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Mutmaßlicher versuchter Auftragsmord in Vellmar: Mittelsmann entschuldigt sich

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Von: Theresa Novak

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28-Jähriger soll 490 950 Euro unterschlagen und verzockt haben
Mutmaßlicher versuchter Auftragsmord in Vellmar: Angeklagter ließ Erklärung von seinem Verteidiger vorlesen. © Peter Steffen/dpa

Am zweiten Verhandlungstag des Gerichtsprozesses um den mutmaßlichen versuchten Auftragsmord in Vellmar hat sich einer der Angeklagten geäußert. Die anderen fünf Angeklagten wollen das zum Teil noch an den nächsten Prozesstagen tun.

Vellmar/Kassel – „Es tut mir unendlich leid, dass ich an dieser Tat mitgewirkt habe. Ich trage eine Mitschuld und möchte mich dafür bei dem Opfer entschuldigen.“ Diese Worte ließ einer der sechs Angeklagten im Prozess um den mutmaßlichen versuchten Auftragsmord in Vellmar am Donnerstag von seinem Verteidiger verlesen.

Bei den Taten im April und Juni vergangenen Jahres war der 56-jährige Chef einer Vellmarer Firma überfallen und schwer verletzt worden. Einer der Angeklagten soll ihm bei dem zweiten Angriff im Juni mit einem Zimmermannshammer solange auf den Kopf geschlagen haben, bis er bewusstlos liegenblieb.

Bis heute habe das Opfer mit den Nachwirkungen des Angriffs zu kämpfen und müsse noch mehrmals operiert werden.

Ausgegangen war die Tat laut Anklage von dem Geschäftspartner des Opfers. Dieser soll den mutmaßlichen versuchten Mord in Auftrag gegeben haben.

Einer der Mittelsmänner soll der Angeklagte gewesen sein, der sich gestern durch seinen Verteidiger vor dem Landgericht erklärte. Mit dem Geschäftspartner des Opfers sei er schon lange gut befreundet gewesen, dieser habe ihn immer unterstützt. Der Kontakt sei zwar irgendwann weniger geworden, aber nie abgerissen.

Als sein früherer Freund dann ihm gegenüber deutlich gemacht hatte, dass er ein Problem mit seinem Geschäftspartner habe und dieser einen „Denkzettel“ bekommen solle, habe der Angeklagte den Kontakt zu einem Bekannten vermittelt. Dieser sollte die Tat dann ausführen. „Ich wollte mich wichtig machen und zeigen, dass ich auch Leute kenne und Kontakte habe“, trug der Verteidiger für seinen Angeklagten vor.

Er sei in die Taten nicht eingeweiht gewesen, hätte nur mitbekommen „dass eben jemand bei der Firma des Opfers war“. Von Umbringen sei keine Rede gewesen, der Auftraggeber habe nur gesagt „er muss sabbern, das reicht“.

„Ich habe ihm das geglaubt und nicht gewusst, dass er seinen Geschäftspartner töten wollte. Auch nicht, dass er so schwer verletzt werden sollte.“ 1000 Euro habe er selbst für das Vermitteln des Kontakts, den er von der Arbeit kannte, bekommen. „Ich schäme mich zutiefst.“

Die anderen fünf Angeklagten äußerten sich am Donnerstag nicht, wollen das aber teilweise noch tun.

Weiter im Prozess soll es am 17. Oktober, 9 Uhr gehen. An diesem Tag ist auch das Opfer als Zeuge geladen. Der Saal D 130 ist für die Verhandlung angedacht, aber noch nicht abschließend sicher. (Theresa Novak)

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