Zu wenig Menschen entscheiden sich für das Ehrenamt

Acht Ortsteil-Feuerwehren im Schwalm-Eder-Kreis sind verschwunden

Schwalm-Eder. Innerhalb von zehn Jahren ist die Zahl der Feuerwehren im Landkreis von 226 auf aktuell 218 zurückgegangen.

Diese Zahlen legte jetzt Kreisbrandinspektor Werner Bähr vor. Man habe es mit einer sehr bedenklichen Entwicklung zu tun, kommentierte Bähr die Zahlen. Zuletzt hatte er der Fusion zweier Wehren in Guxhagen zugestimmt. Dort sichert inzwischen die Wehr in Ellenberg den Brandschutz im Nachbardorf Büchenwerra, wo die Feuerwehr nicht mehr genügend Leute hatte.

Personalmangel ist denn auch der Hauptgrund für die Schließung von Feuerwehren. Ganz selten geben Gründe wie derzeit in Malsfeld den Ausschlag: Dort beziehen Feuerwehrleute aus Malsfeld und Beiseförth laut Gemeindebrandinspektor Oliver Garde in ein paar Tagen ein neues Feuerwehrhaus, um gemeinsam den Brandschutz auch im jungen Gewerbegebiet Ostheim sicherzustellen.

„Die freiwillige Feuerwehr funktioniert nur, weil wir so viele sind“, sagt Bähr. Der Landkreis werde alles versuchen, die Strukturen zu erhalten. Derzeit werbe man beispielsweise Fördergeld aus einem Bundesprogramm ein. Dabei geht es dem Ersten Kreisbeigeordneten Winfried Becker zufolge um die Frage, wie man im ländlichen Raum auf die demografische Entwicklung reagieren könne. Eine Rolle spiele dabei die Sicherstellung des Brandschutzes auf den Dörfern.

Probleme gibt es meist in kleinen Orten wie derzeit im knapp 300 Einwohner zählenden Gilserberg-Schönau. Dort musste die Ortsfeuerwehr aufgrund von Personalmangel aus dem Alarmplan herausgenommen werden, erklärte Gemeindebrandinspektor Markus Böse. Es sei schwer, Freiwillige zu finden. Eine Fusion mit einer Nachbarwehr betrachte man aber als schlechteste Lösung. Zunächst werde man die Frage Anfang Januar bei einer Bürgerversammlung erörtern.

Personalmangel ist laut Kreisbrandinspektor Werner Bähr der Hauptgrund für die Schließung von Feuerwehren. Oft fehlten auch Führungskräfte, die Frauen und Männer motivieren. Personalmangel hätten insbesondere Feuerwehren in kleinen Orten. Sie würden mitunter über Jahre zu keinem Einsatz gerufen. Das könne auch demotivierend wirken. Kleine Feuerwehren hätten es da viel schwerer als große, die öfter ausrücken müssten. Das zeige sich etwa an Feuerwehren, die auch auf den Autobahnen 7 und 49 unterwegs seien und dort beispielsweise bei Unfällen Leben retteten und ihre in Lehrgängen erworbenen Fähigkeiten unter Beweis stellen könnten.

Von Lorenz Grugel

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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