Sanierung der Felsberger Kreisstraße: Ampel an Baustelle sorgt für Ärger 

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Alles dunkel: Die beid en Fußgängerüberwege über die Vernouillet-Allee sind seit der Eröffnung der Baustelle nicht gesichert. Die installierte Fußgängerampel ist nicht in Betrieb, eine Ersatzampel gibt es nicht.

Die Ampelkreuzung Vernouillet-Allee/Parkstraße in Gensungen bereitet einigen Felsbergern schon seit Jahren Sorgen. Die Ecke sei zu gefährlich, es werde zu schnell gefahren. Nun finden dort auch noch Bauarbeiten statt.

Felsberg – Die Bauarbeiten für die Sanierung der Parkstraße/Heiligenbergstraße (Kreisstraße 21) laufen seit Anfang April. Doch es gibt Ärger: Die Fußgängerüberquerung bereitet einigen Felsbergern Sorge. Es komme zu gefährlichen Situationen für Fußgänger und Autofahrer. Das berichten Anwohner gegenüber der HNA.

Wegen der Sanierungsarbeiten ist eine provisorische Fußgängerampel an der Bundesstraße in Richtung Gensungen/Homberger Straße installiert worden. An den anderen Fußgängerüberquerungen über die Bundesstraße (Vernouillet-Alle) ist eine solche Ampel nicht aufgebaut worden. Die Fußgängerampeln dort sind aber derzeit ausgeschaltet, weshalb es zu gefährlichen Situationen für Fußgänger komme. Gerade weil die Autofahrer auf der Bundesstraße zügig unterwegs seien, sei die Verkehrssituation kaum zu überblicken. Das erzählt ein Anwohner gegenüber der HNA, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. Fußgänger müssten bei der ohnehin stark befahrenen Straße ewig warten, bis sie die Straße überqueren können. Bedenklich ist auch, dass viele Schulkinder die Verkehrsstraße nutzen würden. Das sei wegen der Coronakrise zwar derzeit nicht der Fall, „aber wer weiß, was passiert, wenn die Schule wieder weitergeht?“, fragt der Anwohner. Fußgänger würden sich auch ärgern, weil der Verkehr so nicht laufen könne. Ein Anwohner: „Ich habe gestern Abend erlebt, dass eine Fußgängerin fast totgefahren wurde.“

Provisorische Fußgängerampel: Die Bundesstraße 253 kann man in Gensungen derzeit nur an dem Abzweig in Richtung Homberger Straße sicher überqueren. Grün kann man per Druckknopf anfordern.

Hessen Mobil gibt auf Nachfrage der HNA Entwarnung: Zusätzlich zur Sanierung der Fahrbahn werden die Gehwege erneuert und neue Parkflächen eingerichtet. „Da auch die Gehwege erneuert werden, kann die Kreuzung von Fußgängern aus der Parkstraße in Richtung Ortszentrum immer nur an einer Seite überquert werden“, erklärt Marco Lingemann, Sprecher von Hessen Mobil. Eine fehlende Fußgängerampel sei bereits nachgefordert. „Wir gehen davon aus, dass die Ampel noch in dieser Woche steht.“ Während der gesamten Bauphase werde es für Fußgänger jederzeit eine Möglichkeit geben, die im Bau befindliche Parkstraße im Bereich der Kreuzung zu queren, so Lingemann. Auch die Umleitungsstrecke nach Heßlar soll im Zuge der Bauarbeiten nochmals überprüft werden. Man sei in Gesprächen mit den anderen Behörden, wie der Polizei, der Stadt und dem Ordnungsamt, sagt Lingemann.

Mitunter bemerken Autofahrer den grünen Pfeil nicht und nachfolgende Verkehrsteilnehmer hupen. Auch diese Situation empfinden Gensunger als belastend und unbefriedigend.

Gensunger Kreuzung bereitet Anwohnern Sorgen

Es ist immer wieder ein Thema in Gensungen und Felsberg: Viele wünschen sich anstelle der Ampelkreuzung in Gensungen einen Kreisverkehr. Damit nicht mehr so sehr gerast wird auf der B 253, der Verkehr besser rollt und die Schadstoffbelastung weniger wird. Das war auch Thema im Bürgermeisterwahlkampf. Die HNA hat jetzt nachgefragt bei Hessen Mobil: Dort sieht man derzeit keine Veranlassung für einen Kreisverkehr. Das hat Pressesprecher Marco Lingemann auf Anfrage mitgeteilt.

„Die Autofahrer haben kein Erbarmen und rasen rücksichtlos.“ Das sagt Horst Brede (62), der seit 2013 an der Kreuzung lebt. „Die rasen nachts mit Tempo 120 in Richtung Felsberg”, beklagt der Anwohner. Er hatte das Problem in einer öffentlichen Versammlung zum Bürgermeister-Wahlkampf angesprochen und unter anderem Radarkontrollen gefordert. Auch das Thema Kreisel hatte er angesprochen. Es wird in der Dreiburgenstadt immer wieder diskutiert. „Es tut sich gar nichts, und man hört nichts“, beklagte Horst Brede. „Der Verkehr muss an dieser Stelle ausgebremst werden und mit einem Kreisel würde alles viel besser laufen“, betont Brede.

Sein Nachbar Walter Clobes (70) wohnt an dieser Kreuzung am Parkplatz und stimmt unter Hinweis auf den neuen Kreisel an der Feuerwache Melsungen zu: „Ein Kreisel würde für einen besseren Verkehrsfluss sorgen und die Abgasbelastung würde reduziert.“ Ähnlich sieht es auch Heinrich Clobes, der seit seiner Geburt 1929 an der Straße lebt: „Es ist furchtbar hier.“ Der Lärm und die Abgase seien unerträglich. Weiteres Problem: Von der Homberger Straße kommend gibt es auf der B 253 in Richtung Melsungen einen Rechtsabbieger, der mit einem grünen Pfeil freie Fahrt signalisiert, wenn der Geradeausverkehr und Linksabbieger nach Felsberg noch Rot haben. Viele Autofahrer bemerken den grünen Pfeil aber nicht, bleiben stehen. Andere dahinter hupen. „Auch das ist unerträglich“, sagen Anwohner.

Ob der jetzige Platz ausreichen würde für einen Kreisverkehr, müsste laut Hessen Mobil untersucht werden. Pressesprecher Lingemann: „Die jetzige Verkehrsführung funktioniert. Es gibt keine größeren Rückstaus. Deshalb besteht aus unserer Sicht keine Veranlassung, dort einen Kreisverkehr einzurichten.“ Ist auch Hessen Mobil der Meinung, dass bei einem Kreisel der Schadstoff-Ausstoß an dieser Stelle erheblich verringert würde? „Das kann ich nicht beantworten“, sagt der Pressesprecher. Ist Hessen Mobil mit der derzeitigen Ampelschaltung zufrieden, lässt sich etwas verbessern? Lingemann: „Wenn kein Fahrzeug an der Ampel steht, ist die Grundeinstellung Grün für alle Fahrbeziehungen von Melsungen kommend sowie für den Rechtsabbieger von der Ortsmitte aus Gensungen kommend. Das ist auch nachts so.“

Zu den Kosten eines Kreisels sagt Lingemann: Nach unseren Erfahrungen müssten für einen Kreisverkehrsplatz mindestens 500 000 Euro investiert werden.

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