Der Tag begann stets früh

Beiseförths Altbürgermeister Heinz Lotzgeselle wird heute 80 Jahre alt

Hat viel geleistet für seine Heimatgemeinde und die Allgemeinheit: Beiseförths Altbürgermeister Heinz Lotzgeselle feiert heute seinen 80. Geburtstag. Foto: Schaake

Beiseförth. Heinz Lotzgeselle lehnt sich im Sessel gemütlich zurück und ist zufrieden. „Mir hat es Spaß gemacht.” Damit meint er alles, was er als Bürgermeister und in vielen anderen Funktionen für seine Heimatgemeinde und darüber hinaus geleistet hat.

Dass der heutige Malsfelder Ortsteil 1967 Erholungsort und 1974 – nach der Eingemeindung – staatlich anerkannter Luftkurort wurde, ist mit ein Verdienst Lotzgeselles. Der im Haus seiner Vorfahren geborene Landwirt war ab 1960 überparteilicher Gemeindevertreter und Kreistagsabgeordneter, von 1964 bis 1973 Bürgermeister, ab 1974 Erster Beigeordneter der Gemeinde Malsfeld, danach bis 1978 Gemeindevertreter. Von 1974 bis 1978 war er Ortsvorsteher in Beiseförth.

„Ein ahler Buhre muss immer noch Erde zwischen den Fingern haben.“

Der heute 1250 Einwohner zählende Ortsteil lag in den Hoch-Zeiten des Fremdenverkehrs bei den Gästezahlen an der Spitze der nordhessischen Erholungsorte. Von 1953 bis 1989 kamen 90 458 Gäste nach Beiseförth. In dieser Zeit wurden 1,312 Millionen Übernachtungen gezählt und 9,67 Millionen D-Mark Pensionsgeld gezahlt. Lotzgeselle war von 1962 bis 1977 Vorsitzender des Heimat- und Verkehrsvereins mit dem Schwerpunkt Fremdenverkehr und Dorfverschönerung. Von 1964 bis 1977 war er Geschäftsführer des Fremdenverkehrs. Der rührige Landwirt gehörte zu den Beiseförthern, die regelmäßig zu den Direktoren der Zechen im Ruhrgebiet und zu Reiseveranstaltern in Norddeutschland und Berlin fuhren und um Gäste warben. Und sie kamen immer mit guten Abschlüssen zurück. Die Zechen lieferten damals auch kostenlos Kohle als Teil der Bezahlung. Ein Stück Nachkriegsgeschichte, Aufbauwille und Wirtschaftswunder in der nordhessischen Heimat. „Meine schönsten Erlebnisse waren, wenn die Gäste mit den Bussen ankamen und zufrieden wieder heimfuhren”, sagt Lotzgeselle heute. In den besten Zeiten kamen an einem Tag sieben bis acht Busse in Beiseförth an.

„Mein Tag fing um halb fünf an”, sagt der Vater von zwei Kindern. Er bewirtschaftete 30 Hektar Land, hatte 20 Kühe und bis zu 50 Rinder. Von 8.30 Uhr bis 12.30 Uhr und abends ging es ins Bürgermeisteramt. Und obendrein hat Lotzgeselle auch noch Heimatabende moderiert.

Geschafft habe er das alles aber auch nur, „weil ich eine tüchtige Frau hatte, die richtig in die Räder gegriffen hat”. Leider starb sie bereits im Jahr 2000 im Alter von nur 64 Jahren.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.