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Wasser läuft 80 Stunden lang aus Hochbehälter in Nieste

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Von: Moritz Gorny

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Laut einem Leser lief Wasser rund 80 Stunden vom Hochbehälter Nieste in einen Graben.
Laut einem Leser lief Wasser rund 80 Stunden vom Hochbehälter Nieste in einen Graben. © privat

Das Wasser ist knapp, Bürger sind zum Sparen angehalten. Den Rasen zu bewässern oder den Pool zu befüllen ist derzeit nicht angebracht, heißt es. Gleichzeitig hat ein HNA-Leser aus Nieste in den vergangenen Tagen beobachtet, wie rund 80 Stunden lang Wasser aus dem Hochbehälter gelaufen ist.

Nieste – Wir haben bei der Gemeinde Nieste sowie beim Wasserverband Peine nachgefragt, der für die Wasserversorgung zuständig ist. Wieso läuft so lange Wasser in einen Kanal? Und könnte man das kostbare Gut nicht auch auffangen?

Der Leser zeigt zunächst Verständnis: „Dass der Behälter aus hygienischen Gründen gespült werden muss, ist mir bewusst.“ Allerdings könne das Wasser doch zum Bewässern der umliegenden Pflanzen genutzt werden, statt es in die Kanalisation laufen zu lassen.

Auch Klaus Missing ist der Vorfall bekannt. Mehrere Niester hätten den Bürgermeister auf das lang laufende Wasser angesprochen, sagt er auf Anfrage am Telefon. Klar sei: Die Behälter müssten in regelmäßigen Abständen gespült werden. Missing fragt sich aber ebenfalls, ob das Wasser einfach so in der Kanalisation verschwinden muss. „Kann man das Wasser nicht noch nutzen?“

Laut Sandra Ramdohr handelte es sich bei den jüngsten Arbeiten, die der Leser beobachtet hatte, um das Spülen der Aufbereitungstechnik am Hochbehälter. Wie die Sprecherin des Wasserverbands Peine erklärt, wird mit dem System aus gefördertem Brunnenwasser Trinkwasser hergestellt. Es habe beim Spülen keine besonderen Vorkommnisse gegeben. Allerdings müsse das Filtermaterial ein- und durchgespült werden. „Dafür sind entsprechende Spülmengen notwendig, die kontrolliert über einen längeren Zeitraum laufen müssen“, sagt Ramdohr.

Auch die Hochbehälter mit jeweils zwei Kammern müssten regelmäßig gespült werden. Der Hochbehälter Nieste befindet sich oberhalb der Straße Wartenhof und fasst 600 Kubikmeter. Der Behälter Sensenstein fasst 100 Kubikmeter Trinkwasser. Sie wurden laut Ramdohr im Juni und Juli gereinigt.

Das Spülwasser aufzufangen sei zu aufwendig und „nicht zielführend“, so Ramdohr. Beim Wasserverband bedauere man zwar, das Wasser angesichts der Dürreperiode nicht anders einsetzen zu können. Man müsse aber beim Ableiten im Sommer sicherheitsorientiert vorgehen.

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