Tour führt von Dresden nach Westafrika

Mit dem Corolla durch die Westsahara: Kasseler fahren Rallye für den guten Zweck

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Freuen sich auf das Abenteuer: Tim Rommel (von links) und René Platzek (29) sind startklar für die Rallye Dresden-Dakar-Banjul.

Die Kasseler René Platzek und Tim Rommel  nehmen an der Rallye Dresden-Dakar-Banjul teil. Ein 7000 Kilometer langes Abenteuer liegt vor den beiden Freunden.

"Langsam steigt die Aufregung“, sagt René Platzek. Verständlich, denn vor ihm und Tim Rommel liegt ein großes Abenteuer. Die beiden Freunde seit Kindheitstagen nehmen an der Rallye Dresden-Dakar-Banjul teil. In zwanzig Tagen wollen die Kasseler 7000 Kilometer mit Tims grünem Toyota Corolla – Baujahr 1997 – bis nach Westafrika zurücklegen.

Sieben Länder werden sie unter dem Teamnamen „Grüne Wanderdüne“ durchqueren, bevor sie das Ziel, Gambias Hauptstadt Banjul, erreichen. Dort wird der Wagen mit der Startnummer 0937 am 1. Dezember für einen guten Zweck versteigert. Der Erlös kommt dem Veranstalter, dem Verein Breitengrad, zufolge verschiedenen gambischen Hilfsorganisationen sowie bedürftigen Schulen, Krankenhäusern und anderen Hilfsprojekten zugute.

Start ist am Samstag in Dresden

Hier führt die Route entlang.

Los geht es am Samstag, 9. November, in Dresden. Vor René Platzek und Tim Rommel liegen Tagesetappen von bis zu 800 Kilometern. Es ist eine Reise durch viele Städte, Landschaften und Kulturen. Von Dresden geht es über Frankreich nach Spanien, Marokko, durch die Westsahara nach Mauretanien, den Senegal und schließlich nach Gambia. Nach der Versteigerung des Wagens wollen die beiden noch eine Woche in Afrika verbringen.

Die Idee, an der Rallye teilzunehmen, kam René Platzek beim Durchstöbern von Autoinseraten. „Dabei bin ich auf ein Foto von einem Mercedes vor afrikanischer Kulisse gestoßen und wollte mehr über die Hintergründe wissen“, sagt der 29-Jährige. Er kontaktierte den Fahrzeughalter und erfuhr so von der Rallye Dresden-Dakar-Banjul. Der gelernte Kfz-Meister war sofort begeistert von dem Gedanken, die Tour zu machen und am Ende damit auch noch Gutes zu tun.

Letzte Fahrt mit dem Toyota des Großvaters

Seinen Freund Tim musste er auch nicht lange überreden. Dessen alter Toyota, sein erstes Auto und ein Erbstück seines Großvaters, sollte eh bald ausgedient haben. „So machen wir jetzt noch eine letzte Fahrt zusammen, die schöne Erinnerungen bringt“, sagt der 29-jährige Service-Ingenieur, der heute in Vellmar wohnt.

Seit Wochen schrauben die Freunde jetzt schon an dem Wagen herum, haben Teile ausgetauscht und umgebaut. Inzwischen ist der Corolla startklar. „Wir sind guter Dinge, dass wir mit ihm ankommen“, sagt Platzek. Und auch sonst sind die beiden gut vorbereitet. Gaskocher und Zelte sind gekauft, Impfungen erledigt, Organisatorisches wie Versicherungs- und Exportfragen geklärt, die Strecke geplant, die Rückflüge gebucht. Den Rest lassen die beiden einfach auf sich zukommen und freuen sich auf die besondere Erfahrung.

Große Freude Land und Leute kennenzulernen

„Ich finde es toll, dass wir nicht als Pauschaltourist unterwegs, sondern auf uns gestellt sind und den Menschen vor Ort auf Augenhöhe und nicht als reicher Westeuropäer begegnen. Erst wenn man so auf Leute zugeht, taucht man in ein Land ein und kann seine schönen, aber auch schlechten Seiten entdecken“, sagt René Platzek. 

Tim Rommel freut sich besonders auf die facettenreiche Landschaft und auf die Zeit mit seinem Freund. „Alleine würde ich das nicht machen“, sagt er. „Wir kennen uns schon so lange und wissen, dass wir uns aufeinander verlassen können“, erwidert Platzek.

Hintergrund: Dresden-Dakar-Banjul-Rallye

Der Verein Breitengrad mit Sitz in Dresden veranstaltet die Dresden-Dakar-Banjul-Rallye seit 2006 zweimal jährlich. Zweck des Vereins ist es nach eigenen Angaben, den Menschen in Deutschland sowie den anrainenden europäischen Staaten die kulturelle Vielfalt und gerade auch die Hilfebedürftigkeit vieler Menschen außerhalb der Europäischen Union zu vermitteln. 

Der Verein verfolgt demnach in erster Linie das Ziel, Hilfsorganisationen mit Sach- und Geldmitteln zu unterstützen. Die Startgebühr für die Rallye beträgt 850 Euro pro Teilnehmer. Hinzu kommen Kosten für Verpflegung, Treibstoff, Versicherungen, Mautgebühren sowie den Rückflug.

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