Ist das nur Vorstufe zu noch größerem Sparprogramm?

VW: 100 Leiharbeiter müssen in Baunatal um Job bangen

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Das Kasseler VW-Werk in Baunatal.

Gleich zwei schlechte Nachrichten für VW-Mitarbeiter. Der Autokonzern plant angeblich bundesweit einen Abbau von 5000 Stellen. Zudem sind 100 Jobs in Baunatal gefährdet.

Rund 100 Mitarbeiter, die als Leiharbeiter im VW-Werk Kassel in Baunatal tätig sind, müssen um ihren Arbeitsplatz bangen. Das Unternehmen sei „wild“ entschlossen, die Arbeitnehmer nach dem Auslaufen ihrer befristeten Verträge zum 31. Mai abzumelden, sagt Betriebsratschef Carsten Bätzold auf Anfrage der HNA. Gerüchte um das Ende dieser Leiharbeiter-Jobs machen seit einigen Tagen die Runde im Werk, das insgesamt 17 100 Beschäftigte hat. Werksprecher Heiko Hillwig will sich jedoch nicht zu Details äußern. „Das sind für uns Spekulationen, sagt er. „Daran beteiligen wir uns zurzeit nicht.“

Betriebsratschef Carsten Bätzold spricht hingegen von einer „realen Bedrohung“ für diese 100 Leiharbeitsplätze. Es gebe zwar Gespräche mit dem Management über den Erhalt der Jobs, sagt er. „Es ist aber alles noch unsicher.“

Dieser Beitrag stammt von der Video-Plattform Glomex und wurde nicht von HNA.de erstellt.

Die Befürchtungen des Betriebsrates werden am Standort Baunatal vermutlich für Diskussionen sorgen. Jüngst hatte das Werk wegen der angeblich guten Auftragslage erst 100 Beschäftigte aus dem schwächelnden Werk in Emden übernommen. Bätzold räumt ein, dass mit der Übernahme der Kollegen aus Emden für die Leiharbeiter hier am Standort, die schon länger dabei sind, eine Übernahmeregelung getroffen wurde. Die gelte aber nicht für die 100 Frauen und Männer, deren Verträge im Mai ausliefen. Deshalb setze das Management wohl genau da an.

Passend dazu ist eine Meldung von Freitag, dass die Volkswagen-Kernmarke VW Pkw einem Zeitungsbericht zufolge ein neues milliardenschweres Sparprogramm mit dem zusätzlichen Abbau von rund 5000 Arbeitsplätzen plant. Der Vorstand um VW-Chef Herbert Dies wolle von 2023 an über zusätzliche Effizienzmaßnahmen 5,9 Milliarden Euro jährlich einsparen, berichtete das „Handelsblatt“. Betriebsrat Bätzold sieht in der Entwicklung in Baunatal eine Vorstufe zu dem großen Sparprogramm. „Das ist ein Vorläufer dazu“, sagt er. „Was sich im Großen andeutet, kann man bei uns im Kleinen schon sehen.“

Lesen Sie auch: Erfolgsprämie für VW-Mitarbeiter steigt auf 4750 Euro

Update vom 19.09.2019: VW in Baunatal hat ein Nachwuchsproblem. Im September wurde bekannt, dass die Bewerbungsfrist für den Ausbildungsstart 2020 möglicherweise bis zum Jahresende verlängert wird.

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