Städtepartner in der Coronakrise 

Auf zur neuen Normalität: So geht es de Menschen in Spangenbergs Partnerstadt  Cariñena

Normalerweise ein Magnet: am Brunnen in Cariñena sitzen in normalen Zeiten immer viele Menschen. Das Foto entstand im Jahr 2018.

In einer Serie stellen wir die Situation in Spangenbergs ausländischen Partnerstädten und -gemeinden in der Coronakrise vor. Heute: Cariñena in Spanien.

Spangenberg / Cariñena –Die Coronakrise führt zwar weltweit zu katastrophalen Auswirkungen, aber sie schweißt die Menschen auch zusammen. Das erlebt derzeit auch Sergio Ortiz Gutiérrez. Er ist Bürgermeister im spanischen Cariñena. Spangenberg pflegt seit zwei Jahren eine Partnerschaft zu der 3300-Einwohner-Gemeinde. „Ich hoffe, dass wir nach dem Ende von Covid-19 weiterhin so fürsorglich und großzügig mit unseren Mitmenschen umgehen werden“, schreibt Gutiérrez.

In der spanischen Gemeinde, die 60 Kilometer südwestlich von Saragossa liegt, helfen sich die Menschen, wo sie nur können. Alle sollen die Krise, die Spanien mit 27 000 Toten so hart trifft wie kaum ein anderes europäisches Land, möglichst gut überstehen. Frauen in Cariñena nähten über 2000 Mund-Nasen-Masken, 20 Bauern desinfizieren regelmäßig die Straßen und junge Menschen kaufen für diejenigen ein, die besser zuhause bleiben sollten, berichtet der Bürgermeister in einem Brief an Rolf Aderhold vom Spangenberger Partnerschaftsverein. Hinter Spangenbergs Freunden aus Spanien liegt eine siebenwöchige Ausgangssperre. „Die Maßnahmen in den Partnerstädten waren und sind noch drastischer als in Spangenberg“, weiß Rolf Aderhold. Erst seit Anfang Mai erwacht Spanien wieder ein wenig zum Leben. Zuvor durften Häuser und Wohnungen nur für dringende Besorgungen verlassen werden. In Barcelona und Madrid beispielsweise, dort, wo es besonders hohe Infiziertenzahlen gibt, wurden die Ausgangssperren erst in dieser Woche gelockert. „Es darf nur eine Person auf die Straße, zum Einkaufen, den Müll rausbringen oder den Hund Gassi führen“, berichtete Mitte April der ehemalige Bürgermeister von Cariñena, Alejandro Bribián Andrés. Sport ist seit dieser Woche in Cariñena wieder in der Halle möglich – unter strengen Auflagen. Zulässig sind nur Sportarten, die man alleine ausübt, wie Skaten.

In Spanien gibt es einen „Exitplan“, mit dem das Land langsam aber sicher die strengen Corona-Regeln lockern will. Bis Ende Juni dürfen die Einheimischen ihre jeweilige Provinz nicht verlassen. Die 3300 Einwohner von Cariñena dürfen Saragossa – eine der 50 spanischen Provinzen – nicht verlassen. In Saragossa leben knapp eine Million Menschen. Im Juli will die Regierung die Grenzen für Touristen wieder öffnen. Cariñena ist als Weinanbaugebiet bei Touristen beliebt. So gibt es die Weinstraße Campo de Cariñena. 13 Orte gehören der Weinstraße an.

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