Fußball: Verbandsliga Nord

Schlusslicht sagt Spiel in Vellmar ab – OSC erhält Heimspielrecht in der Rückrunde

Überrascht von der Absage: Vellmars Abteilungsleiter Rudi Hochheimer.
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Überrascht von der Absage: Vellmars Abteilungsleiter Rudi Hochheimer.

„So etwas habe ich noch nie erlebt“, sagt Rudi Hochheimer. Der Abteilungsleiter beim Fußball-Verbandsligisten hatte in den vergangenen Tagen etliche Telefonate zu führen.

Vellmar - Seit Freitag steht nun fest, dass das für diesen Sonntag (15 Uhr) in Vellmar angesetzte Spiel gegen den Tabellenletzten FSV Thalau nicht stattfinden wird. Ein Überblick über die ungewöhnliche Situation.

Die Lage beim OSC

„Wir spielen eigentlich am liebsten am Samstag“, sagt Vellmars Abteilungsleiter Rudi Hochheimer. Weil aber seitens des Klassenleiters die Spieltage in der Verbandsliga erst einmal auf einen Sonntag gelegt werden, sei es an den beteiligten Vereinen, sich auf andere Anstoßzeiten zu einigen.

„Wir sind schon vor einiger Zeit an Thalau herangetreten und haben um eine Verlegung auf Samstag gebeten“, erklärt Hochheimer die aktuelle Lage. Thalau habe aber auf den Termin am Sonntag bestanden. Damit habe man sich in Vellmar abgefunden und auch im Vorfeld der Partie den Sonntagstermin plakatiert und auf den sonst üblichen Kanälen beworben. „Als dann Thalau doch am Samstag spielen wollte, war es für uns nicht mehr möglich, das Ruder herumzureißen. Unser Publikum hat sich auf den Termin eingestellt, und auch die Spieler hatten sich in einigen Fällen für den Samstag andere Dinge vorgenommen“, erklärt Hochheimer die Vellmarer Entscheidung.

Darüber nicht gerade begeistert ist auch Trainer Jörg Müller: „Wir hätten vor den wichtigen Spielen gegen Sand und Bad Soden gern gegen Thalau gespielt. Eine Unterbrechung der Spielpraxis ist sehr ungünstig für uns. Außerdem wollte ich eigentlich einigen Rückkehrern Spielanteile zukommen lassen“, sagt Müller, der jetzt für den Sonntag um 10 Uhr in Vellmar ein Training ansetzen wird, um das Leistungsniveau hoch zu halten.

OSC-Trainer Jörg Müller.

Die Lage in Thalau

Dass der FSV Thlalau das für Sonntag angesetztes Spiel beim OSC Vellmar wohl absagen wird, bestätigte Trainer Meik Voll. Grund ist die schlechte personelle Lage. Voll zählt die Ausfälle auf: Florian Storch, Thomas Weichlein, Christopher Schenkel und Philipp Mötzung sind verletzt, Timo Müglich und Nikolas Leinweber gesperrt, Zugang Ermyas Bereke noch nicht spielberechtigt, Stanilslav Szilagyi ist als Trainer des U19-Teams der SG Barockstadt Fulda-Lehnerz unterwegs, Lukas Kress privat verhindert und Marcel Martinez wegen eines Trauerfalls in der Familie nicht abkömmlich. „Von unserem 21-Mann-Kader stehen mir neun Feldspieler und zwei Torhüter zur Verfügung“, rechnet Voll vor. Auch von Thalaus zweiter Mannschaft ist keine Unterstützung zu erwarten, sie hat gegen Dipperz/Dirlos II ein wichtiges Duell vor sich. „Wenn sich an der Situation nichts ändert, laufen wir Gefahr, das Spiel absagen zu müssen“, erklärt Voll.

Die Konsequenzen

Einige Telefonate geführt hat auch Erhard Zink. Der Klassenleiter der Fußball-Verbandsliga ist für die offizielle Absage zuständig. „Die Partie nehme ich offiziell aus dem Spielplan, wenn mir die schriftliche Absage aus Thalau vorliegt“, sagt Zink. Noch am Freitagvormittag hatte Zink mit Thalauer Vertretern telefoniert. Die haben Zink gegenüber ihre Situation geschildert. Auch wenn der FSV noch einen Anlauf nehmen wollte, das personelle Problem zu lösen, stand die formelle Absage unmittelbar bevor. „Die Partie wird dann mit 3:0 für Vellmar gewertet, und Thalau verliert das Heimspielrecht in der Rückrunde“, sagt Zink über die drohenden Konsequenzen für das Tabellenschlusslicht. (Martin Scholz, Ralph Görlich)

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