Über 10.000 Anmeldungen

Viele hoffen auf die Corona-Impfung: Ansturm auf das neue Impfportal im Kreis Kassel

Einen Impftermin zu bekommen, ist gar nicht so leicht: Der Kreis Kassel hat deshalb ein eigens Impfportal freigeschaltet. Bislang haben in Hessen laut Innenministerium 871.910 Personen eine Erstimpfung und 417.471 eine Zweitimpfung erhalten (Stand 14.04.2021).
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Einen Impftermin zu bekommen, ist gar nicht so leicht: Der Kreis Kassel hat deshalb ein eigens Impfportal freigeschaltet. Bislang haben in Hessen laut Innenministerium 871.910 Personen eine Erstimpfung und 417.471 eine Zweitimpfung erhalten (Stand 14.04.2021).

Wegen Problemen bei der zentralen Impfterminvergabe hat der Landkreis Kassel ein eigenes Impfportal eingerichtet. Dort haben sich bereits Tausende gemeldet.

Kreis Kassel – Probleme bei der zentralen Terminvergabe für die Corona-Impfungen in Wiesbaden und Pannen bei der Terminübermittlung an die Impfwilligen haben dazu geführt, dass sich immer mehr Menschen im Landkreis Kassel ungleich behandelt fühlen. Dass es seit Monaten hakt, hat auch der Landkreis Kassel immer wieder betont und am Mittwoch ein eigenes Impfportal freigeschaltet. Allerdings wurde die Behörde von der Flut der Anmeldungen geradezu überschwemmt.

Mehr als 10.000 Kreisbürger haben sich seit Mittwoch für einen Impftermin beim Landkreis direkt gemeldet. Dabei können nur 100 zusätzliche Termine pro Tag vergeben werden. Demnach wären – sollte die Versorgung mit Impfstoff nicht rasch anziehen – alle Termine für die kommenden drei Monate bereits ausgeschöpft.

Anstrum auf Impfportal im Kreis Kassel eine „negative Überraschung“

Da sich auf der Internetseite des Landkreises nur diejenigen anmelden können, die bei der zentralen Impfterminvergabe des Landes registriert sind, aber noch keinen Impftermin erhalten haben, sei diese Zahl „sehr erstaunlich“, sagt Vizelandrat Andreas Siebert. Der Landkreis habe zwar mit einem hohen Zuspruch gerechnet – mehr als 10.000 Anmeldungen sind aber auch für Siebert „eine negative Überraschung“. Wenn allein aus dem Landkreis Kassel so viele Menschen, die registriert sind, auf einen Termin warten, gebe dies einen deutlichen Hinweis darauf, dass die zentrale Terminvergabe beim Land Hessen „wohl doch nicht so perfekt funktioniert“, so der Vizelandrat weiter.

Das Innenministerium weist indes die Kritik des Landkreises bezüglich der Terminvergabe zurück. „Wir können nur so viele Impftermine vergeben, wie Impfstoffdosen verlässlich zur Verfügung stehen“, teilt Ministeriumssprecher Michael Schaich auf Anfrage mit. Es sei aber richtig, dass es bei der Terminvergabe aufgrund sich ändernder Bedingungen immer wieder Anpassungsbedarf gebe.

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Als Beispiel nennt Schaich die sich ändernde Nutzung des Impfstoffs Astrazeneca - nach Thrombosefällen wird der Impfstoff Menschen unter 60 Jahren nicht mehr verabreicht. Etwa 550.000 Hessen fallen laut Ministerium in die erste Priorisierungsgruppe. In der zweiten Gruppe schätze man die Zahl der Impfberechtigten auf 1,5 Millionen. Aktuell warten laut Ministerium noch rund 310.000 Registrierte auf einen Impftermin.

Kreis Kassel versucht in den kommenden Wochen Impfangebote zu machen

Den meisten solle in den nächsten Wochen ein Impfangebot gemacht werden können. Mittlerweile könnten mehr Termine vergeben werden. Nach Einschätzung des Ministeriums komme für einen Großteil der Registrierten nach Vorgaben der ständigen Impfkommission (Stiko) eine Impfung mit Astrazeneca infrage. Weil aktuell vermehrt Termine abgesagt oder nicht wahrgenommen werden, soll nun auch Personen aus der Priorisierungsgruppe 3 (60 bis 69-Jährigen) eine Impfung mit Astrazeneca angeboten werden. Dies habe das Bundesgesundheitsministerium erlaubt.

Vergabe der Impftermine im Kreis Kassel nach festen Kriterien

Die Vergabe der direkten Impftermine durch den Landkreis erfolgt nach festen Kriterien. Siebert: „Wir arbeiten zuerst die Meldungen aus der Priorisierungsgruppe 1 und 2 ab.“ Entscheiden seien dabei die Altersgruppe und der Eingang der Meldung. Grundsätzlich werden Termine an die über 70-Jährigen für Astrazeneca vergeben. „Unsere Ärzte in den Impfzentren klären dann, ob im Einzelfall ein anderer Impfstoff zum Zuge kommt“, erläutert Siebert.

Der Landkreis empfiehlt zudem, alle Wege zu nutzen, um einen Impftermin zu erhalten. „Solange man noch keinen Termin hat, sollte man auf keinen Fall die Registrierung beim Land löschen lassen. Auch der Weg über den Hausarzt sollte genutzt werden“, sagt Siebert.

Das Angebot für Impftermine des Landkreises richte sich nur an Kreisbürger. Ein Angebot für Menschen aus Kassel oder angrenzenden Landkreisen sei nicht möglich.

Astrazeneca heißt jetzt Vaxzevria

Das Pharmaunternehmen Astrazeneca vermarktet seinen Impfstoff künftig unter dem Namen Vaxzevria. Der neue Name ist laut Hersteller von der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) genehmigt worden. Bislang ist das Präparat unter dem Namen COVID-19 Vaccine Astrazeneca bekannt. Die Umstellung auf einen dauerhaften Markennamen sei üblich und seit vielen Monaten geplant. Die vollständige Umstellung auf den Namen Vaxzevria werde in sechs Monaten erwartet. (Alia Shuhaiber)

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