Neue Produktionsschule in der Jugendwerkstatt

Olaf Rossmann

Die Jugendwerkstatt Felsberg will Flüchtlingen und Menschen mit Migrationshintergrund den Einstieg in den Arbeitsmarkt erleichtern. Das ist Ziel der internationalen Produktionsschule.

Sie startet am 4. Januar mit 16 Teilnehmern. Olaf Rossmann beantwortet Fragen dazu. Der Pädagoge betreut das Projekt.

? Wer kann an der neuen Produktionsschule teilnehmen?

! Flüchtlinge und Menschen mit Migrationshintergrund im Alter zwischen 18 und 35 Jahren, die möglichst noch nicht lange in Deutschland leben und Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II oder nach dem Asylbewerberleistungsgesetz beziehen. Gerade Menschen mit wenig Deutschkenntnissen sind willkommen.

? Was machen die Teilnehmer in der Produktionsschule?

! Gemeinsam arbeiten und deutsch lernen, Betriebspraktika absolvieren - aber auch zusammen kochen und essen. „Das ist wichtig für die Verständigung untereinander“, sagt Rossmann. Außerdem sollen die Teilnehmer die deutsche Kultur etwa bei Museums- und Theaterbesuchen kennenlernen.

? In welcher Beziehung stehen Internationale und herkömmliche Produktionsschule?

! „Die beiden Produktionsschulen sollen zusammengeführt werden“, sagt Rossmann. Das heißt: In den verschiedenen Werkstätten werden Teilnehmer mit und ohne Migrationshintergrund zusammenarbeiten. Neben den zuvor genannten drei Werkstätten ist auch eine neue Werkstatt zum Thema Webdesign und handwerkliche Gestaltung geplant.

? Wie lang bleiben die Teilnehmer in der Internationalen Produktionsschule?

! Maximal zwölf Monate. Sie können aber jederzeit aussteigen, wenn sie beispielsweise ein Jobangebot bekommen. „Diese Menschen sind oft in Geldnot und wollen so schnell wie möglich eine Arbeit finden. Deshalb wäre es fatal, wenn man sie zwingen würde, zwölf Monate zu bleiben“, erläutert Rossmann. Wenn ein Teilnehmer früher aufhöre, werde sein Platz gleich wieder besetzt.

? Welche besonderen Herausforderungen bringt das Projekt mit sich?

! „Ich bin hochgespannt, was da auf uns zukommt“, sagt Olaf Rossmann. „In eine andere Kultur zu wechseln, heißt nicht nur, etwas anderes zu essen und zu trinken - alle Lebensbedingungen ändern sich. Das sehe ich als unsere Aufgabe, den Menschen zu helfen, diesen Übergang zu meistern.“ Die Teilnehmer werden sehr unterschiedliche Qualifikationen mitbringen - vom Analphabeten bis zum Studienabsolventen könnte alles dabei sein. Zudem sei zu erwarten, dass viele Teilnehmer traumatisiert sind, etwa durch die Erfahrungen, die sie während der Flucht nach Deutschland gemacht haben. „Wir können hier pädagogisch arbeiten, aber nicht psychologisch“, betont Rossmann. „Unsere Aufgabe ist, das Helfersystem aufzuzeigen.“

? Wie wird das Projekt finanziert?

! Die Internationale Produktionsschule wird vor allem vom Europäischen Sozialfonds (ESF) und vom Land Hessen gefördert. Aus dem ESF erhält die Jugendwerkstatt für das Projekt 387 600 Euro. Die bestehenden Angebote an der Jugendwerkstatt werden aufrechterhalten, betont Rossmann: Es komme nun lediglich ein neues Projekt dazu.

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