Ein Antrag auch für mehrere Ladepunkte möglich

Viele tanken Strom am eigenen Haus: Über 2200 Förderanträge für Wallboxen im Landkreis Kassel

Hat derzeit mit Wallboxen alle Hände voll zu tun: Elektrotechnikermeister Ozan Yahsi an der Wallbox der Familie Kneuer in Vellmar.
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Hat derzeit mit Wallboxen alle Hände voll zu tun: Elektrotechnikermeister Ozan Yahsi an der Wallbox der Familie Kneuer in Vellmar.

Alle wollen eine Wallbox, den Eindruck hat zumindest Elektrotechnikermeister Ozan Yahsi. Seit der 26-Jährige vor knapp einem Jahr begonnen hat, die kleinen Geräte an Wohnhäusern zu installieren, ist die Nachfrage gleichbleibend hoch.

Kreis Kassel/Vellmar - „Mittlerweile haben wir gut 100 Boxen installiert, bis zu sieben Stück in der Woche“, sagt der Vellmarer, der im Familienbetrieb Yurdum Bau alles rund um das Thema Elektro verantwortet. Die Installation einer Box mit Anschlüssen kostet laut Yahsi mindestens 900 Euro. „Nach oben sind keine Grenzen gesetzt.“

Die hohe Nachfrage sei wohl auch auf die Förderprogramme zurückzuführen, die der Bund für E-Mobilität aufgelegt hat. Für die Boxen stehen 900 Euro pro Partei zur Verfügung, Fördergeld, das die KfW-Bank im Auftrag des Bundesverkehrsministeriums vergibt. Laut KfW-Sprecher Wolfram Schweickhardt wurden im vergangenen Jahr im Landkreis Kassel 1039 Anträge gestellt und genehmigt – mit einem Gesamtvolumen von 1,1 Millionen Euro.

Dabei kann ein Antrag auch für mehrere Ladepunkte gelten. Zum Vergleich: In der Stadt waren es 309 genehmigte Anträge mit 400 000 Euro Volumen. Im ersten Quartal dieses Jahres gab es im Kreis 1208 Förderzusagen (1,3 Mio. Euro), in der Stadt hingegen 357 (ebenfalls 400 000 Euro).

Viele Privatleute ergreifen offenbar die Chance und lassen sich erst die Mini-Elektrotankstellen installieren, sagt Yahsi. Oft folge dann das E-Auto. Genauso ist es bei Familie Kneuer in Vellmar gelaufen: „Wir haben schon lange über einen Stromer nachgedacht“, sagt Astrid Kneuer. Als dann bekannt wurde, dass Wallboxen vom Verkehrsministerium gefördert werden, trafen sie die Entscheidung. „Wir haben zugeschlagen, bevor der Fördertopf leer ist“, sagt Kneuer. Sie ließen sich die Box von Ozan Yahsi installieren. Das passende E-Auto hat sich das Vellmarer Paar kurz darauf über ein Leasing-Programm angeschafft.

Ob die Kneuers damit in die Zukunft investiert haben, ist nicht vollkommen klar. „Wir wissen, dass Wasserstoff und Autogas auch Vorteile hätten“, sagt Yahsi. Allerdings werde durch den Staat gerade die E-Mobilität gefördert und somit auch eine Richtung vorgegeben. Dementsprechend habe das Verkehrsministerium des Bundes das Wallbox-Förderprogramm noch einmal aufgestockt, sagt Schweickhardt. Mittlerweile seien für die Mini-Elektrotankstellen bundesweit 800 Millionen Euro zur Verfügung gestellt worden. Laut dem KfW-Sprecher hat sich die „Nachfrage inzwischen länderübergreifend stabil auf einem hohen Niveau einpendelt“.

Zuschuss

Mit dem Zuschuss von 900 Euro für E-Ladestationen fördert das Bundesverkehrsministerium private Ladepunkte beispielsweise an Stellplätzen oder in Garagen. Mit inbegriffen sind der Kaufpreis und die Installation der Station (beispielsweise eine Wallbox) sowie die Kosten eines Energie-Managementsystems, heißt es auf der Internetseite der KfW-Bank. Bewerben können sich Mieter, Wohnungseigentümergemeinschaften sowie Vermieter von Wohneigentum.

Voraussetzung für die Förderung ist unter anderem, dass der genutzte Strom grün ist. Sprich, dass er über eine Fotovoltaikanlage gewonnen oder aus grünen Energiequellen eines Stromanbieters kommt. Obendrein müssen die Gesamtkosten für die Anlage mindestens 900 Euro betragen. Anträge sollen gestellt werden, bevor die Wallbox installiert ist. Die Anträge können über die Website der KfW-Bank gestellt werden: kfw.de. Laut KfW-Sprecher Wolfram Schweickhardt sind derzeit noch rund 180 Millionen Euro im Fördertopf. (Moritz Gorny)

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