16 Reviere an Eder, Fulda und Schwalm

Gute Nachrichten vom Nabu: Bei Felsberg sind die Biber los  

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Der Biber hat ganze Arbeit geleistet: Eine gefällte Weide zwischen Gensungen und Rhünda. Im Bild Heinz Siemon von Angelsportverein Äsche. 

Der Biber vermehrt sich in der Region: 16 Reviere gebe es mittlerweile im Schwalm-Eder-Kreis, sagt Gerd Teigeler, Biberbeauftragter beim Kreisverband des Naturschutzbundes (Nabu).

Da sei eine wirklich gute Nachricht aus Natur- und Tierschutzsicht. Im Schnitt lebten 3,3 Tiere in einem Revier, das mache für den Landkreis etwa 50 Tiere.

Zwei neue Biber-Reviere

„Zwei neue Reviere sind im vergangenen Jahr hinzugekommen: an der Ems bei Obervorschütz und an der Efze bei Berge“, sagt Teigeler.

Rege zeigen sich die Biber derzeit auch rund um Felsberg. An der Eder gebe es zwar schon seit etwa zwei Jahren ein Biber-Revier. Aber Fraßspuren und ein Bau an der Schwalm deuteten daraufhin, dass sich zwei weitere Biber bei der Drei-Burgen-Stadt niederlassen wollen.

Das kann Heinz Siemon von Angelsportverein Äsche bestätigen. Siemon hat schon mehrere Stellen mit Fraßspuren entlang der Flüsse und Bäche rund um Felsberg entdeckt. 

Einfluss auf die Natur

Er habe den Biber zwar leider noch nicht zu Gesicht bekommen, freue sich mit seinen Angelfreunden aber sehr über die vielen Ansiedlungen: „Wir Angler haben die vielen Flussbegradigungen in den 1960er- und 1970er-Jahren immer kritisch gesehen.“ Wegen der hohen Fließgeschwindigkeiten sei viel Flora und Fauna zerstört worden, sagt Siemon. Jetzt könne der Biber auf natürlichem Weg für eine Beruhigung der Flüsse sorgen.

Diese positive Entwicklung sei nicht aufzuhalten, ist sich Gerd Teigeler sicher: „Die Biberpopulation steigt jährlich etwa um zehn Prozent an.“ Die Hauptflüsse im Landkreis seien besetzt, jetzt breite er sich in die Nebenarme und Nebenflüsse aus.

Bibermanagement

Daher sei es sinnvoll, das Bibermanagement zu forcieren. Am Regierungspräsidium gebe es bereits erste Aktivitäten. Diese müssten aber unbedingt intensiviert werden. So könne man mit der Landwirtschaft Lösungen suchen, falls Konflikte auftreten, sagt Teigeler. Denn in den Nebengewässern beginne der Biber, die Natur umzugestalten und Gewässer aufzustauen, das grabe Wasser in Unterläufen ab oder sorge für Überschwemmungen.

Das Werk eines Bibers: An der Sülzelache nahe des Wohngebietes am Kirchgarten in Felsberg hat ein Biber eine Esche in Richtung Bachlauf umgelegt.

„Der Biber läuft nicht so gern, er schwimmt lieber.“ Dafür benötige er eine Wassertiefe von mindestens 80 Zentimetern. In den Nebenarmen gibt es die oft nur, wenn der Biber nachhilft. Im Landkreis Hersfeld-Rotenburg sei er schon bis in die Nebenarme vorgedrungen.

Aktuell ist bei den Bibern Paarungszeit. Im März komme der Nachwuchs zur Welt, der dann in den Monaten April/Mai aktiv werde. Generell gelte, Biberreviere in Ruhe zu lassen, sagt Teigeler.

Reviere in der Region

Das sind die bekannten Biber-Reviere: bei Neumorschen, Binsförth, Malsfeld, Obermelsungen, Röhrenfurth (alle Fulda), Haldorf/Grifte, Altenburg (Eder) und Uttershausen, Arnsbach, Bad Zwesten, Schwalmstadt, Dittershausen und Loshausen (alle Schwalm) sowie neu in Berge (Efze) und bei Obervorschütz (Ems).

Fraßspuren melden: Untere Naturschutzbehörde unter Tel. 0 56 81/77 56 45 und per E-Mail gerd.teigeler@freenet.de

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