Trotz höherer Preise wuchs Markt um zehn Prozent

Wohnungsmarkt im Landkreis Kassel wächst

Der Immobilienmarkt im Landkreis Kassel
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Der Immobilienmarkt im Landkreis Kassel

Selbst in Coronazeiten ist die Nachfrage nach Immobilien ungebrochen hoch. Mehr als 1000 Wohnobjekte wechselten 2020 im Landkreis Kassel den Besitzer. Dabei wurden rund 250 Millionen Euro umgesetzt – fast zehn Prozent mehr als noch im Vorjahr.

Diese Ergebnisse teilt aktuell der Gutachterausschuss für Immobilienwerte mit, der im Hessischen Amt für Bodenmanagement (AfB) mit Sitz in Korbach angesiedelt ist.

Die anhaltend hohe Nachfrage nach Wohnraum geht aus der Anzahl abgeschlossener Kaufverträge hervor. „So wurden im vergangenen Jahr 2730 Verträge geschlossen“, sagt der Vorsitzende des Gutachterausschusses, Frank Mause. Das sind 207 Verträge mehr als noch im Vorjahr. Anders gesagt: Die Nachfrage steigt weiter. Vor allem Baunatal, Vellmar und Fuldatal haben besonders profitiert.

„Da wundert es nicht, dass auch die Preise nach oben geklettert sind“, sagt Mause. Tatsächlich gebe es erneut einen Höchststand des durchschnittlichen Verkaufspreises für Ein- und Zweifamilienhäuser. So sei der Verkaufspreis in diesem Segment im Vergleich zum Vorjahr um mehr als sieben Prozent von rund 231 500 Euro auf 248 500 Euro gestiegen. Reihenhäuser und Doppelhaushälften hingegen hätten sich durchschnittlich nur von 202 500 Euro auf 204 500 Euro verteuert.

Natürlich sind im Landkreis Eigenheime nicht überall gleich teuer – nach wie vor gibt es ein deutliches Preisgefälle mit Blick auf Immobilien im sogenannten Speckgürtel rund um Kassel und in eher ländlicheren Bereichen.

So betrug das mittlere Preisniveau einer Standard-Immobilie (Baujahr: 1995, Wohnfläche: 120 Quadratmeter, mittlerer Ausstattungsstandard, Grundstücksgröße: 700 Quadratmeter) in Vellmar zum Jahresbeginn 2021 rund 325 000 Euro (2019 noch 310 000 Euro). „Eine ähnliche Immobilie in Bad Karlshafen hätte zum gleichen Stichtag einen Wert von nur rund 185 000 Euro gehabt“, sagt AfB-Mitarbeiterin Karina Fennel (2019 noch 160 000 Euro).

Alles beim Kauf von Wohnhaus-Neubauten sowie von Bestandsbauten sei teurer geworden – „die Baukosten beziehungsweise Bestandsimmobilien ebenso wie die Grundstückspreise“, sagt Fennel. Zwar liegen die Spitzen-Bodenrichtwerte für Wohngebiete im Vergleich zu 2019 nach wie vor zwischen 40 Euro pro Quadratmeter im Umland bis hin zu 240 Euro pro Quadratmeter im Speckgürtel. „Doch liegt das daran, dass die Bodenrichtwerte nur alle zwei Jahre neu ermittelt werden“, sagt Fennel. Neue Zahlen gebe es erst wieder Ende 2021, zwischenzeitlich könnten die Grundstückspreise aber dennoch gestiegen sein.

Bemerkenswert dabei: Trotz der hohen Preise vor allem rund um Kassel nahm die Anzahl getätigter Grundstückskäufe in Spitzenlagen von drei auf 13 Prozent zu. Der durchschnittliche Preis im hochpreisigen Niveau kletterte damit auf 180 Euro pro Quadratmeter. Das heißt: Hohe Preise schrecken längst nicht mehr vor einer Kaufentscheidung ab. Dennoch werden die meisten Grundstückskäufe immer noch in Bereichen mit niedrigeren Bodenrichtwerten getätigt. „Im Preisniveau von 35 Euro pro Quadratmeter werden nach wie vor 21 Prozent der Käufe abgewickelt“, sagt Mause.

Ein Allzeithoch zeigt die Preisentwicklung auch beim Wohnungseigentum. Lag der Durchschnittsquadratmeterpreis einer Neubauwohnung 2019 noch bei 2765 Euro, stieg der Wert 2020 erstmals auf einen Spitzenwert von 3015 Euro an. Auch beim Wiederverkauf von Wohnungseigentum nahm der Quadratmeterpreis deutlich zu. Er bewegt sich bei 1730 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche – eine Steigerung von 21 Prozent gegenüber den beiden Vorjahren.

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