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Zahl der Hunde steigt wegen Corona

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Von: Theresa Novak

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Ein Hund und sein Herrchen im Winter
Viele Menschen haben sich während der Corona-Pandemie einen Hund zugelegt. Die Zahlen der einzelnen Gemeinden bestätigen das. © Jonathan Brady/dpa

Durch die Corona-Pandemie ist die Nachfrage nach Haustieren laut Deutschem Tierschutzbund stark gestiegen. Auch Hunde sind gefragter als je zuvor.

Kreis Kassel – Der Verband für das Deutsche Hundewesen schätzt, dass es seit Pandemie-Beginn rund 15 bis 20 Prozent mehr Hunde gibt als vorher. Das spiegelt sich auch in Zahlen der Kommunen im Landkreis Kassel wider. In Söhrewald waren 2019 noch 378 Hunde angemeldet, zwei Jahre später waren es fast 70 Hunde mehr. „Im Moment gibt es verhältnismäßig viele Hundeanmeldungen, es vergeht fast kein Tag ohne“, sagt Verwaltungsmitarbeiterin Sabine Albrand. Ihr Eindruck sei aber nicht ausschließlich an den Zahlen ablesbar, denn es gebe auch Abmeldungen. „Also sind wahrscheinlich insgesamt noch mehr Hunde dazugekommen, als die knapp 70“, sagt Albrand.

Auch in der Stadt Baunatal sind die Hunde in den vergangenen zwei Jahren mehr geworden, die Zahl stieg um über 100 an: 2019 waren es laut Stadtsprecherin Susanne Bräutigam 1553 Hunde, im Jahr 2021 waren es 1658.

Auch in Fuldabrück gibt es laut Frank Beisheim „gefühlt immer mehr Hunde“. Die Zahlen zeigten das jedoch nicht unbedingt. Nur sieben Tiere mehr sind heute im Gegensatz zu 2019 angemeldet. „Ich denke aber, dass die Zahl eigentlich viel mehr gestiegen ist. Doch dadurch, dass es auch Abmeldungen wegen Wegzugs oder Tod der Tiere gibt, sind die Zahlen nicht wirklich aussagekräftig.“

Mehr Probleme mit Hunden oder deren Besitzern als früher treten in Fuldabrück aber nicht auf. „Es gibt mal Streitfälle, das ist aber schon immer so“, sagt Ordnungsamtsmitarbeiterin Katja Prokopp auf Anfrage. Die Verfahren seien meist aufwendig und kosteten Zeit. Prokopp verweist in dem Zusammenhang auf die Hessische Hundeordnung. „Wenn diese jeder kennen würde, gebe es vielleicht weniger Probleme.“

Gängige Themen seien unter anderem die Missachtung der Anleinpflicht und Verletzungen, die ein Hund einem anderen zufügt. Dass Menschen angesprungen oder gar gebissen werden, komme aber sehr selten vor.

Wenn sich ein Hundehalter falsch verhalte, werde zuerst eine Verwarnung ausgesprochen, dann ein Bußgeld. Dies kann laut Prokopp zwischen 50 und 5000 Euro hoch sein.

Michael Steisel, Bürgermeister der Gemeinde Söhrewald, hat ebenfalls immer mal mit uneinsichtigen Hundebesitzern zu tun. „Das größte Problem sind eigentlich die Tretminen, die die Hunde verursachen und die dann von den Besitzern nicht beseitigt werden. Manche sind der Meinung, sie müssten das nicht, weil sie Hundesteuer zahlen.“ Das sei aber nicht der Sinn einer Steuer, denn diese sei nicht zweckgebunden, sondern solle dazu beitragen, die Zahl der Hunde in den Kommunen zu reduzieren. „Es ist schon blöd, wenn der Bauhofmitarbeiter den Rasen mäht und ihm der Mist um die Ohren fliegt“, sagt Steisel.

Auch in der Gemeinde Helsa sind mehr Hunde angemeldet, als vor der Pandemie: 2019 waren es 514, aktuell sind es 530. Ebenso in Ahnatal: 2019 waren 677 Hunde bei der Gemeinde angemeldet, Ende 2021 waren es 695. Auch in Vellmar ist die Zahl der Hunde gestiegen: 1. Januar 2019: 1039, 31. Januar 2022: 1066.

Der Trend setzt sich in den Altkreisen Hofgeismar und Wolfhagen offenbar fort: Die Gemeinde Habichtswald verzeichnete im Dezember 2019 482 angemeldete Hunde, Ende 2021 waren es 518.

Die Gemeinde Calden meldet auf Anfrage 630 Hunde im Jahr 2019 und 670 Hunde aktuell. (Theresa Novak)

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