Coronavirus

Panik wegen Panne: Falschmeldung sorgt für Aufregung bei Frisören

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Corona im Schwalm-Eder-Kreis: Falschmeldung wegen Lockerungen - Panik bei Frisören

Corona im Schwalm-Eder-Kreis: Wegen einer Falschmeldung des Regierungspräsidiums kam es zu großer Verwirrung um die Lockerungen im Kreis. 

  • Die ersten treten Corona-Lockerungen in Kraft
  • Auch Friseure im Schwalm-Eder-Kreis dürfen öffnen
  • Eine Falschmeldung sorgte für Verwirrung 

Schwalm-Eder-Kreis - Aufregung gab es am Mittwoch (29.04.2020) bei den Frisören im Schwalm-Eder-Kreis. Laut einer Mitteilung des Regierungspräsidiums hieß es, die Frisöre dürften nach der Corona-Pause doch nicht ab Montag, 4. Mai, öffnen.

Die Telefone hätten nicht mehr stillgestanden, sagt Wolfgang Scholz, Vizegeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft. Auch bei der Hotline des Landkreises seien zahlreiche Anrufe eingegangen, bestätigt die Kreisverwaltung. Denn die Terminbücher der mehr als 90 Betriebe im Kreis sind für die kommende Woche voll.

Corona im Schwalm-Eder-Kreis: Verwirrung um Lockerungen 

Hintergrund der Verwirrung war laut HNA-Informationen wohl die pauschale Verlängerung der Verordnung zum Corona -Kontaktverbot im Schwalm-Eder-Kreis. Die Frisöre waren nicht explizit als Ausnahme genannt. Ohne einen neuerlichen Beschluss dürften die Frisöre rein rechtlich aktuell nicht öffnen. Dieser Beschluss soll aber Donnerstag oder Freitag nachgeholt werden.

Das bestätigt Wolfgang Scholz: „So haben wir es auf Nachfrage beim Sozialministerium auch unseren 90 Mitgliedsbetrieben mitgeteilt.“ Er gehe von einer Öffnung aus. Das bestätigte am Nachmittag auch der Landkreis: Frisörsalons werden ab dem 4. Mai unter Hygieneauflagen wieder öffnen dürfen. Die Einrichtungen und Betriebe, die ab Montag 4. Mai zusätzlich öffnen dürfen, werden noch in einer weiteren Verordnung festgelegt.

Corona im Schwalm-Eder-Kreis: Situation für Betriebe nicht gut

Die Situation für die Betriebe im Schwalm-Eder-Kreis sei aufgrund der Corona-Krise nicht gut. Es wäre mit einem riesen Aufwand verbunden gewesen, alle Termine zu verschieben. Die Frisöre seien verunsichert und die Kreishandwerkerschaft habe ihnen diese Verunsicherung um die Lockerungen auch nicht nehmen können, sagt Scholz. Er kritisiert die Entscheidungsfindung, vor allem aber die schlechte Kommunikation. Die Frisöre seien von der Krise hart getroffen, eine Woche mit Einnahmen könne da schon einen Unterschied machen. Die Aufregung unter den Betrieben sei also nachvollziehbar.

Für die Verwirrung hat Frisörmeisterin Sandra Schlitzberger kein Verständnis. Sie ist Inhaberin des Frisörsalons Reine Kopfsache in Neuenbrunslar. Mittwochmorgen habe sie vom Ordnungsamt Felsberg die Nachricht erhalten, dass sie nun doch nicht am Montag öffnen dürfe. 

„Es ging ein Schreiben vom Regierungspräsidium um, dass die Läden geschlossen bleiben müssen – aber so richtig bestätigen konnte mir das niemand“, sagt sie. Die Nachricht vom Ordnungsamt habe sie stutzig gemacht, weshalb sie sich bei der Kreishandwerkerschaft sowie dem Regierungspräsidium informierte. 

Corona im Schwalm-Eder-Kreis: Keine neuen Informationen zu Lockerungen herausgegeben

Auch im Laufe des Tages habe es keine gesicherten Informationen im Schwalm-Eder-Kreis gegeben. „Man weiß doch ganz genau, dass die Menschen bereits Termine ausgemacht haben – wie soll ich das meinen Kunden erklären, wenn es nun doch nicht am Montag losgeht?“, fragt sie. 

Wenn in der Corona-Krise zwei Werktage vor der Wiedereröffnung so ein Entschluss von der Landesregierung gefasst würde, könne sie das einfach nicht verstehen. „Es ist eine Sauerei.“ Für Montag wären die Frisörmeisterin und ihre Angestellten gut vorbereitet. „Den Sicherheitsabstand von 1,50 Meter haben wir eingerichtet, Mundschutz, Desinfektionsmittel, Spuckschutz am Kassentresen sind vorhanden“ sagt sie.

Auch Frisörmeisterin Christina Bartholmai, die einen Salon in Guxhagen betreibt, traf es wie ein Schlag, als sie hörte, dass Frisöre nun doch nicht öffnen dürfen. „Ich dachte wirklich, ich bin im falschen Film.“ Schließlich habe sie nun schon sechs Wochen lang kein Geld verdienen können und habe wegen der neuen Corona-Hygienevorschriften auch noch zusätzliche Ausgaben gehabt. „Und dann bekommt man kurz vorher gesagt, dass man doch nicht öffnen darf? Ich konnte es wirklich nicht glauben.“

Corona-Lockerungen im Schwalm-Eder-Kreis: Kunden verlieren sonst das Vertrauen

Ähnlich erging es Frisörmeisterin Sonja Kuschel, die in Körle und Hessisch Lichtenau zwei Salons im Schwalm-Eder-Kreis betreibt. „Ich habe über 500 Euro ausgegeben, um die Corona-Hygienevorgaben einhalten zu können und plötzlich sollen wir doch nicht öffnen dürfen?“ Seitdem bekannt wurde, dass die Frisöre am 4. Mai wieder öffnen dürfen, habe sie von morgens bis abends Terminanfragen bekommen. Die nun alle wieder abzusagen, wäre ein Unding gewesen, sagt sie. 

„Irgendwann verlieren die Kunden doch auch das Vertrauen in uns.“ Die Wiedereröffnung am Montag sei enorm wichtig, um laufende Kosten zu decken. Die Mietkosten zu stunden sei zwar möglich, aber auch keine Lösung. „Irgendwann überhäufen mich die ganzen Kosten und dann kann ich die Läden dichtmachen.“ Für die Eröffnung am Montag ist Kuschel gut vorbereitet. Desinfektionsmittel, Einmalumhänge, Handspender, alles sei vorhanden.

Weiter Informationen und die neuen Fallzahlen zu Corona im Schwalm-Eder-Kreis sind im News-Ticker zu finden. 

Ein düsteres Bild zeichnet Landrat Winfried Becker, wenn es um die wirtschaftlichen Auswirkungen der Coronakrise für den Schwalm-Eder-Kreis geht.

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