Sanierung oder Neubau?

Vellmar: Wie geht es mit den maroden Schwimmbädern weiter?

Das Hallenbad in Vellmar hat ein blaues Dach und einen roten Schriftzug.
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In die Jahre gekommen: Das Hallenbad in Vellmar muss saniert werden. Laut einer Schätzung aus dem Jahr 2019 würden die Arbeiten mindestens 6,6 Millionen Euro kosten.

Wie geht es mit den sanierungsbedürftigen Bädern in Vellmar weiter? Mit dieser Frage beschäftigt sich die Stadt nun schon einige Jahre, doch bislang gibt es keine Lösung für das Problem. Im kommenden Jahr soll aber wieder Bewegung in das Thema kommen.

Vellmar – „Wir planen, eine Studie zur Zukunft der Bäder in Auftrag zu geben“, sagt Bürgermeister Manfred Ludewig (SPD) auf Anfrage unserer Zeitung. Der Verwaltungschef hofft, dass die dafür benötigten Mittel im Haushalt 2022 bereitgestellt werden.

Laut einer Schätzung aus dem Frühjahr 2019 würden die Sanierungen des Hallenbads in der Stadtmitte und des Freibads in Obervellmar mindestens 13,2 Millionen Euro verschlingen. Aufgrund der gestiegenen Materialkosten und Baupreise könnte die Sanierung aber noch um ein Vielfaches teurer werden. „Wir sprechen aufgrund der Kostensteigerung bestimmt von 20 Prozent“, vermutet der Verwaltungschef.

Multifunktionsbad ist eine Option

Schon damals diskutierten die Stadtverordneten, ob die Sanierung der Bäder überhaupt noch Sinn macht. Es gab auch Überlegungen, stattdessen ein Multifunktionsbad neu zu bauen. Um die vielen offenen Fragen zu klären, sollte ein ganzheitliches Bäderkonzept erstellt werden. Bislang wurde der Stadtverordnetenbeschluss aber noch nicht umgesetzt. Das könnte sich aber im kommenden Jahr ändern. „Es muss alles auf den Prüfstand“, sagt Ludewig.

So sieht es auch die CDU-Fraktion, die kürzlich die beiden Vellmarer Bäder besichtigt hat. „Selbstverständlich muss es das Ziel sein, das Angebot für Bürger zu erhalten, auch wenn es derzeit schwerfällt, sich eine entsprechende Finanzierung vorzustellen“, heißt es vonseiten der CDU. Der Zustand des fast 60 Jahre alten Freibads würde jedes Jahr erneut Anlass geben, über eine Offenhaltung zu debattieren.

Technik im Freibad muss erneuert werden

„Die Technik im Freibad muss jedes Jahr geprüft und schadhafte Stellen müssen reguliert werden“, stimmt Ludewig zu. Die Besucherzahlen würden die Frage offenlassen, ob es sinnvoll war, dass Bad in diesem Sommer überhaupt zu öffnen. Die niedrigen Badegastzahlen seien aber auch dem schlechten Sommer geschuldet, meint Ludewig. Trotzdem: „Es wäre schön gewesen, wenn jeder, der sich gewünscht hat, dass wir öffnen, auch gekommen wäre“, sagt Ludewig.

Wie sich die Zahlen im Hallenbad entwickeln werden, bleibt abzuwarten. Dort gilt seit einigen Tagen die 3G-Plus-Regel. Das Hallenbad wurde 1973 gebaut und vor einigen Jahren bereits einmal saniert, trotzdem gibt es auch hier einen hohen Investitionsbedarf. „Wir müssen uns dringend Gedanken darüber machen, was wir künftig mit unseren Bädern machen wollen“, sagt der CDU-Fraktionsvorsitzende Michael Stöter. Hier seien Lösungen gefragt, die eine breite Mehrheit in der Stadtverordnetenversammlung finden.

CDU fordert zeitnah ein Bäderkonzept

Derzeit sei es nur dem Engagement der Mitarbeiter zu verdanken, dass beide Bäder immer noch in Betrieb seien. Die CDU sei offen für Gespräche und halte auch weiterhin an den Überlegungen zu einem möglichen Kombi-Bad als Alternative fest. Man erwarte, dass der Magistrat möglichst zeitnah ein Bäderkonzept vorlege, so wie es die Stadtverordnetenversammlung bereits in der letzten Wahlperiode einstimmig beschlossen hatte.

Von Alia Shuhaiber

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