Deutlich mehr Jobsuchende als im März

Coronavirus lässt Arbeitslosigkeit im Schwalm-Eder-Kreis steigen

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Die Agentur für Arbeit hat für den Schwalm-Eder-Kreis steigende Arbeitslosenzahlen gemeldet.

Die Arbeitslosenzahlen im Schwalm-Eder-Kreis sind im April deutlich gestiegen. Die Coronakrise macht sich somit auch in der Statistik der Bundesagentur für Arbeit bemerkbar.

„Wir spüren die Auswirkungen des Coronavirus am Arbeitsmarkt deutlich. Es sind mehr Menschen arbeitslos“, sagt Uwe Kemper, Agenturchef der Arbeitsagentur in Korbach, die auch für den Schwalm-Eder-Kreis zuständig ist.

4005 Menschen waren im April im Schwalm-Eder-Kreis arbeitslos gemeldet, das sind 654 mehr als im März – und damit ein Plus von 19,5 Prozent. Zum Vergleich: Im April 2019 waren es 872 Menschen weniger. Insgesamt beträgt die Arbeitslosenquote im Schwalm-Eder-Kreis nun 4,1 Prozent – und das, obwohl die Zahlen im Frühjahr sonst immer rückläufig waren. „Diese Steigerungen sind natürlich auf Corona zurückzuführen“, erklärt Kemper.

Arbeitslosenzahlen im Schwalm-Eder-Kreis: Alle Alters- und Personengruppe betroffen

Im gesamten Bezirk der Arbeitsagentur Korbach, der auch den Landkreis Waldeck-Frankenberg umfasst, waren im April 7629 Menschen arbeitslos gemeldet. Die Arbeitslosigkeit betreffe alle Alters- und Personengruppen, berichtet Kemper. Vor allem die Menschen in den Branchen Verkehr und Logistik, Handel und Tourismus sowie in Produktion und Fertigung seien von der Arbeitslosigkeit betroffen. Auch das Gastgewerbe spüre die Auswirkungen der Coronakrise sehr deutlich.

Arbeitslosenzahlen im Schwalm-Eder-Kreis: Drei Gründe für Anstieg während der Corona-Pandemie

Für Agenturchef Kemper ist der Anstieg der Arbeitslosenzahlen während der Corona-Pandemie auf drei Gründe zurückzuführen: Im vergangenen Monat habe es deutlich weniger Einstellungen als üblich gegeben. Jobs, die zum ersten April beginnen sollten, hätten nicht alle angetreten werden können. Zudem hätten für angehende Arbeitnehmer keine Qualifizierungsmaßnahmen stattfinden können, weil Bildungseinrichtungen momentan geschlossen seien.

Das Virus habe den Arbeitsmarkt aktuell im Griff. Kemper sagt: „Ich denke, die Arbeitslosenquote wird in den nächsten Wochen weiter steigen. Wie stark der Anstieg ausfällt, das werden die Entwicklungen in den nächsten Wochen zeigen.“

Arbeitslosenzahlen im Schwalm-Eder-Kreis: Größte Veränderung in Fritzlar-Homberg

Die Coronakrise hinterlässt ihre Spuren auf dem heimischen Arbeitsmarkt. Die größte Veränderung zum Vormonat gibt es in Fritzlar-Homberg. Dort stieg die Arbeitslosenquote von 3,2 auf vier Prozent, insgesamt sind dort 1867 Menschen auf Jobsuche, 357 mehr als im März. Die Geschäftsstelle Schwalmstadt meldet mit 4,2 Prozent die höchste Arbeitslosenquote im Kreis. Im März lag die Quote noch bei 3,6 Prozent. 1107 Menschen waren dort im April ohne Arbeit, 141 mehr als vor vier Wochen.

In Melsungen sind 1031 Personen arbeitssuchend, 156 mehr als noch im März. Die Arbeitslosenquote stieg dort um 0,6 Punkte auf 4,1 Prozent.

„Wir haben Betroffenheit über alle Branchen hinweg“, berichtet Uwe Kemper. Fast 3000 Betriebe hätten in den Landkreisen Waldeck-Frankenberg und Schwalm-Eder inzwischen Kurzarbeit angezeigt.

Arbeitslosenzahlen im Schwalm-Eder-Kreis: Arbeitsagentur hat Mitarbeiterzahl aufgestockt

„Wir haben die Zahl der Mitarbeiter, die die Anzeigen für Kurzarbeitergeld prüfen, in den vergangenen Wochen noch einmal deutlich aufgestockt“, erklärt Kemper, der versichert, dass alle Anzeigen zügig geprüft und bearbeitet werden. Von Anfang März bis zum 26. April verzeichnete der Agenturbezirk Korbach 2802 geprüfte Kurzarbeits-Anzeigen. Im Vorjahr waren es in diesem Zeitraum nur neun. In den Anzeigen sind über 38 000 Personen enthalten, die vermutlich von Kurzarbeit betroffen sind, im April 2019 waren es lediglich 192. Ob all diese Arbeitnehmer allerdings tatsächlich verkürzt arbeiten und wenn ja, in welchem Umfang, lasse sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen.

Arbeitslosenzahlen im Schwalm-Eder-Kreis: Kurzarbeit hat sich bewährt

Kemper bestätigt, dass die Kurzarbeit als probates Mittel akzeptiert worden sei. „Wir können so hoffentlich viele Menschen vor der Arbeitslosigkeit schützen“, sagt er.

Mit Blick auf den Ausbildungsbeginn 2020 hofft er, dass „wir den gut hinbekommen“. Teile des Arbeitsmarkts seien noch immer sehr dynamisch. „Wir hoffen, dass der Mix an Unterstützung und Beratung hilft, dass die Betriebe und ihre Mitarbeiter diese Zeit gut überstehen“, sagt Kemper.

Von Pascal Spindler

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