Andrang beim ID.3

VW in Baunatal: 100 Stellen fallen weg - Leiharbeiter-Verträge werden nicht verlängert

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Während der Betriebsversammlung wurde im VW-Werk Kassel in Baunatal den Mitarbeitern auch der neue ID.3 präsentiert - im Werk werden zahlreiche Teile für das E-Auto produziert.

Rund 100 Leiharbeiter-Stellen im VW-Werk Kassel in Baunatal fallen Ende Januar weg. Das wurde während der Betriebsversammlung verkündet.

Update, 02.12.2019, 18.40 Uhr: 100 Leiharbeiter-Verträge werden nicht verlängert - das verkündeten Betriebsrat und Werkmanagement gestern während einer Betriebsversammlung vor rund 4800 Beschäftigten in der Halle 2 des nordhessischen Standortes. Betriebsratschef Carsten Bätzold sprach von „konjunkturell leichten Wolken“. 97 Beschäftigte der Zeitarbeitsfirma Autovision bekämen deshalb keine Verlängerung. „Die Arbeitsverhältnisse enden.“ 

Hoffnung machte Bätzold den Frauen und Männern, die alle noch nicht einmal ein Jahr in Baunatal beschäftigt waren, dennoch. Bei der Autovision gebe es ein sehr starkes Bemühen, „dasss niemand in ein Loch fällt und ein Anschlussarbeitsplatz gefunden wird“. Die Arbeit am VW-Standort selbst sei für eine Weiterbeschäftigung derzeit nicht da. 

Werkleiter Olaf Korzinovski hob allerdings hervor, dass der Standort durch Stärkung von Produktbereichen auch Schwankungen auffangen könne. Er nannte dabei die Motoren-Produktion für das neue Elektrofahrzeug ID.3, die Fertigung „des einzigen Hybridgetriebes von Volkswagen überhaupt, das sogenannte DQ 400e, sowie eine Aufstockung in der klassischen Getriebeproduktion. 

VW: 1,5 Milliarden sollen in den kommenden Jahren am Standort Baunatal investiert werden

Geplant sei außerdem die Erweiterung der Fertigung von Karosserieteilen als Ersatzteile für älterer VW-Modelle. Rund 100 Mitarbeiter sollen laut Werkleiter in der neuen „Original-Teile-Fabrik“ eingesetzt werden. Die Beschäftigten kommen aus dem eigenen Mitarbeiterstamm. Insgesamt stehen in den nächsten fünf Jahren 1,5 Milliarden Euro für Investitionen bereit. 

VW Betriebsversammlung in Baunatal: Erstmalig wurde der Belegschaft der neue ID.3 präsentiert

Die Mitarbeiter im VW-Werk stehen unter Druck: 100 Leiharbeiter werden ab Januar nicht weiterbeschäftigt - für die Stammbelegschaft gilt eine Beschäftigungsgarantie bis 2029.

Fünf Minuten vor Versammlungsbeginn rollte das erste reine VW-Elektrofahrzeug vom Transporter in die Halle. „Der Andrang war enorm“, sagte Carsten Bätzold zu dem Interesse der Belegschaft an dem Auto. „Man merkt, dass ein Ruck an Stolz durch die Mannschaft geht“, ergänzte Olaf Korzinovski. Es sei für den Standort sehr wichtig gewesen, das neue Auto am Dienstag zeigen zu können.

Positive Signale an Belegschaft von VW: Für weitere 500 Leiharbeiter sei eine Perspektive da

Obwohl rund 100 Leiharbeiter gehen müssen, gab es am Rand der Betriebsversammlung bei VW in Baunatal auch positive Signale für die Belegschaft. Bei der überwiegenden Mehrzahl der restlichen rund 500 Leiharbeiter am Standort sei eine Perspektive da, so Personalchef Dr. Stefan Kreher im Gespräch mit der HNA. Für 200 von 443 in der Produktion beschäftigten Zeitarbeiter solle es einen festen Vertrag im Stammbereich geben, so Kreher.

VW Baunatal hat in diesem Jahr 500 Leiharbeiter übernommen

Vergessen dürfe man bei der Betrachtung auch nicht, dass allein 2019 500 Leiharbeiter bereits in ein festes Arbeitsverhältnis übernommen worden seien. Ganz aktuell müsste für 79 Leiharbeiter im Konzernbereich After Sales (Original-Teile-Center) eine Lösung gefunden werden, ergänzte stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Ulrike Jakob. „Deren Verträge laufen zum 31. Dezember aus.“ 

Insgesamt steht die Belegschaft im Baunataler VW-Werk unter Druck

Laut Werkleiter Olaf Korzinovski müsse ab 2022 eine Rendite von sechs Prozent jährlich erreicht werden. In diesem Jahr liege das Werk „unter vier Prozent“. Der ID.3 war jedenfalls der Star der Betriebsversammlung. Er genoss viel Beachtung vonseiten der Mitarbeiter. 

