Straße in Baunatal unterspült

Zweite Regenfront trifft Kasseler Osten - Geflutete Keller und Garagen in Niestetal und Fuldabrück

Gut eine Handbreit hoch stand Mittwochnacht das Wasser in den Umkleidekabinen des Stadions in Heiligenrode.
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Gut eine Handbreit hoch stand Mittwochnacht das Wasser in den Umkleidekabinen des Stadions in Heiligenrode.

Kaum dass schwere Gewitterwolken ihre Fracht in der Nacht zu Mittwoch über Lohfelden abgeladen hatten, traf nur 24 Stunden später eine zweite Regenfront auf Fuldabrück, Niestetal und Baunatal.

Niestetal/Fuldabrück/Baunatal – Dennoch: Vor allem Niestetal-Heiligenrode hatte mit den starken Regenfällen zu kämpfen. Mit Unterstützung der Feuerwehr aus Staufenberg und des THW war die Niestetaler Feuerwehr zu insgesamt 19 Einsätzen ausgerückt, „wir hatten 70 Feuerwehrleute im Einsatz und waren bis 3 Uhr morgens unterwegs“, sagt Gemeindebrandinspektor Ingolf Aust.

Geflutete Keller und Garagen waren das Hauptproblem, aber auch einzelne Straßenzüge waren mit Regenwasser überflutet – wie am Sandershäuser Berg die Straße Zum Solarwerk. In Heiligenrode standen das Stadion und mehrere Häuser an der Cornelius-Gellert-Straße zeitweise im Wasser, im Neubaugebiet Am Eichberg drangen Wassermassen in Kellerfenster ein. Hier versuchte die Feuerwehr, mit Sandsäcken Schlimmeres zu verhindern. Auch die Sandershäuser Straße im Bereich der neuen Schallschutzmauer nahe der Autobahn (Klagemauer) war komplett überflutet gewesen.

Auch in Bergshausen waren Keller vollgelaufen.

„Die Fluten kamen schlicht die Straßen und die Hanglagen hinunter“, sagt Aust. Die Kanalisation sei überfordert gewesen. Im Gegensatz dazu sei die Nieste nicht über die Ufer getreten.

Auch in Fuldabrück war die Feuerwehr in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag gefragt: „Wir hatten 33 Einsätze“, sagt Mirko Ewert, stellvertretender Gemeindebrandinspektor in Fulda-brück. Diese fanden fast alle im Ortsteil Bergshausen statt, nur ein Einsatz war auf der Landesstraße von Bergshauen nach Dörnhagen. „Da haben wir einen umgestürzten Baum weggeräumt.“

Im Ort selbst waren laut Ewert zahlreiche Keller vollgelaufen. In den Kellern der Hochhäuser am Bürgerhaus habe das Wasser 40 Zentimeter hoch gestanden. „Die haben wir ausgepumpt und teilweise auch Pumpen bei den Leuten gelassen, die sie uns heute wieder zurückbringen.“

Unterspült: Am Montag will Hessen Mobil die Tragfähigkeit der Straße zwischen Kirchbauna und Hertingshausen prüfen.

Außerdem hatte das Flachdach des Aldi-Marktes den Wassermassen nicht mehr standhalten können. „In den Markt ist dann Wasser eingedrungen, das hat das Dach nicht mehr geschafft“, sagt Ewert. Für Kunden war der Markt am Donnerstag trotzdem geöffnet, die Schäden von außen nicht sichtbar. Insgesamt war die Feuerwehr von 21.30 bis 3 Uhr morgens mit zehn Fahrzeugen und 50 Kräften aus allen Ortsteilen in Bergshausen im Einsatz.

Zwischen den Baunataler Stadtteilen Kirchbauna und Hertingshausen unterspülten die Regenmassen vermutlich die Kreisstraße. Das sei bei einer Streckenkontrolle aufgefallen, berichtet Hessen-Mobil-Sprecher Marco Lingemann am Donnerstag.

Es bestehe die Gefahr, dass die Fahrbahn bei einem schweren Fahrzeug weiter nachgebe, so der Sprecher. Deshalb habe sich die Behörde nach halbseitiger Sperrung am Nachmittag dazu entschieden, die Straße voll zu sperren. Der Verkehr aus Richtung Hertingshausen werde über die A 49 umgeleitet. Am Montag werde Hessen Mobil zusammen mit einem Gutachter die Tragfähigkeit der Straße genauer untersuchen.

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