Erste Bauplätze gibt es im Frühjahr

Vermarktung der Grundstücke für Vellmar-Nord kann beginnen

Grafik des geplanten Baugebiets Vellmar-Nord
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Das geplante Baugebiet in Vellmar-Nord

Die Vellmarer Stadtverordneten haben grünes Licht für die Vermarktung der Grundstücke für das Baugebiet Vellmar-Nord gegeben. Der Verkauf soll ab dem Frühjahr starten.

Vellmar – Bauplätze im Speckgürtel von Kassel sind rar und heiß begehrt. Das zeigt sich auch in der enormen Nachfrage für die Grundstücke im Baugebiet Vellmar-Nord. Bislang haben sich nach Angaben der Stadtverwaltung 2100 Interessenten im Baupilot registriert. Umso erfreulicher ist es, dass die Vermarktung der Grundstücke im größten Baugebiet der Region endlich beginnen kann. Der Verkauf soll ab dem Frühjahr erfolgen.

Am Montagabend haben die Vellmarer Stadtverordneten in der Mehrzweckhalle Frommershausen die dafür nötigen Beschlüsse gefasst. Nachdem bereits in der Ausschusssitzung vor einer Woche noch einmal viele Fragen zu dem Projekt beantwortet wurden, gab es auch am Montagabend noch einmal eine zweistündige Debatte zu den Details. Dabei ging es um die Grundstückspreise und das Vergabeverfahren, um das Vorhalten einer 3500 Quadratmeter großen Fläche für den Bau einer Kindertagesstätte, den Städtebaulichen Vertrag und um die Altlasten im östlichen Teil des 16 Hektar großen Baugebiets.

Die Vertreter von CDU und Grünen äußerten während der Sitzung noch einmal Bedenken bezüglich einer möglichen Belastung des Erdreiches durch Bauschutt. Die Stadtverwaltung legte Bodengutachten vor, die eine Gesundheitsgefahr für die künftigen Baufamilien widerlegen. Die Grünen hatten trotzdem gleich mehrere Begleitanträge dazu eingebracht. Obwohl sie dafür die Unterstützung der CDU-Fraktion hatten, konnten die Begleitanträge keine Mehrheit finden. Konkret ging es dabei unter anderem um eine Neukalkulation der Grundstückspreise aufgrund der im Winter festgestellten Altlasten im Boden. Statt diese zu vermarkten, schlug Andrea Sauer von den Grünen vor, diese Flächen nicht zu bebauen. Stattdessen könne dort ein naturnahes Gelände entstehen. Sauer betonte zudem erneut, dass ihre Fraktion weiterhin gegen ein Baugebiet in dieser Größe sei, weil dadurch „eine wertvolle landwirtschaftlich genutzte Fläche unwiederbringlich versiegelt wird“.

Von Altlasten betroffen sind nach derzeitigem Kenntnisstand 15 Grundstücke. Dort soll der Boden nun in einem Meter Tiefe noch einmal ausgetauscht werden. Das sei aus Sicht des Regierungspräsidiums vertretbar. Grund: Bei 29 Schürfungen im Erdreich war an einigen Stellen Bauschutt gefunden worden. Die Aussagen des CDU-Abgeordneten Axel Menche, dass in dem Bereich früher Müll entsorgt wurde, konnte nicht nachgewiesen werden. Aber: In dem Bereich soll es vor Jahrzehnten Hohlräume gegeben haben, die mit Bauschutt verfüllt worden waren. Ein von der Stadtverwaltung in Auftrag gegebenes Bodengutachten hatte zwar die Belastung des Bodens bestätigt, aber keine schwerwiegende Schadstoffbelastung festgestellt. „Die Fachleute haben nach bestem Wissen und Gewissen ermittelt“, sagte Bürgermeister Manfred Ludewig (SPD) zu den Ergebnissen der Expertise.

Zusätzliche Kosten könnten Baufamilien auf einigen Grundstücken trotzdem entstehen, wenn sie den Bau eines Kellers planen. Der Aushub müsste dann fachgerecht entsorgt werden. Alle Details dazu würden aber in den Kaufverträgen abgebildet, heißt es vonseiten der Verwaltung.

Klaus Werner ergriff während der Debatte für die SPD-Fraktion das Wort: „Die hohe Nachfrage bestätigt, dass die Entscheidung für Vellmar-Nord richtig ist.“ Positiv sei, dass nicht nur Bauplätze für junge Familien angeboten, sondern auch Platz für Mietwohnungen und Mehrgenerationenprojekte geschaffen werde. Die Sozialdemokraten stimmten geschlossen für das Baugebiet.

Wegen ihrer Bedenken enthielten sich die Christdemokraten bei der Abstimmung. Der Fraktionsvorsitzende Michael Stöter betonte aber, wie wichtig es sei, „den Menschen ein Angebot zu machen, und dass die CDU grundsätzlich für das Baugebiet sei. Allerdings kritisierte er das Vergabeverfahren. Er schlug stattdessen vor, sich bei der Vergabe der Bauplätze an der Gemeinde Fuldabrück zu orientieren. Dort wird aktuell ein Punktevergabeverfahren für neue Grundstücke in Dennhausen/Dittershausen angewendet. Auch der Städtebauliche Vertrag, der regelt, welche Vorgaben Baufamilien erfüllen müssen, um überhaupt bauen zu dürfen, sehe die CDU kritisch. Der Passivbaustandard sei zwar eine Möglichkeit, aber nicht der richtige Weg zu bezahlbarem Wohnraum für junge Familien. (Alia Shuhaiber)

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