Bereits der vier tote Wolf 2020

Wolf überfahren: Es könnte eine ganz bestimmte Wölfin sein

Wolf ist wieder sesshaft in Hessen - doch jetzt wurde eine Wölfin bei Kaufungen überfahren. Die tote Wölfin in der Kühlung in Hessisch Lichtenau. Sie ist nicht der erste tote Wolf in Hessen.
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Wolf ist wieder sesshaft in Hessen - doch jetzt wurde eine Wölfin bei Kaufungen überfahren. Die tote Wölfin in der Kühlung in Hessisch Lichtenau. Sie ist nicht der erste tote Wolf in Hessen.

Der Wolf ist wieder in Hessen sesshaft. Bei Kaufungen im Kreis Kassel ist jetzt eine Wölfin überfahren worden, die eine besondere Bedeutung hat.

  • Der Wolf ist wieder sesshaft in Hessen
  • Eine Wölfin wurde am Dienstag, 02.06.2020, zwischen Helsa und Oberkaufungen im Kreis Kassel überfahren
  • Der Kadaver soll in Berlin untersucht und zugeordnet werden

Update vom Mittwoch, 03.06.2020, um 18.43 Uhr: Eine Wölfin ist am Dienstag auf der Straße zwischen Helsa und Oberkaufungen (Kreis Kassel) überfahren worden. Das Tier starb bei dem Zusammenstoß mit einem Auto an der alten B 7. Das bestätigen Polizei und das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG), bei dem das Hessische Wolfsmonitoring angesiedelt ist. 

Laut Polizei war ein 65-Jähriger von Kaufungen nach Helsa unterwegs, als der Wolf plötzlich die Fahrbahn überqueren wollte. Der Autofahrer konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen und stieß mit dem Wolf zusammen. Dass das Tier auch wirklich ein Wolf ist, ist wahrscheinlich: 

„Unsere Expertin hat anhand der Fotos bestätigt, dass es sich um einen Wolf handelt, genauer gesagt: ein weibliches Tier“, sagt HLNUG-Sprecherin Franziska Vogt. Der Kadaver befinde sich beim zuständigen Forstamt Hessisch Lichtenau in der Kühlung.

Er werde von dort zwecks pathologischer Untersuchungen ins Leibnitz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung nach Berlin gebracht. Außerdem wird zur Genanalyse eine Probe genommen, erklärt Vogt. Bei einem Abgleich mit einer Datenbank soll festgestellt werden, um welches Tier es sich handelt. Das Ergebnis der Genanalyse sei in frühestens zwei Wochen zu erwarten. 

Wolf in Hessen: Ob es die Stölzinger Wölfin ist, bleibt vorerst ungewiss

Es ist möglich, dass hier die „Stölzinger“ Wölfin 1409f gestorben ist, die seit Mitte April als in Nordhessen sesshaft gilt, sagt Vogt. „Es kann aber auch ein anderes Tier sein – Gewissheit kann hier nur die Genanalyse bringen. Deshalb erübrigen sich dahingehende Spekulationen momentan.“ Der Stölzinger Wölfin konnten zuletzt am 4. April eindeutig Spuren in Alheim zugeordnet werden.

Danach gab es mehrere Übergriffe auf Nutztiere in der Nähe von Hessisch Lichtenau, wo ein Wolf als Verursacher feststeht – aber noch nicht, ob die Fälle konkret einem Tier zugeordnet werden können. Es ist also auch möglich, dass in dem Gebiet, das rund 15 Kilometer vom bislang nachgewiesenen Aktionsradius der Stölzinger Wölfin entfernt liegt, ein anderer Wolf aktiv war. Darüber hinaus gibt es weitere Fälle, wo das Ergebnis der Gen-Tests noch aussteht. 

Der Unfallort ist etwa 15 Kilometer von Hess. Lichtenau und über 30 Kilometer von Alheim entfernt. 

Wolf in Hessen: 2020 bereits vier Wölfe gestorben

Bei dem Tier handelt es sich um den vierten Wolf, der seit Beginn des Jahres in oder unweit von Hessen starb. Am 5. Februar war in der Nähe der Gleise des Wiesbadener Ostbahnhofs eine tote Wölfin gefunden wurden. 

Am 16. Januar wurde auf der rheinland-pfälzischen Rheinseite bei Mainz ein junger Wolf auf Wanderschaft überfahren. Am 28. Januar kam ein junger Rüde in Frankfurt bei einem Autounfall ums Leben. Diese drei Tiere befanden sich auf Wanderschaft und hatten ihren Ursprung in Sachsen-Anhalt, Niedersachsen und den Alpen. 

Wolf in Hessen: Wölfe bewegen sich entlang von Leitlinien

In Hessen waren seit 2011 acht Wölfe an hessischen Straßen in Unfälle verwickelt, sieben wurden dabei getötet. Das heißt aber nicht, dass Wölfe gezielt Ballungsräume aufsuchen, so Vogt. „Telemetriestudien an Wölfen mit Senderhalsband ergaben, dass die Tiere sich oft entlang von Leitlinien in der Landschaft bewegen. 

Das können größere Flüsse, aber auch eingezäunte Autobahnen oder Bahnstrecken sein.“ Wölfe orientierten sich ausschließlich an den Gegebenheiten ihres unmittelbaren Umfelds. So könne es passieren, dass ein Wolf sich in eine landschaftliche Sackgasse verirrt – dann hänge es von der Risikobereitschaft des Tiers ab, ob es umkehrt oder versucht, das Hindernis zu überwinden. Dieser Versuch kostet dem Tier dann mitunter das Leben.