Viele Beschäftigte versuchten, erstmalig einen Blick in den Innenraum des E-Autos zu werfen. Die elektrischen Fensterheber sind dort die einzigen Schalter, die vom gewohnten Bild früherer VW-Modelle übrig geblieben sind. Die meisten Funktionen lassen sich nur noch per Berührung auf dem großen Display steuern. „Es ist anders“, sagte ein Mitarbeiter in der Halle. 

Er gab zu bedenken, dass mit der Ausrichtung von VW auf die Elektromobilität auch Produktionszweige in der Fabrik mittelfristig wegfallen könnten – etwa der Getriebebau und die Abgasanlagenfertigung. „Wir sind immerhin Getriebeleitwerk im Konzern“, so der Mann. Die Frage sei, wie die Elektroautos vom Kunden angenommen würden. „Das weiß man jetzt einfach noch nicht.“

VW in Baunatal: Beschäftigungsgarantie bis 2029 für die Stammbelegschaft

Am Rand der Betriebsversammlung erinnerte Betriebsratschef Carsten Bätzold daran, dass für die Stammbelegschaft von Volkswagen mit der „Roadmap Digitale Transformation“ eine Beschäftigungssicherung bis zum Jahr 2029 vereinbart wurde. Mit dem Vorstand und dem Werkmanagement habe der Betriebsrat kürzlich zusätzlich eine Standortvereinbarung unterzeichnet. Danach solle es Verlängerungen und Übernahmen von Leiharbeitern bis September 2020 geben.

Leiharbeiter-Jobs auf der Kippe - Betriebsversammlung im Baunataler VW-Werk läuft

Erstmeldung, 03.12.2019, 10.16 Uhr: Rund 100 Jobs stehen ganz aktuell auf der Kippe. Insider gehen davon aus, dass die Stellen, die zuletzt nochmal um fünf Monate verlängert worden waren, ab Ende Januar wegfallen. 

Darüber hinaus wird heute in der Halle 2 vor rund 4000 Beschäftigten vermutlich auch über die Zukunft von weiteren 500 Leiharbeiter-Jobs gesprochen, die noch an dem nordhessischen Standort angesiedelt sind. 

VW - Pläne in Baunatal für 2020 

Rund 4800 Mitarbeiter nehmen an der Betriebsversammlung teil - eine Frage beschäftigt besonders: Wie geht es mit den Leiharbeitern weiter?

Erwartet wird, dass das Werkmanagement im Zuge der Programmplanung für 2020 etwas zu der Entwicklung im Personalbereich sagt. Für Aufsehen hat zu Beginn der Versammlung, heute um 8 Uhr, die Präsentation des neuen Elektroautos ID.3 in der Halle gesorgt. Die Belegschaft in Baunatal baut für das Auto den E-Antrieb sowie das Getriebe und auch einige Karosserieteile. 

VW: Interesse am neuen ID:3 ist groß

Das Interesse ist groß: Der ID.3 war, nachdem er von einem Mitarbeiter eines Transportunternehmens in die Halle gefahren wurde, von zahlreichen VW-Beschäftigten umringt. 

Der ID steht für den Umbruch vom Verbrennungsmotor hin zur Elektromobilität. Gegen 14 Uhr wollen Betriebsratschef Carsten Bätzold und Werkleiter Olaf Korzinovski über die Ergebnisse der Betriebsversammlung informieren.

Wir berichten weiter.

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Kommentare

Kassel99Antwort
(0)(0)

Also sie wissen es besser als das Frauenhoferinstitut? Die haben eine Studie heraus gebracht, die ganz klar sagt es ist machbar zu 100% auf eneuerbare Energie umzusteigen und das auch noch OHNE dass es mehr kostet als heute.

"Die Bereitstellung von 100 % erneuerbaren Energien im Strom- und Wärmesektor Deutschlands ist technisch möglich und nach erfolgter Umstellung des Energiesystems sind die jährlichen Gesamtkosten nicht höher als die Kosten unserer heutigen Energieversorgung. Diese Aussage gilt trotz der Annahme eines konstanten Stromverbrauchs, trotz der Annahme, dass keinerlei Stromaustausch mit dem Ausland stattfindet, trotz des Vergleichs mit heutigen Preisen für konventionelle Energie und obwohl nur die Nutzung eines vergleichsweise kleinen Anteils des Gesamtpotenzials an Biomasse für den Strom- und Wärmesektor angenommen wird. "

Wenn alle Autos plötzlich mit Strom fahren würden wäre das übrigens nur ein Mehrverbrauch von 10%.

Quelle:
https://www.ise.fraunhofer....

rolexralleAntwort
(0)(0)

Oder versuchen in die Politik zu kommen !

Tom_clancyAntwort
(0)(0)

Wenn die Eletromobilität alternativlos ist, Gute Nacht. Wo soll denn der Strom herkommen ? Aus den Windparks ? Den Solarparks ? Die reichen nicht mal um die Industrie langfristig zu versorgen ....Einfach lächerlich.
Achso machen Sie bitte Ihr Internet aus denn das kühlen der Internetserver braucht extrem viel Strom .

Kommentare

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