Bürger haben sich beteiligt

Wieder mehr Leben im Fachwerk – Landkreis stellt Entwicklungskonzept vor

Unser Bild zeigt Fachwerkhäuser in Nieste.
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Auch die Erhaltung von Fachwerkhäusern ist Bürgern ein Anliegen, das zeigte sich bei der Befragung zum Kreisentwicklungskonzept des Landkreises. Unser Bild zeigt Fachwerkhäuser in Nieste.

Wo soll der Landkreis in zehn Jahren stehen? Antworten auf diese Frage soll ein Konzept liefern, an dem der Landkreis zusammen mit Experten, Partnern und lokalen Akteuren ein Jahr lang gefeilt hat.

Kreis Kassel – Erstmals sind auch Bürger daran beteiligt worden. Entstanden ist nun ein 140 Seiten starkes Kreisentwicklungskonzept für die nächsten zehn Jahre, das garantieren soll, dass der Landkreis wirtschaftsstark, nachhaltig, vernetzt und lebenswert bleibt.

In der Steuerungsgruppe haben neben dem Landkreis auch der Zweckverband Raum Kassel, der NVV, die Wirtschaftsförderung Region Kassel und der Verein Region Kassel-Land an dem Konzept gearbeitet. Was bisher in einzelnen Konzepten entwickelt wurde, fließt nun in ein großes: Es beinhaltet die Themen Wirtschaft und Arbeitsmarkt, Umwelt, Daseinsfürsorge, Erreichbarkeit, Verkehr und Mobilität sowie Tourismus und Freizeit und Kultur.

Landrat Andreas Siebert (SPD) sieht das Konzept als Versuch, zusammen mit Politik, Bürgern und den Partnern die Frage zu stellen „Wo wollen wir hin?“ „Die Frage ist einfach, aber im Detail kompliziert.“ Denn der Flächenlandkreis sei in vielen Bereichen unterschiedlich aufgestellt. Und: „In Gieselwerder gibt es andere Erwartungen als in Großenritte.“

Das haben auch die Rückmeldungen aus der Bevölkerung gezeigt, die Peter Nissen vom Servicezentrum Regionalentwicklung des Landkreises als „hoch spannend“ beschreibt. Über eine eingerichtete Webseite und Fragebögen haben sich rund 2000 Bürger teilweise mehrfach zu Wort gemeldet und dem Landkreis nicht nur zurückgemeldet, wie zufrieden sie sind, sondern auch, wo der Schuh drückt. Einen Beschwerderegen hat es laut Siebert nicht gegeben, ihm hat das Interesse imponiert. „Es waren auch gute Ideen dabei.“

Neben einer guten ÖPNV-Verbindung und dem Breitbandausbau waren vor allem leer stehende Häuser in Ortskernen Topthemen. „Wir hätten gern in Stadthallen mit den Bürgern darüber diskutiert“, sagt Nissen, wegen der Corona-Pandemie blieb es bei der Befragung. Neben den Kreisbürgermeistern waren auch Vereine und die Kirche beteiligt. Ein Planungsbüro aus Hannover hat es zusammengestellt.

An dem Budget über 130 000 Euro beteiligt sich das Land mit einem Anteil von 65 Prozent. Am 2. November wird das Konzept im Kreistag beraten und abgestimmt.  

Vier Ziele für den Landkreis 

Was der Landkreis vor hat, hat er im Kreisentwicklungskonzept unter vier Zielen zusammengefasst. Ein Überblick:

  • Wirtschaftsstark: Neben dem Aufbau der Marke „Region Kassel“ ist unter diesem Punkt auch die Rede davon, Start Ups anzusiedeln und Co-Working-Spaces zu schaffen. „Der ländliche Raum hat durch die Veränderung in der Arbeitswelt eine große Chance, wenn wir unsere Hausaufgaben machen“, sagt Landrat Andreas Siebert. Auch Arbeitsplätze im ländlichen Raum und die Entwicklung von interkommunalen Gewerbeflächen fallen unter diesen Punkt.
  • Nachhaltig: Der Landkreis will stärker an Besitzer von alten Fachwerkhäusern in Ortskernen herantreten, um beispielsweise zu verhindern, dass sie leer stehen und verkümmern. Es soll einen Mobilitätspreis geben und der Landschaftspflegeverband etabliert werden.
  • Lebenswert: Um die Freizeit- und Tourismusangebote für Bürger und Gäste zu vernetzten, soll es einen Runden Tisch mit Kulturschaffenden geben, der ein Kulturentwicklungskonzept aufstellt. Dabei sollen auch die Kulturparks eingebunden werden. Auch der Ausbau der Bürgerbusse fällt unter den Punkt.
  • Vernetzt: Neben dem Internetausbau im ländlichen Raum geht es darum, die ÖPNV- Angebote zu prüfen und weiterzuentwickeln. Der Bau von Radwegen soll an den von Bundes-, Landes- und Kreisstraßen gekoppelt werden.

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