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Baugebiet Vellmar-Nord kann starten – Stadtparlament legt Preise und Baufrist fest

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Von: Sebastian Schaffner

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Größtes Baugebiet im Landkreis: Das 16 Hektar große Areal Vellmar-Nord bietet Platz für rund 140 Grundstücke. Im Vordergrund ist die Endhaltestelle der Tramlinie 1 zu sehen. Archi
Größtes Baugebiet im Landkreis: Das 16 Hektar große Areal Vellmar-Nord bietet Platz für rund 140 Grundstücke. Im Vordergrund ist die Endhaltestelle der Tramlinie 1 zu sehen. © Ruth Brosche

Lange hat es gedauert, aber nun kann das größte Baugebiet im Landkreis Kassel in die Vermarktung gehen. Das Stadtparlament in Vellmar hat jetzt dafür den Weg frei gemacht.

Vellmar – Das Vellmarer Parlament hat mit großer Mehrheit den Weg freigemacht für die Vermarktung des größten Baugebiets im Landkreis Kassel. Die Stadtverordneten legten in einer Sondersitzung für das 16 Hektar große Areal Vellmar-Nord mit Stimmen von SPD und CDU unter anderem neue Grundstückspreise fest und verlängerten die Baufrist. Die Grünen lehnten sämtliche Beschlussvorschläge ab. Der Überblick.

Die Grundstückspreise

Das Baugebiet Vellmar-Nord besteht aus rund 140 Grundstücken. Darauf könnten 500 Wohneinheiten entstehen. Die Stadt hat das Baugebiet in fünf Kategorien eingeteilt: WA1 bis WA5. Ein Großteil – 126 Grundstücke – sind für Einfamilien-, Doppel- und Reihenhäuser vorgesehen. Sie gehören zu den Kategorien WA1 und WA2. Wer in der ersten Kategorie ein Haus bauen möchte, zahlt für das Grundstück 222 Euro pro Quadratmeter. Bei einem kleinen Bauplatz mit 450 Quadratmetern würden also 100 000 Euro fällig, für einen 1250-Quadratmeter-Bauplatz 276 000 Euro. WA2-Bauflächen kosten 232 Euro pro Quadratmeter. Die Grundstücke (WA3 bis WA5) sind für den mehrgeschossigen Wohnungsbau vorgesehen. Der Quadratmeter kostet 252 bis 297 Euro.

Die Mehrkosten

Bisher waren die Preise je nach Kategorie 37 bis 62 Euro niedriger angesetzt. Die Werte stammten aus einer Kalkulation aus dem Herbst 2020. Die politische und wirtschaftliche Lage habe sich seitdem grundlegend geändert, begründete der Erste Stadtrat Hans Georg Trust (SPD) in den Ausschüssen die Preissteigerungen. Zudem waren in Teilen des Baugebiets Bodenverunreinigungen festgestellt worden. Allein daraus hätten sich Mehrkosten von 1,75 Millionen Euro ergeben. Das habe die Neukalkulation notwendig gemacht, so Trust.

Die Frist

Die Stadtverordneten einigten sich darauf, die Baufrist bis zum 31. Dezember 2027 zu verlängern. Bis dahin müssten die Käufer ihr Haus gebaut haben. Ursprünglich sollte die Frist Ende 2024 ablaufen. Wegen Verzögerungen, gestiegener Preise und Lieferengpässen rechnet die Stadt damit, dass der im vergangenen Jahr festgelegte Stichtag nicht mehr haltbar ist und Vermarktung sowie Bebauung mehr Zeit in Anspruch nehmen werden.

Die Vergabe

Da es mehr Interessenten als Bauplätze gibt, werden die Grundstücke über ein Losverfahren vergeben. Es gilt: Jeder Bewerber bekommt maximal ein Grundstück. Die Vermarktung übernimmt die Hessische Landgesellschaft. Die Bauflächen für Einfamilien-, Doppel- und Reihenhäuser sollen über das digitale Bauplatzportal „Baupilot“ per Losverfahren vergeben werden. Bislang haben rund 3000 Menschen ihr Interesse hinterlegt – wohlgemerkt vor der Preiserhöhung. Starten soll die Vermarktung laut Bürgermeister Manfred Ludewig (SPD) im ersten Quartal 2023. Der CDU-Abgeordnete Hartmut Brondke scheiterte mit seinem Antrag, die Bauplätze „wie bisher in Vellmar üblich“ nach dem Wartelistenverfahren zu vergeben. baupilot.de/vellmar

Die Vorgaben

Vellmar-Nord ist ein Energie-Plus-Quartier. Baufamilien müssen ihre Häuser so planen, dass sie mehr Energie produzieren, als sie verbrauchen, etwa über Fotovoltaikanlagen, Wärmepumpen oder Geothermie-Anlagen.

Die Rechnung der Stadt

Ziel der Stadt ist es, mit dem Baugebiet keinen Verlust zu machen. Trotz erhöhter Grundstückspreise ist die Rechnung mit spitzem Bleistift gerechnet. Bei Entwicklungskosten von fast 25 Millionen Euro rechnet die Stadt mit 26 000 Euro Gewinn. Werden nicht alle Grundstücke zu den nun festgelegten Preisen verkauft, droht ein Minus, das die Stadt aus dem Haushalt begleichen müsste. (Sebastian Schaffner)

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