Rund einen Monat nach Start

Zentren im Landkreis Kassel sind ausgelastet: Schüler treiben Testzahlen hoch

Symbolischer Test: Biologe Jann Buttlar nimmt bei Mitarbeiterin Maike Hügelow im Corona-Testzentrum Neue Apotheke zum Rathaus Lohfelden einen Abstrich aus der Nase.
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Symbolischer Test: Biologe Jann Buttlar nimmt bei Mitarbeiterin Maike Hügelow im Corona-Testzentrum Neue Apotheke zum Rathaus Lohfelden einen Abstrich aus der Nase.

Seit gut einem Monat gibt es Schnelltestzentren im Landkreis Kassel. Doch wie wird das kostenlose Angebot angenommen? Und wie wirkt sich die neue Pflicht aus, dass Schüler einen höchstens 72 Stunden alten, negativen Schnelltest vorweisen müssen?

Kreis Kassel – Wir haben beispielhaft in drei Zentren nachgefragt.

Lohfeldener Apotheke

„Haben Sie sich gerade schon die Nase geschnäuzt?“, fragt Biologe Jann Buttlar eine Kundin. Sie sitzt vor ihm, ist bereit für einen Corona-Schnelltest. Als sie verneint, bittet er die Dame, das eben zu tun. „Durch das Schnäuzen gelangt ein Sekret nach vorn, über das wir das Virus nachweisen können“, erklärt Bernd Grünewald. Er ist der Chef der Neuen Apotheke zum Rathaus in Lohfelden – und des Corona-Schnelltestcenters, in dem sich die Szene abspielt. Fünf Minuten dauere die ganze Testprozedur etwa, sagt Grünewald – von der Anmeldung, bis der Kunde wieder seiner Wege ziehen kann. Das Ergebnis kommt später per E-Mail.

„Wir machen bis zu 160 Tests am Tag, seit Kurzem auch mehr bei Schülern“, sagt der Apotheker. In den vergangenen Wochen seien besonders viele Kunden kurz vorm Wochenende gekommen, wenn Besuche oder Treffen anstehen. Um dem gerecht zu werden, hat Grünewald die Öffnungszeiten so ausgeweitet, dass das Testzentrum pro Woche 15 Stunden länger geöffnet ist.

Außerdem plant er, ab Montag ein weiteres im Dorfgemeinschaftshaus in Söhrewald-Wellerode zu eröffnen. Dort sollen dienstags, freitags und samstags Tests angeboten werden.

ASB-Testzentren

Nur wenige Meter von Grünewalds Lohfeldener Apotheke entfernt befindet sich eines von zwei Testzentren des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) im Landkreis Kassel. Laut Regionalgeschäftsführer Michael Görner werden hier täglich 180 bis 280 Tests gemacht. „Am vergangenen Sonntag waren es 366.“

Für den Anstieg sorgten Schüler. 98 seien am Sonntag im Lohfeldener Zentrum getestet worden. Im zweiten ASB-Testzentrum in Immenhausen, wo normalerweise bis zu 220 Tests am Tag gemacht werden, sei das Testaufkommen am Sonntag ebenfalls drastisch in die Höhe gegangen: auf 390 Abstriche, davon 100 bei Schülern.

„Da kommen wir insgesamt an unsere Kapazitätsgrenzen“, sagt Görner. Er geht allerdings davon aus, dass sich das Ganze in den kommenden Tagen beruhigt. „Eltern merken, dass sich ihr Kind auch verlässlich in der Schule testen kann.“

Die Frage, ob der ASB weitere solcher Test-Anlaufstellen im Kreis plant, verneint Görner. „Das ist sehr personalintensiv.“ Etwa mit zehn Mitarbeitern müsse man in einem Zentrum pro Tag rechnen: für die Verwaltung, um die Kunden zu empfangen und aufzuklären und für die Tests selbst. Um den Aufwand aufzufangen, seien bereits Menschen eingestellt worden, die auf Honorarbasis bezahlt werden.

DRK-Testzentren

Viel los ist auch in den sechs Testzentren des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). 300 Menschen ließen sich in der Spitze hier pro Tag einen Abstrich nehmen, sagt Holger Gerhold-Toepsch, Geschäftsführer des DRK-Kreisverbands Kassel-Wolfhagen. Für den zahlenmäßigen Anstieg sorgten in den vergangenen Tagen die Schüler. „Tests bei den jungen Menschen machen bis zu 30 Prozent aus“, resümiert Gerhold-Toepsch.

Wegen der Nachfrage solle ein weiteres DRK-Testzentrum entstehen. Mehr Personal ließe sich zwar immer einstellen, um dem Ansturm gerecht zu werden. „Was uns aber begrenzt, ist der Platz“, sagt Gerhold-Toepsch. Das spürten die Mitarbeiter vor allem zum Wochenende hin, wenn der Andrang am größten ist.

Wann und wo das neue Zentrum öffnen soll, sei jedoch noch nicht spruchreif.

Von Moritz Gorny

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