Übernahme gesichert

VW: Gute Aussichten für Leiharbeiter

Die Leiharbeiter, deren Verträge zum 30. September auslaufen, werden vermutlich übernommen. Die Chancen dafür stehen laut dem Betriebsratsvorsitzenden Carsten Bätzold gut. Auf dem
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Die Leiharbeiter, deren Verträge zum 30. September auslaufen, werden vermutlich übernommen. Die Chancen dafür stehen laut dem Betriebsratsvorsitzenden Carsten Bätzold gut. Auf dem

Baunatal – Der Autokonzern Volkswagen verhängt einen Einstellungsstopp – laut Betriebsratschef Bernd Osterloh bis mindestens Ende des Jahres. Das gilt für alle Standorte, also auch für das Kasseler VW-Werk in Baunatal. „Was bedeutet der Einstellungsstopp für uns?“, fragt sich nun ein Leiharbeiter, der bei der Zeitarbeitsfirma Autovision, einer Tochter von VW, angestellt ist.

Sein Vertrag laufe zum 30. September aus – nun frage er sich, genau wie viele andere Kollegen, wie es weitergeht: „Haben wir eine Chance auf Weiterbeschäftigung? Werden wir eventuell gar nicht als extern angesehen, da die Autovision eine hundertprozentige Tochter des VW-Konzerns ist?“ Nach fast drei Jahren habe die Nachricht vom Einstellungsstopp „Angst und große Verunsicherung“ ausgelöst.

Laut Carsten Bätzold, Betriebsratschef im Baunataler VW-Werk, laufen bei 240 Leiharbeitern die Verträge zum 30. September aus. „Wir gehen davon aus, dass wir eine befristete Übernahme hinbekommen“, sagt er. Der Personalbedarf bis 2021 sei gegeben und man tue als Betriebsrat alles für die Übernahme – „die Chancen sind wirklich gut“, so Bätzold.

Von dem allgemeinen Einstellungsstopp sind „bereits im Einstellungsprozess befindliche Mitarbeiter nicht betroffen“, wie VW-Sprecher Heiko Hillwig berichtet. „Volkswagen steht zu seiner Zusage zur Beschäftigungssicherung bis 2029 – trotz der massiven Auswirkungen durch die Corona-Pandemie“, sagt er. Dass kein zusätzliches Personal eingestellt wird, diene der Sicherung der Liquidität. Einstellungen von extern sollen „auf ein absolutes Minimum reduziert“ werden.

Ende Januar waren 97 Leiharbeiterstellen im VW-Werk weggefallen, allerdings wurden im vergangenen Jahr auch 500 Leiharbeiter in ein festes Arbeitsverhältnis übernommen. Dass im Getriebebau mittelfristig immer weniger Menschen gebraucht werden, machte Bätzold kürzlich an Zahlen deutlich. Seit 2014 sei die Zahl der jährlich gefertigten Einheiten rückläufig. Der Umstieg auf reine E-Autos werde weniger Arbeit zur Folge haben. Müssten für einen herkömmlichen Antriebsstrang 1400 Einzelteile verbaut werden, seien es für ein reines Elektroauto letztendlich nur noch 200.

Neben den Leiharbeitern sind auch die Auszubildenden laut Bätzold und Hillwig nicht vom VW-Einstellungsstopp betroffen. „Es werden 180 Auszubildende und Studierende zum 1. September eingestellt“, sagt Hillwig.

Anfang 2019 hatte das VW-Werk in Baunatal rund 100 Mitarbeiter aus Emden aufgenommen (wir berichteten). Der Standort Emden hat im Juni angekündigt, dass 140 Arbeiter von Porsche in Stuttgart und vom nordhessischen VW-Werk zurückgeholt werden. Dass die Emder Kollegen zurückkehren können, stimmt, wie Bätzold berichtet, habe aber mit dem Einstellungsstopp nichts zu tun. Allen Mitarbeitern sei angeboten worden, nach Emden zurückzukehren, so Unternehmenssprecher Hillwig: „Die freiwillige Rückführung findet stufenweise bis Ende Juli statt.“ Ein Großteil der Kollegen sei bereits wieder in Emden. Die Personalwechsel zwischen den Volkswagen-Standorten beschreibt Hillwig als „ein übliches und bewährtes Mittel, um flexibel auf Kapazitätsschwankungen reagieren zu können“. Von Lara Thiele

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