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Politik und Religion sind tabu: Wolfhard Eidenmüller aus Vellmar ist als Funkamateur im Äther unterwegs

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Von: Tanja Temme

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Funken ist sein Ding: Wolfhard Eidenmüller funkt auch manchmal vom Clubraum des DARC-Ortsverbandes Vellmar hinaus in die Welt. Einmal im Monat kommen hier die Mitglieder des Vereins zusammen, um sich auszutauschen, Geräte zu bauen oder zu verändern.
Funken ist sein Ding: Wolfhard Eidenmüller funkt auch manchmal vom Clubraum des DARC-Ortsverbandes Vellmar hinaus in die Welt. Einmal im Monat kommen hier die Mitglieder des Vereins zusammen, um sich auszutauschen, Geräte zu bauen oder zu verändern. © Tanja Temme

Wolfhard Eidenmüller aus Vellmar hat ein besonderes Hobby: Er ist Funkamateur und vernetzt sich per Funkgerät mit Menschen aus der ganzen Welt.

Vellmar – Wer bei Worten wie Frequenz, Diode oder Elektrode Lust auf mehr bekommt und sich dazu noch gerne mit anderen austauscht, der könnte bei den Vellmarer Funkamateuren an genau der richtigen Stelle sein. „Unser Hobby ist etwas für technisch Interessierte und kommunikative Menschen“, sagt Funkamateur Wolfhard Eidenmüller. Der 63-Jährige steht dem Ortsverband F73 Vellmar vor, der dem Deutschen-Amateur-Radio-Club (DARC) angehört.

Wenn andere in den Feierabendstunden zum Handy greifen oder sich an den Computer zu setzen, um sich mit Freunden und Bekannten zu vernetzen, dreht der Vellmarer sein Funkgerät an. „Ich bin fast jeden Abend am Funken“, berichtet er, so würde er sich mal mit Leuten aus der Region, aber auch deutschland- und weltweit mit Menschen austauschen.

Abkürzungen beim Funken: Kürzel statt Namen

Im Funkerkosmos läuft vieles über Abkürzungen, wer diese nicht beherrscht, wird dem anderen nur schwer folgen können. So bedeutet QSO beispielsweise Funkgespräch oder wenn Funker vom QRL sprechen, meinen sie ihren Arbeitsplatz. Auch wenn Eidenmüller jemanden im Äther aufgespürt hat, mit ihm in Kontakt treten möchte, benutzt er eine Art Kürzel anstatt seines Namens. „Ich sage dann ‘hier ist DO5WE´´, um mich vorzustellen.“

Dieses Rufkennzeichen sei einmalig auf der ganzen Welt, jeder Funker habe ein eigenes, ergänzt er. Ansonsten kommuniziere man auf Englisch, egal woher derjenige komme. Inhaltlich gibt es bei dem Austausch festgelegte Grenzen: „Über Politik und Religion sprechen wir nicht“, erklärt Eidenmüller. Deshalb hätte beispielsweise auch der Ukrainekrieg keinerlei Auswirkungen auf ihre Funkkontakte, auch in diesen Zeiten würde man die Kommunikation mit Funkern aus Russland nicht ausschließen.

Stromverbrauch gering: Funkgerät ist sparsam

Die aktuell hohen Strompreise sorgen den Funkamateur zudem wenig: „Der Stromverbrauch, um ein Funkgerät zu betreiben, ist so gering, dass das keine Rolle spielt“, bemerkt er, sogar mit einer Autobatterie könne man es mehrere Tage am Laufen halten.

Wie vieles heutzutage sind auch die Funkgeräte im Preis gestiegen, wie Eidenmüller weiß, außerdem habe es teilweise auch Lieferprobleme gegeben. Dass Amateurfunk spätestens dann eine wichtige Rolle spielt, wenn der Strom einmal für mehrere Tage ausfällt, machte Eidenmüller im Weiteren deutlich: „Funker würden dann Bürgernotrufstellen einrichten, um zu helfen“, ergänzte er.

Völkerverständigung und Kommunikation: Mehr als ein Hobby

Grundsätzlich geht es ihm bei seiner Freizeitbeschäftigung vor allem um Kommunikation und Völkerverständigung. „Es ist immer wieder spannend zu erleben, wer sich am anderen Ende meldet.“ So seien über die Jahre auch schon Bekanntschaften entstanden, mit denen man regelmäßig Kontakt halte.

Wer Funkamateur werden möchte, muss eine Prüfung ablegen, die von Betriebstechnik bis zur Gesetzeskunde reicht. Ist diese bestanden bekommt der neue Amateurfunker von der Bundesnetzagentur sein eigenes Rufzeichen zugeteilt. (Tanja Temme)

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