Burgsitz-Sanierung: Ehrung für Spangenberger

Plakette als Auszeichnung: von links Martin Will, Bürgermeister Peter Tigges, Pfarrer Johannes Weth und Dr. Peer Zietz vom Hessischen Denkmalschutz. Fotos: Hirchenhain

Spangenberg. Sie haben den historischen Burgsitz in Spangenberg gerettet und auf beispielhafte Weise saniert: Dafür wurden jetzt Bewohner der Liebenbachstadt in einer Feierstunde geehrt.

Bürgermeister Peter Tigges und Pfarrer Johannes Weth zeichneten sie mit einer Urkunde und einem historischen Stich des Burgsitzes aus.

Pfarrer Weth, der auch Vorstandsvorsitzender der Stiftung Himmelsfels ist, sprach von einem „einzigartigen Ereignis“. Gemeint war der Hessische Denkmalschutzpreis 2014, den die Stiftung für das Burgsitz-Projekt erhalten hat. Die Stadt Spangenberg und die Stiftung Himmelsfels wollten den Preis an die weitergeben, die den Erhalt des Gebäudes möglich gemacht haben.

„Der Preis geht an die Stiftung Himmelsfels, er gehört aber euch, den Menschen, die hier gearbeitet haben“, sagte Weth. „Ihr habt einen Schatz gehoben und den Burgsitz, das größte freistehende Fachwerkgebäude in Spangenberg, in dreijähriger Bürgerarbeit wieder zu einem Schmuckstück gemacht.“

„Es ist sensationell, was hier geleistet worden ist.“

Fast 100 Helfer waren über die Jahre hinweg auf dieser Baustelle beschäftigt. Jetzt wurde das Gerüst abgebaut, nachdem die Außenfassade fertig gestellt wurde. „Die Stiftung Himmelsfels wünscht sich, dass vom Burgsitz viel Leben für Spangenberg ausgeht und das Haus zu einem Hoffnungsort für die Stadt wird“, sagte Weth.

Bürgermeister Peter Tigges, der anfängliche Zweifel am Vorhaben einräumte, gestand: „Es ist sensationell, was hier geleistet worden ist“, und er wies darauf hin, dass die Spangenberger Bürger den Burgsitz „eigentlich schon aufgegeben“ hatten. „Die Sanierung eines solchen Gebäudes ist ein Leuchtturmprojekt, das in der Stadt einen Nachahmungseffekt bewirkt hat“, sagte Tigges und lobte das Risiko, das Pfarrer Weth eingegangen sei: „Du hast den Mut gehabt, das Thema gegen die Skepsis der Bevölkerung anzugehen.“

Der Hessische Denkmalschutzpreis wurde kürzlich in Bad Königstein an die Stiftung Himmelsfels und das Projekt Burgsitz verliehen. Besonders gewürdigt wurde das soziale Engagement, das mit der Sanierung des Gebäudes verbunden war. Der Präsident des Landesamtes für Denkmalschutz, Prof. Dr. Gerd Weiß sagte: „Die Idee, ein verfallendes historisches Gebäude und arbeitslose Jugendliche, Migranten, Suchtkranke und andere Menschen in schwierigen Lebenssituationen miteinander in Kontakt zu bringen, um für beide Stabilität und Hoffnung auf Zukunft zu erreichen, ist großartig.“

Auch Claudia Kaiser, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit der Wikus Sägefabrik in Spangenberg lobte die Leistung aller Beteiligten und wies darauf hin, dass die Firma Wikus und die Familie Kullmann sich finanziell tatkräftig am Projekt beteiligt habe. „Der Burgsitz hat’s verdient, sie alle haben’s verdient“, sagte Kaiser.

Von Gert Hirchenhain

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