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Verzögerungen beim Radwegbau zwischen Vellmar und Kassel

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Von: Sven Kühling

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Schon seit 2017 ist die Fiedlerstraße in Kassel als wichtiges Teilstück der künftigen Radschnellverbindung Kassel-Vellmar als Fahrradstraße ausgewiesen. Die roten Radwegmarkierungen sowie der Wegfall eines Parkplatzstreifens kamen im September 2020 hinzu.
Schon seit 2017 ist die Fiedlerstraße in Kassel als wichtiges Teilstück der künftigen Radschnellverbindung Kassel-Vellmar als Fahrradstraße ausgewiesen. Die roten Radwegmarkierungen sowie der Wegfall eines Parkplatzstreifens kamen im September 2020 hinzu. © Pia Malmus

Zwischen Kassel und Vellmar soll eine Radschnellverbindung entstehen. Allerdings geht es nicht so schnell voran, wie geplant. Gründe sind dabei unter anderem die Pandemie, gestiegene Baukosten und die Verfügbarkeit von Grundstücken.

Kassel/Vellmar – Gut ein Jahr ist vergangen seitdem die geplante Raddirektverbindung von Vellmar nach Kassel zur Radschnellverbindung aufgewertet wurde. Dadurch sollten bessere Standards beim Radwegverlauf, Fahrkomfort, Durchschnittsfahrgeschwindigkeiten sowie eine Trennung von Fuß- und Radverkehr eingeplant werden können. Auch eine grundsätzlich höhere Bevorrechtigung des Radverkehrs und damit eine Minimierung von Wartezeiten an Verkehrsknotenpunkten wie der Eisenschmiede sollte erzielt werden. Allerdings gibt es weiterhin Probleme bei der Gestaltung dieser Querung.

Eisenschmiede

Die Planung an der Eisenschmiede sei zurückgestellt, teilt Stadtsprecherin Simone Scharnke mit. Für diesen Bereich seien noch vertiefende Untersuchungen und Behördenvorabstimmungen erforderlich, sagt sie. Auch ZRK-Planer Christoph Haller bestätigt: Der Planungsbereich „Querung Eisenschmiede“ sei aus der aktuellen Planung für die Radschnellverbindung herausgenommen, erläutert er, „da seitens der Stadt Kassel noch grundsätzliche Fragen der Trassenführung und der damit verbundenen Planungs- und Bauleistungen einer Abstimmung bedürfen“.

Schon vor einem Jahr war die Problematik um die Querung Eisenschmiede deutlich geworden Da hatte die Radverkehrsbeauftragte der Stadt Kassel, Anne Grimm, die verschiedenen Varianten genannt, die eine möglichst unterbrechungsfreie Querung für Radfahrer bringen könnten. Grimm sagte damals: „Aktuell prüfen wir verschiedene Lösungen. Wir schauen uns alles an: Von einer Ampellösung über einen Kreisverkehr bis hin zu einer Unterführung oder sogar zu einer Hochtrasse für Radfahrer auf Stelzen.“

Gesamtplanung

Eins wird in der Gesamtbetrachtung deutlich: Die Behörden fahren bei der Realisierung der allerersten Radschnellverbindung im Raum Kassel noch mit schleifender Handbremse. Das planende Ingenieurbüro Iffert + Partner verweist auf Anfrage der HNA lediglich auf den ZRK. Die Planungstätigkeit für das Vorhaben „Radschnellverbindung Kassel-Vellmar“ befinde sich derzeit noch in Bearbeitung, erläutert dort Christoph Haller. Der Start der Bautätigkeit werde sich aufgrund allgemeiner Entwicklungen – Folgen der Corona-Pandemie, gestiegene Preise für Material und Baukosten sowie Verfügbarkeit bestimmter Grundstücke – in diesem komplexen Verfahren verzögern. Immerhin: „Für einzelne Abschnitte in Vellmar ist nach derzeitigem Stand mit einem Baubeginn im Jahr 2023 zu rechnen“, sagt er.

Kasseler Abschnitte

Die ersten Abschnitte in Kassel seien dann ein Jahr später, also ab 2024 dran. Das sind laut Haller die so bezeichneten Teilstücke KS 1: Anbindung Holländischer Platz, Henschelstraße, Gottschalkstraße, Mombachstraße sowie KS 4: Bunsenstraße, Niedervellmarer Straße. Und so sieht laut Stadtsprecherin Scharnke der Planungsstand zu diesen Abschnitten aus: „Am weitesten gediehen ist im Bereich der Stadt Kassel der Abschnitt Gottschalkstraße vom Holländischen Platz bis zur Fiedlerstraße. Hierfür wurde eine Planung aufgestellt, die die vollständige Erneuerung und Umgestaltung der Gottschalkstraße beinhaltet. Nächster Schritt der Gremienbeteiligung sei die Erläuterung dieses Abschnitts und Anhörung des Ortsbeirats Nord-Holland, die voraussichtlich nach der Sommersitzungspause erfolgen wird.“

Vellmarer Abschnitte

Im Bereich der Stadt Vellmar spricht Radverkehrsbeauftragter Uwe Niede aktuell von zwei wesentlichen Planungsabschnitten. Das ist erstens der Abschnitt „Innerorts“. Dabei gehe es um den Bereich von der Brüder-Grimm-Straße bis zum alten Ortskern Niedervellmar. Und den Abschnitt „Außerorts“. Damit sei die Planung im Bereich der Wiesenstraße gemeint, so Niede, von der Bahn-Überführung bis kurz vor der Wasserübergabe-Station. Hinzu komme noch ein weiterer, kleiner Bauabschnitt „Außerorts“. Dieser führe dann über das Gelände der Wasserübegabe-Station bis zu Kasseler Straße. Laut Niede ist dieses Teilstück ein komplett neu geplanter Weg, während die anderen Teilstrecken über bereits bestehende Wege führen. Für den neuen Weg müsse man beispielsweise alle Naturschutzaspekte neu prüfen.

Weitere Verbindungen

Wenn die Strecke Richtung Vellmar fertiggestellt ist, sollen zwei weitere Radschnellverbindungen folgen – Richtung Baunatal und Richtung Kaufungen. Für diese neuen Abschnitte, sagt ZRK-Planer Christoph Haller, gebe es allerdings noch keine konkreten Planungen, „sodass hier keine Aussagen zum Zeitraum der Umsetzung möglich sind“.

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