„Für Kassel ist das positiv“

Kaufprämie für E-Autos: VW-Betriebsrat setzt auf Schub für den Standort

Auf ihn kommt es an: Wenn die Kaufprämie die Nachfrage nach dem neuen VW-Elektroauto ID.3 fördert, dann gibt das auch einen Schub für das VW-Werk Kassel in Baunatal. In der Halle 1 des nordhessischen Standortes wird der Antrieb für den ID gebaut.
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Auf ihn kommt es an: Wenn die Kaufprämie die Nachfrage nach dem neuen VW-Elektroauto ID.3 fördert, dann gibt das auch einen Schub für das VW-Werk Kassel in Baunatal. In der Halle 1 des nordhessischen Standortes wird der Antrieb für den ID gebaut.

Das Corona-Konjunkturpaket sieht auch Förderungen für E-Autos vor - davon kann auch VW Werk Kassel in Baunatal profitieren.

Kassel –  Die Regierungskoalition will mit einem milliardenschweren Konjunkturpaket auch den Kauf von Elektroautos und Hybridfahrzeugen fördern. Auf das VW-Werk Kassel in Baunatal könnte sich der Kaufimpuls von bis zu 6000 Euro pro Auto positiv auswirken. Zumindest auf die dort angesiedelte Fertigung von Elektroantrieben und Hybridgetrieben.

Vom Tisch ist mit der Entscheidung vom Mittwoch in Berlin die Idee, auch den Kauf von Fahrzeugen mit modernen Diesel- und Benzinmotoren zu unterstützen. Das 130-Milliarden-Paket schließt nur die alternativen Technologien ein.

„Es ist richtig, die Transformation zur E-Mobilität weiter zu unterstützen“, sagt Carsten Bätzold, Betriebsratschef im Baunataler VW-Werk. „Für Kassel ist das positiv.“ Bätzold hatte sich Ende vergangener Woche noch für eine zusätzliche Förderung von Autos mit Verbrennungsmotor stark gemacht. Schließlich seien im Werk Kassel bereits die Produktionszahlen im Getriebebau rückläufig. Deshalb müsse es diesen Impuls geben. In der Region hingen 67 000 Menschen in direkter oder indirekter Form von der Wirtschaftsleistung des nordhessischen Standortes mit 17 000 Beschäftigten ab, sagte Bätzold bei einem Termin der IG Metall.

Der Betriebsratschef sieht den jetzt gefassten Kaufanreiz zwar grundsätzlich positiv. Er weist aber ebenso auf Probleme hin. Die aktuell produzierten Elektroautos seien „alle ausverkauft“. Nur wenn es gelinge, genügend Kapazitäten bei den autobauenden Werken und in der Batterieproduktion zu schaffen, dann werde sich der jetzige Kaufanreiz letztendlich positiv auf das Werk Kassel auswirken. An dem Standort selbst gebe es genügend Kapazitäten, um Antriebe und das Hybrid-Getriebe DQ 400e für den Autobau zur Verfügung zu stellen. „Wir können liefern“, so der Betriebsratsvorsitzende in Baunatal.

Die Produktion für den neuen E-Antrieb von VW – insbesondere für den ID.3 – wurde seit 2018 in der Halle 1 komplett neu aufgebaut. Bis zu 1800 Motoren der neusten Generation sollen das Baunataler Werk bei voller Auslastung täglich in Richtung ID-Fertigung in Zwickau verlassen. Außerdem baut das Werk seit Jahren in der Halle 6 das Getriebe samt E-Motor für die Hybrid-Autos von VW und Audi, nach Informationen der HNA sind das bis zu 900 Einheiten am Tag.

Das Werkmanagement in Baunatal gab auf Anfrage der HNA keine eigene Stellungnahme zu der geplanten Kaufprämie ab. Sprecher Heiko Hillwig verwies auf die Aussage der Konzernzentrale in Wolfsburg. Dort heißt es: „Das Konjunkturprogramm enthält viele wichtige Maßnahmen, um die Menschen in der Krise zu unterstützen und Stimmung und Verhalten positiv zu beeinflussen.“ Und: „Mehrwertsteuersenkung, Förderung von Investitionen und der Elektromobilität sind zudem Hebel, Konsum und Nachfrage anzuregen und damit die Wirtschaft in Gang zu bringen. Volkswagen ist bereit, dazu beizutragen.“

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