Wolf in Hessen: Landesamt bestätigt Spezies 

Originalmeldung vom Mittwoch, 03.06.2020, um 15.45 Uhr:  Kaufungen/ Helsa (Hessen) – Eine Wölfin ist am Dienstag auf der Straße (alte B 7) zwischen Helsa und Oberkaufungen im Kreis Kassel (Hessen) überfahren worden. Das Tier starb bei dem Zusammenstoß mit einem Auto. 

Das bestätigt sowohl die Polizei auch als das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) bei der das Hessische Wolfsmonitoring angesiedelt ist.

Laut Polizei war ein 65-Jähriger von Kaufungen in Richtung Helsa unterwegs als der Wolf plötzlich die Fahrbahn überqueren wollte. Der Autofahrer konnte nicht mehr rechtzeitig bremsen und stieß mit dem Tier zusammen.

Wolf in Hessen: Kadaver soll in Berlin untersucht werden

Dass das Tier auch wirklich ein Wolf ist, ist wahrscheinlich: „Unsere Expertin hat anhand der Fotos bestätigt, dass es sich um einen Wolf handelt, genauer gesagt: ein weibliches Tier“, sagt HLNUG-Pressesprecherin Franziska Vogt. 

Der Kadaver befinde sich momentan beim zuständigen Forstamt Hessisch Lichtenau (Hessen) in der Kühlung. Er werde von dort zwecks weitergehender pathologischer Untersuchungen ins Leibnitz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung nach Berlin gebracht. Außerdem wird zur Genanalyse eine Probe genommen, erklärt Vogt. 

Bei einem Abgleich mit einer Datenbank soll festgestellt werden, um welches Tier es sich handelt. Das Ergebnis der Genanalyse sei in frühestens zwei Wochen zu erwarten.

Wolf in Hessen: Ist es die "Stölziger" Wölfin?

Es ist möglich, dass es sich bei dem getöteten Wolf um die „Stölzinger“ Wölfin 1409f handelt, die seit Mitte April als sesshaft im nördlichen Teil von Hessen gilt, sagt Vogt. 

„Es kann aber auch ein anderes Tier sein – Gewissheit kann hier nur die Genanalyse bringen. Deshalb erübrigen sich dahingehende Spekulationen zum jetzigen Zeitpunkt", so Vogt. Zuletzt waren laut Wolfsmonitoring Spuren von einem Wolf am 25. April nahe Hessisch-Lichtenau (Werra-Meißner-Kreis inHessen) nachgewiesen worden. Der Unfallort liegt etwa 15 Kilometer entfernt.

Wolf in Hessen: 2020 bereits vier tote Tiere

Bei diesem Tier handelt es sich um den vierten Wolf, der seit Beginn des Jahres der in oder unweit von Hessen sein Leben lassen musste. Am 5. Februar war in der Nähe der Gleise des Wiesbadener Ostbahnhofs eine tote Wölfin gefunden wurden. 

Am 16. Januar wurde auf der rheinland-pfälzischen Rheinseite bei Mainz ein junger Wolf auf Wanderschaft überfahren. Am 28. Januar kam ein junger Wolfsrüde in Frankfurt-Sachsenhausen ebenfalls bei einem Autounfall ums Leben. Diese drei Tiere befanden sich auf Wanderschaft und hatten ihren Ursprung in Sachsen-Anhalt, Niedersachsen und den Alpen. 

In Hessen waren seit 2011 acht Wölfe an hessischen Straßen in Unfälle verwickelt, sieben wurden dabei getötet.

Wolf in Hessen: Tiere bewegen sich entlang von Leitlinen

Das hat allerdings nichts damit zu tun, dass Wölfe gezielt Ballungsräume oder Ortschaften aufsuchen, so Vogt. „Telemetriestudien an Wölfen mit Senderhalsband ergaben, dass die Tiere sich oft entlang von Leitlinien in der Landschaft bewegen. Das können größere Flüsse aber auch eingezäunte Autobahnen oder Bahnstrecken sein.“ 

Wölfe orientierten sich bei ihren teils sehr weiten Wanderungen ausschließlich an den Gegebenheiten in ihrem unmittelbaren Umfeld. 

So könne es passieren, dass ein Wolf sich in eine landschaftliche Sackgasse verirrt – dann hänge es von der Risikobereitschaft des jeweiligen Tiers ab, ob es umkehrt oder versucht, das Hindernis zu überwinden. Diesen Versuch kostet dem Wolf dann mitunter das Leben.

Die Stölzinger Wölfin ist mittlerweile auf dem gesamten nordhessischen Gebirgszug unterwegs*. Das ergeben die Analysen. Ob ein Wolf für den Verlust einer Schäferin aus Hessisch Lichtenau (Hessen) verantwortlich ist, bleibt unklar.

Der Wolf ist in Nordhessen unterwegs: Fußgänger haben im Werra-Meißner-Kreis an einem Wald einen gruseligen Fund gemacht. War es ein Wolfsriss?

Drei Kälber sind in Bad Camberg und Villmar gerissen worden. Die Tierhalter vermuten, dass es ein Wolf war*. Nun werden die Bissspuren analysiert.

*hna.de und fnp.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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