Am Gartenzaun

Adelshausen: Ein Paradies für Kinder und Insekten

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Vor der Kirche: von links Hannelore Rauschenberg, Elke Eckhardt, Manfred Schwarz, Karl Heinz Franke, Bernd Rauschenberg, Doris Fröhlich, Heinrich Eckhardt und Wolfgang Fröhlich.

Für unsere Serie „Gespräche am Gartenzaun“ besuchen wir in loser Reihenfolge Dörfer im Kreisteil Melsungen. Redakteurin Claudia Feser besuchte den Melsunger Stadtteil Adelshausen.

Vor der Kirche: von links Hannelore Rauschenberg, Elke Eckhardt, Manfred Schwarz, Karl Heinz Franke, Bernd Rauschenberg, Doris Fröhlich, Heinrich Eckhardt und Wolfgang Fröhlich.

Katharina Anscheit ist überzeugte Adelshäuserin. In der Eichendorffstraße, wo sie schon als Kind spielte, fahren nun ihre Töchter mit Roller und Trampelbulldog. 

„Bei uns hieß die Straße schon immer Babystraße“, berichtet die 31-Jährige – weil es immer viele Babys gab. Noch heute tummeln sich viele Kinder auf der Straße, weil der Spielplatz zu weit weg ist, am anderen Ende des Dorfes.

Vor der Kirche: von links Hannelore Rauschenberg, Elke Eckhardt, Manfred Schwarz, Karl Heinz Franke, Bernd Rauschenberg, Doris Fröhlich, Heinrich Eckhardt und Wolfgang Fröhlich.

An der Bundesstraße

Dafür müssten die Kinder die Bundesstraße überqueren. Es gibt zwar einen Zebrastreifen, aber: 

Laut jüngster Verkehrszählung von Hessen Mobil aus dem Jahr 2015 sind etwa 7300 Fahrzeuge auf der Ortsdurchfahrt unterwegs, darunter 400 Lastwagen. 

Die Straßendecke ist löchrig und wurde oft geflickt. Für die Anwohner ist das eine große Lärmbelastung, „erst recht wenn nachts die leeren Lkw über die Straße donnern“, berichtet Ortsvorsteher Wolfgang Fröhlich. 

Nun soll sie 2021 saniert werden – die Adelshäuser hoffen, dass der Termin nicht schon wieder verschoben wird.

Hochwasser im Mai

Unterhalb der Bundesstraße plätschert die Pfieffe am Dorf entlang. Beim Unwetter am 21. Mai stieg das Wasser in Minutenschnelle so hoch, dass Höfe und Straßen im Unterdorf unter Wasser standen. 

Das neue Hühnermobil der Familie Jost, das auf einer Wiese an der Pfieffe steht, konnte gerade noch aus dem Hochwasser gezogen werden.

Mit Opas Leierkasten: die Cousinen Anne Dilchert (links) und Emma Heiland.

Virginia Jost, eine gebürtige Elbersdorferin, mag „die gute Dorfgemeinschaft in Adelshausen“, die Nähe zu Melsungen und die Wiesen, den Wald und die Felder, zwischen denen das 426 Einwohner-Dorf liegt.

Vereine im Dorf

Dort gibt es vier Vereine: den TSV, den Heimat- und Verkehrsverein, die Feuerwehr und die Angelbuben. 

Einmal im Jahr wird das Gexbachfest gefeiert – das nächste Mal im August. Veranstaltungsort ist das DGH, denn die beiden Gasthäuser Ludwigseck und Hirtenbrunnen sind lange geschlossen. 

Ihre Hochzeit war in den 1960er-Jahren, als der Fremdenverkehr auch in Adelshausen boomte.

Paradies mit Fachwerk

Ein beliebtes Ziel ist der Garten von Elke Eckhardt – für Insekten. Die 48-Jährige hat rund um ihr Fachwerkhaus aus dem Jahr 1836 ein buntes Insektenparadies geschaffen. 

Dort gibt es eine Terrasse, einen kleinen Teich, ein Gemüsegärtchen und viele, viele Blüten. Darin summt’s und brummt’s. Der Teich sollte eigentlich eine Heimat für Kröten sein, leider lieben ihn auch die Stechmücken.

Die Adelshäuser Gickel

Mit dem Maskottchen: Ortsvorsteher Wolfgang Fröhlich mit dem Gickelhahn vorm DGH.

Sehr beliebt ist Franz, der Hahn. Vor allem bei den 39 Adelshäuser Wiesenhühnern der Familie Jost. Sie passen perfekt ins Dorf, denn die Adelshäuser werden „die Gickel“ genannt. 

Warum? Weil die Burschen balzten und sich bei Kirmesfesten mächtig ins Zeug legten, um die Mädchen aus den Nachbarorten zu beeindrucken. Aber das ist nur eine Theorie.

Chronik: Dorf ist 810 Jahre alt

1381 Adelshausen wird an das Kirchspiel Mörshausen angegliedert

1637 Im Dreißigjährigen Krieg wüten kroatische Truppen furchtbar im Dorf

1744 Erster Beleg der Dorfschule mit Lehrer Brassel

1921Das Dorf bekommt elektrisches Licht

1966 Einweihung des DGH

1972 Die Schule schließt

2009 800-Jahr-Feier

VON CLAUDIA FESER

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