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Vellmarer Pfarrer plant Harry-Potter-Gottesdienst in Frommershausen

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Von: Eike Rustemeyer

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Harry Potter und die Kammer des Segens: Pfarrer Kulik bringt die Welt des Zauberers mit in die Kirche.
Harry Potter und die Kammer des Segens: Pfarrer Dave Kulik bringt die Welt des Zauberers mit in die Kirche. © Eike Rustemeyer

Weil Metaphern aus Filmen viel näher an der heutigen Lebensrealität sind, greift Pfarrer Dave Kulik für seine Predigten gern auf sie zurück. Am Sonntag wird es in der Kirche in Frommershausen auch ein bisschen Hogwarts geben.

Vellmar – Hogwarts-Banner an den Wänden, ein dampfender Kessel in der Ecke und davor ein Mann in Gryffindor-Uniform, der von übernatürlichen Kräften spricht. Nein, es handelt sich nicht um eine Lehrstunde „Verteidigung gegen die dunklen Künste“ in der Schule für Zauberei und Hexerei aus der magischen Welt von Harry Potter, sondern um den kommenden Gottesdienst in der evangelischen Kirche Frommershausen. Ab 17 Uhr wird Pfarrer Dave Kulik am Sonntag die Türen seiner Kirche öffnen.

Der 31-jährige Kulik bekennt sich dazu, großer Fan der erfolgreichen Fantasybücher und -filme rund um den Zauberer zu sein. Nun will er Potter zum Thema eines Gottesdienstes machen.

Inspiriert habe ihn der Hauptdarsteller eines anderen berühmten Buches: Jesus Christus. Auch Jesus nahm alltägliche Dinge, um die Lehren Gottes zu erklären, sagt der Pfarrer. Kulik greift für seine Predigten gerne auf Filme wie Star Wars, Herr der Ringe oder nun auch Harry Potter zurück. Aus diesen Welten könne man viele gute Metaphern schöpfen, außerdem seien sie viel näher an den Lebensrealitäten von jüngeren Menschen, als die meisten biblischen. „Heute weiß doch kein Jugendlicher mehr, was ein Senfkorn ist.“

Harry Potter sei zeitlos, meint der Pfarrer. Auch heute, 25 Jahre nach Veröffentlichung des ersten Buches, würde er noch Kinder die Abenteuer von Harry, Ron und Hermine lesen sehen.

Aus der „Kammer des Schreckens“, der Name des zweiten Harry Potter-Bandes, könnte nun also die Kammer des Segens werden. Kulik ist es aber wichtig zu betonen, dass er keinen Gottesdienst mache, in dem Harry Potter Jesus sei. Viel eher nehme er einzelne Elemente, wie das Bewahren Harry Potters vor dem Tod durch die Liebe seiner Freunde und Verwandten, um eine Brücke zur Liebe Gottes zu schlagen. Harry Potter sei nur der Vermittler, die Inhalte blieben die altbewährten biblischen, sagt der Pfarrer. Die Resonanz sei schon im Vorfeld enorm. Aber nicht alle seien von der Idee begeistert. Gerade vonseiten konservativerer Glaubensausleger, wie einigen Freikirchlern, hätte es Kritik gegeben. Diese hätten unter der Vorankündigung auf Social Media mit „Bibelzitaten um sich geschmissen.“

Die evangelische Landeskirche unterstütze Kulik bei seinem Vorhaben und sei begeistert von der Idee. Kulik rechnet mit einer vollen Kirche. Er rät jedem, der einen Platz möchte, mindestens eine halbe Stunde vorher da zu sein. Sollte der Harry-Potter-Gottesdienst bei den Leuten gut ankommen, kann sich Kulik vorstellen, diesen jährlich abzuhalten.

Infos: Der Gottesdienst mit Abendmahl findet am Sonntag, 6. November, um 17 Uhr in der evangelischen Kirche, Mittelstraße 22, in Vellmar statt.

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