40 Jahre Forst

Auszeichnung für Rolf Strieder und Günter Heinzeroth

Dienstälteste Revierleiter: Rolf Strieder, Revierförster in Kaltenbach, an seinem Lieblingsbaum, einer Eiche, und Günter Heinzeroth (kleines Bild), Revierförster in Morschen. Fotos: Feser/privat/nh

Sie sind die dienstältesten Revierleiter im Forstamt Melsungen: Rolf Strieder und Günter Heinzeroth wurden für 40 Jahre im Dienst ausgezeichnet.

Kaltenbach. Wenn er einen Eichenwald sieht, überkommt ihn „ein totales Glücksgefühl“. Der würzige Geruch, das schöne Holz - Förster Rolf Strieder, 56, aus Elbersdorf schwärmt, wenn er von seinem Lieblingsbaum spricht. Ist er im fremden Revier unterwegs, hält er immer nach Eichen Ausschau. Seit mittlerweile 40 Dienstjahren ist er im Wald unterwegs, eigentlich sogar schon länger. Denn Strieder ist Sohn eines Försters und ging als kleiner Junge immer gerne mit dem Vater in den Wald.

Und was für andere Männer Briefmarken oder Eisenbahnen sind, ist für den Förster des Reviers Kaltenbach das „Waldflächen-Ansehen“. Wie kürzlich während seines Urlaubs im Bayrischen Wald: Ein Blick und Strieder weiß, welche Bäume die Kollegen gepflanzt haben, wie aufgeforstet wird, welcher Boden, welche Lagen, welche Probleme der Wald hat. In seinen 40 Jahren bei Hessen Forst hat Strieder etliche Forstreformen erlebt: Die Reviere wurden größer, die Zahl der Förster und Forstämter kleiner.

Und der Beruf hat sich digitalisiert. Die Hälfte seiner Arbeitszeit verbringt Strieder im Büro: Holzverkauf, Entlohnung der Forstwirte, Arbeitsgebiete in Karten einzeichnen, Zielvereinbarungen bestimmen - all das erledigt Strieder am Computer. Und natürlich Aufgaben für seine Auszubildenden ausdrucken. Strieder ist seit 1995 Ausbilder und hat bereits 15 angehende Förster betreut. Der letzte wurde sogar Prüfungsbester in ganz Hessen. Für Strieder ist es immer noch ein Traumberuf, auch wenn ihn die viele Bürokratie stört.

Hauptzuchtwart für Bracken

Einen Ausgleich zum Beruf ist für ihn die Hundezucht: Strieder ist Hauptzuchtwart beim Deutschen Schwarzwild-Bracken-Verein. „Die können hervorragend stöbern“, sagt Strieder, „und jagen hervorragend Schwarzwild.“

Drei von diesen Exemplaren sind täglich mit ihm unterwegs: Liesbeth, Heidy und Eila.

1993 erlebte er mit seinem damaligen Hund das ungewöhnlichste Jagdereignis seiner Laufbahn: Er entdeckte zwei Hirsche, die beim Brunftkampf ihre mächtigen Geweihe ineinander verkeilt hatten und dabei tief in einen steilen Graben gerutscht waren.

Beide Tiere haben den Kampf nicht überlebt. Ihre ineinander verkeilten Geweihe sind noch zu besichtigen: Sie hängen im Forstamt Melsungen.

Zu den Personen

Rolf Strieder, 56, wuchs in Vöhl am Edersee auf und absolvierte nach dem Abitur die Forstschule in Schotten, Nach sieben Jahren beim RP ist er seit 1987 Revierförster in Kaltenbach.

Günter Heinzeroth, 57, stammt aus Obergude. Nach dem Wirtschaftsgymnasium besuchte er die Forstschule in Schotten. Nach verschiedenen Forst-Stationen leitet er das Revier Morschen, seit 2009.

Von Claudia Feser

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