Landkreis Kassel

Neue Vertriebsstruktur: E-Autos nur noch ab Werk - Händler äußern sich

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VW-Händler im Landkreis Kassel äußern sich: E-Autos nur noch ab Werk.

VW-Händler im Landkreis Kassel äußern sich dazu, dass E-Autos nur noch ab Werk verkauft werden.

  • E-Autos von VW können nicht mehr über Händler gekauft und finanziert werden.
  • Händler aus dem Landkreis Kassel äußern sich zum Thema.
  • Nicht jeder ist zufrieden mit den neuen Entwicklungen.

Baunatal/Kassel– Wer nach April das neue Elektroauto ID.3 von VW bestellt, der wickelt das Geschäft nicht mehr in erster Linie über einen Autohändler ab, sondern kauft das Fahrzeug direkt beim Hersteller in Wolfsburg. Ein Autohaus begleitet das Geschäft maximal als Agentur. Das geht aus einer Pressemitteilung des Konzerns hervor. Wir hörten uns bei VW-Händlern in der Region um, wie sie die geschlossene Vereinbarung zwischen dem Unternehmen sowie dem Verband der Händler, dem Volkswagen- und Audi-Partnerverband, bewerten.

Und das will die neue Vertriebsstruktur: „Die Händler vermitteln als Agenten Verkäufe der ID-Familie an Privatkunden und kleine Gewerbekunden“, heißt es in der Mitteilung aus Wolfsburg. Demnach verblieben bei den Händlern die Akquisition, Beratung, Organisation von Probefahrten, Abwicklung des Geschäfts sowie die Auslieferung in Abstimmung mit Volkswagen.

E-Autos ab Werk: VW-Händler aus dem Landkreis Kassel zufrieden mit neuem Vertriebsmodell

Der bevorzugte Händler des Kunden erhalte Provision und Bonus analog zum stationären Geschäft vor Ort, „auch wenn das Fahrzeug online gekauft wird“. Gleichzeitig werde der Händler von der Finanzierung des Fahrzeugs entlastet, und der Verkaufsprozess werde durch den Entfall der Preisverhandlung vereinfacht, heißt es in der Mitteilung des Konzerns.

Das bestätigt in Teilen auch Marcel Colmenero, Geschäftsleiter des VW-Zentrums Kassel der Glinicke-Gruppe. In der Tat sei der Hersteller der Verkäufer des Fahrzeugs, sagt er. „Der Kunde kommt nach wie vor ganz normal ins Autohaus. Er kann theoretisch aber auch im Internet bestellen.“

Durchbruch für das E-Auto: VW mit dem ID.3 auf der IAA 2019

Händler aus dem Landkreis Kassel: Keine Einzelheiten zum neuen Geschäftsmodell von VW

Beim Autohaus Klein in Fuldatal ist man jedenfalls zufrieden mit dem neuen VW-Vertriebsmodell. Geschäftsführer Jens-Uwe Klein äußert sich lediglich schriftlich auf Anfrage der HNA. „Das Autohaus Hermann Klein in Fuldatal begrüßt die getroffenen Vereinbarungen zwischen Volkswagen und dem Partnerverband als eine moderne und zukunftsweisende Entscheidung, die auf den positiven Erfahrungen des Agenturgeschäftes im Großkundenbereich beruhen“, so der Autohaus-Chef. Und: Man werde die Kunden auf der Basis des nunmehr vereinbarten Agenturmodells mit der ID-Familie in vollem Umfang bedienen können. Einzelheiten zu dem neuen Geschäftsmodell nennt er nicht.

Kritik an Neuerungen bei VW: „Kleiner Händler“ aus dem Landkreis Kassel schließt Traditionswerkstatt

Nicht zufrieden mit der Gesamtentwicklung war hingegen Holger Bindschus aus Baunatal (Landkreis Kassel). Der ehemalige VW-Servicepartner war schon frühzeitig aus den Verhandlungen für die ab April geltenden Händlerverträge ausgestiegen. Ende 2019 gab der Unternehmer auch seine VW- Traditionswerkstatt an der Kirchbaunaer Straße nach fast 50 Jahren auf.

Schlossen den VW-Service in ihrem Autohaus in Baunatal nach fast 50 Jahren: Holger Bindschus und Christiane Bindschus-Hasper. Grund dafür waren nach Angaben der Firmenchefs auch die schwierigen Verhandlungen mit VW.

Die Entwicklung hin zu einem Direktvertrieb durch den VW- Konzern in Wolfsburg sei schon 2018 erkennbar gewesen, sagt Bindschus. „Das war ganz strikt vom Konzern vorgegeben.“ Er als kleiner Händler habe da nicht mithalten können, betont der Baunataler Unternehmer. Bindschus befürchtet, dass mit einem Direktvertrieb durch den Hersteller immer weniger Bindung zwischen Autohaus und Kunden entsteht. Vom Autohaus Ostmann in Wolfhagen erhielten wir auf Anfrage keine Rückmeldung.

Von Sven Kühling

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