Festschrift statt Feier

50 Jahre Ahnatal-Schule Vellmar

Die Ahnatal-Schule in Vellmar während der Bauzeit zu Beginn der 1970er-Jahre. Sporthalle, Sportplatz und der Schulhof fehlen noch. Rechts unten ist das Hallenbad zu sehen.
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Die Ahnatal-Schule in Vellmar während der Bauzeit zu Beginn der 1970er-Jahre. Sporthalle, Sportplatz und der Schulhof fehlen noch. Rechts unten ist das Hallenbad zu sehen.

Wo vor über 50 Jahren in Vellmar nur eine große, grüne Wiese war, steht heute die Ahnatal-Schule. In diesem Jahr feiert die Schule ihr 50. Jubiläum. „Die Stadtmitte, wo die Schule steht, gab es damals noch gar nicht“, erzählt Schulleiter Gunter Freiling.

Vellmar – Zwischen den Stadtteilen Niedervellmar, Frommershausen und Obervellmar wurde die Schule aus 400 einzelnen Betonteilen in einem Fertigbausystem zusammen gesetzt. Rund 15 Millionen D-Mark kostete der Neubau.

„Die Schule entstand mit der Bildungsreform der Gesamtschulen“, sagt Freiling. Das System der Gesamtschule ist bis heute so geblieben. „Die Schüler sind, angepasst an ihre Talente, in A, B und C Kurse nach ihrem Niveau eingeteilt. Damit wollen wir eine Schule für alle sein, egal ob sie einen Haupt- oder Realschulabschluss machen oder weiter aufs Gymnasium gehen“, sagt Freiling.

Am 30. August 1971 läuteten an der Ahnatal-Schule zum ersten Mal die Schulglocken. In das erste Schuljahr startete die Schule mit gerade einmal 548 Schülern. Doch das änderte sich schnell: Zum Schuljahr 1974/75 waren es bereits 1210 Schüler. „Heute haben wir knapp 900 Schüler von der 5. bis zur 10. Klasse“, sagt Freiling.

Seit der Eröffnung vor 50 Jahren ist einiges passiert. „Schule entwickelt sich ständig weiter. Das ist ein dynamischer Prozess“, sagt Freiling. In Zukunft will die Ahnatal-Schule Vellmar digitaler werden. „In unserer Konzeptgruppe Digitalisierung entwickeln wir Ideen, wie der Unterricht in allen Fächern digitaler werden kann“, erklärt Freiling. Die wichtigste Frage hierbei sei, was die Schüler Ende der 10. Klasse in Bezug auf die Digitalisierung kennen und wissen müssen. „Das Konzept muss natürlich altersgerecht auf die Schüler angepasst werden“, sagt Freiling.

Neben der digitalen Welt sollen die Schüler aber nicht die anderen Techniken vergessen. „Leseverständnis, mit Büchern arbeiten und lernen, sich ausdrücken, sind enorm wichtig“, sagt Freiling. Die Schüler sollen auch lernen, wie respektvoll und tolerant miteinander umgegangen wird. „Soziales Lernen, Respekt und Toleranz sind immer noch Dinge, die nicht durch ein Medium ersetzt werden können“, erklärt Freiling.

Die große Feier zum Jubiläum musste aufgrund der Coronapandemie ausfallen. „Wir hatten zwar schon Ideen, aber uns war eigentlich schon länger klar, dass wir kein großes Fest feiern können“, sagt Schulleiter Freiling. Nach den Sommerferien hat die Schulleitung entschieden, dass keine Feier stattfinden kann.

Trotzdem hat sich die Schulleitung etwas überlegt und eine Jubiläumsschrift herausgegeben. „Dafür hat sich ein kleines Redaktionsteam unter den Lehrkräften zusammengefunden“, erzählt Freiling. „Die Arbeit haben wir uns aufgeteilt. So ist ein tolles historisches Dokument entstanden.“ Die Jubiläumsschrift beinhaltet neben einer Schulchronik, verschiedene Berichte etwa zur Leseförderung und zu Studien- und Begegnugsfahrten sowie Erinnerungen von ehemaligen Lehrern und Schülern und auch Fotos aller Klassen.

„Ich hoffe, dass wir es schaffen, die Schüler fit für die Gesellschaft zu machen“, wünscht sich Freiling. „Und das nicht nur auf die Schulfächer bezogen, sondern vor allem im Umgang miteinander und allen anderen sozialen Bereichen.“ (Eva Krämer)

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