Regionale Geschmacksunterschiede

Runde und Stracke: Aktionstag zur Ahlen Wurscht

Er bot die Spezialitäten der Fleischerei Willi Ross aus Melsungen am Ahle-Wurscht-Tag an: Metzger Rolf Schott (55) aus Melsungen. Fotos: Fabian Becker

Viele Besucher kamen am Sonntag bei angenehmen Temperaturen auf den Domänenhof Kloster Haydau in Altmorschen. Ihr Ziel: Der Ahle-Wurscht-Tag, der vom Förderverein Nordhessische Ahle Wurscht veranstaltet wurde.

Dabei drehte sich alles um die Traditionswurst der Region und die Frage: Welche ist besser, die vom Metzger oder aus dem Supermarkt?

„Mild und fleischig schmeckt eine Gute“, sagte Gerhard Schneider-Rose (61) aus Breitenbach Geschäftsführer des Fördervereins, in seinem Vortrag rund um die Ahle Wurscht. Dazu muss Rohwurst aus Schweinefleisch und -speck lange in einem feuchten und kühlen Klima reifen. „Nordhessen hat durch die waldreiche Mittelgebirgslandschaft die optimalen Voraussetzungen für die Ahle Wurscht“, erklärte er. Neben Schweinefleisch und -speck gehören Salz, Pfeffer und Salpeter zu den Grundzutaten. Gewürze wie Muskatnuss und Kümmel machen regionale Geschmacksunterschiede aus. Die Ahle Wurscht aus dem Supermarkt enthält zudem oft Geschmacksverstärker und Konservierungsstoffe; außerdem würden auch Teile vom Schwein verarbeitet, die traditionell nicht in die Ahle Wurscht gehörten, sagte Schneider-Rose und ließ die Besucher im Anschluss unterschiedliche Würste probieren.

Viele Besucher setzten nicht auf die Supermarktwurst. Aribert Kirch (61) aus Heinebach isst täglich Ahle Wurscht und sagte: „Ich kaufe die Wurscht nur aus Hausschlachtung. Außerdem muss sie mindestens zwei Monate gereift sein.“

Michaela Kühlborn (44), aus Vockerode-Dinkelberg, kauft beim Metzger. Sie sagt: „Wenn ich die Wahl habe zwischen Schokolade und Ahler Wurscht, greife ich zur Ahlen Wurscht.“ Doch trotz der Freude an der Ahlen Wurscht haben die Mitglieder des Fördervereins die Probleme der modernen Fleischherstellung erkannt und kritisieren die Massentierhaltung. „Unser langfristiges Ziel ist es, den Fleischkonsum zugunsten der Qualität zu reduzieren“, sagte Gerhard Schneider-Rose.

Von Fabian Becker 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.