und 10 Holzkästen für Fledermäuse bringen Jan Beck und Wolfgang Gölz vom Bauhof Vellmar derzeit rund um das Baugebiet Vellmar-Nord an. Grund sind Naturschutzauflagen als Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen für die geplante Siedlungserweiterung „Vellmar-Nord“. 

Rund um das Baugebiet mussten Anfang Januar Büsche und Bäume gerodet werden, zum Beispiel für den geplanten Kreisel, der gegenüber der Endhaltestelle der Linie 1 entstehen soll.

Diese beiden Herren bringen sie an 

Nistkasten: Hier sollen Stare brüten.

„Die Brutmöglichkeiten sind jetzt reduziert, deshalb bieten wir nun Alternativen an“, erklärt der stellvertretende Bauhofleiter Wolfgang Gölz. Er und sein Kollege Beck stehen bei strahlendem Sonnenschein aber eisigem Wind auf der Arbeitsbühne eines Hubwagens in etwa fünf Metern Höhe und bringen die Nistkästen mit Drahtseilen an den Bäumen an. „Sie müssen direkt am Baum hängen und dürfen nicht baumeln“, erklärt Gölz. Mit Nägeln wolle er jedoch nicht arbeiten. „Ich bin auch Baumpfleger und möchte lieber kein Metall in einen Baum schlagen.“

Die Nistkästen, die sie anbringen, sind so unterschiedlich wie die Vögel, die dort nisten sollen. Der Nistkasten des Kleibers sieht aus wie ein lang gezogenes Dreieck, das an dem Stamm angebracht wird, mit kleinen Einfluglöchern links und rechts. Der Fledermauskasten hingegen ist ein lang gezogenes Rechteck und hat eine kleine Öffnung am unteren Ende. „Die hängen sich dann an der Rückwand am Holz fest“, sagt Gölz. 

Manche haben es gerne etwas geselliger 

Ein dritter Kasten sieht aus wie eine Reihenhaussiedlung in klein, mit drei aneinandergereihten Einstiegslöchern. „Die Sperlinge sind offenbar etwas geselliger“, sagt Gölz und lacht.

Damit die Vögel die Nistkästen auch nutzen, müssen sie hängen, bevor die Brutsaison, beziehungsweise bevor die Bauarbeiten beginnen, erklärt Uwe Niede vom Fachbereich Stadtentwicklung und Umwelt der Stadt Vellmar. Wichtig sei zudem die Ausrichtung der Kästen. Im Idealfall sollten die Kästen in Ost-Südost-Richtung hängen, das Flugloch an der Wetterseite sollte vermieden werden.

Die Kästen kosten rund 850 Euro und werden an vier Wegen rund um das neue Baugebiet angebracht. „Wir müssen ein bisschen drauf achten, wo wir sie anbringen, weil die Vögel Brutreviere haben“, erklärt Gölz. Manche Vögel dulden keine anderen Vögel der gleichen Art, wegen der Konkurrenz.

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