Coronavirus

Coronavirus: Initiativen aus  dem Altkreis Melsungen wollen Menschen aus Risikogruppe schützen

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André Teumer-Weißenborn und Dominik Leyh. Sie haben den Aufruf „Malsfelder helfen Malsfeldern“ bei Facebook ins Leben gerufen. Mit leerem Korb und Einkaufsliste geht es für die beiden jungen Männer los. 

Das Coronavirus sorgt für Unruhe. Doch schweißt die schwierige Zeit Menschen auch zusammen: In Malsfeld und Melsungen haben sich Initiativen gegründet, die unterstützen und schützen wollen.

Coronavirus: Initiative Malsfelder helfen Malsfeldern 

Malsfelder helfen Malsfeldern: Unter diesem Motto bieten André Teumer-Weißenborn und Dominik Leyh aus Malsfeld ihre Unterstützung an. Die Aktion richtet sich an Malsfelder, die sich in Quarantäne befinden oder aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in der Lage sind, ihr Zuhause zu verlassen. „In diesen Zeiten wollen wir zusammenhalten und Hilfe anbieten“, sagt Andre Teumer-Weißenborn.

Gemeinsam mit Dominik Leyh hat er die Initiative am Montag ins Leben gerufen. Angefangen hat alles mit einem Facebook-Post. „Die Resonanz war großartig“, sagt André Teumer-Weißenborn. Nach dem Eintrag in dem Sozialen Medium haben sich bereits 25 potenzielle Helfer gemeldet, sagt er. Er selbst koordiniert die Aufträge zwischen Helfern und Hilfebedürftigen und packt auch genau wie Leyh selbst mit an.

Die Helfer bieten Leistungen, wie Einkäufe und einen Apotheken-Bring-Dienst an, erklärt er. Das ist besonders wichtig, denn Malsfeld hat keine eigene Apotheke mehr. „Da auch der Bürgerbusbetrieb eingestellt ist, wird es für die Menschen zunehmend schwer, an ihre Medikamente zu kommen – insbesondere für die, die nicht mehr mobil sind“, sagt er.

„In erster Linie, wollen wir Menschen aus der Risikogruppe schützen und ihnen wichtige Einkäufe abnehmen“, sagt er. Man wisse nicht, wie lange Apotheken noch Arznei an Haushalte liefern, „deswegen bieten wir auch hier diesen Abholdienst ab“, sagt er.

Die Helfer kommen aus allen Malfelder Ortsteilen. Deshalb seien die Menschen – egal ob aus Beiseförth oder Dagobertshausen – gut versorgt.

Weitere Helfer sind gerne willkommen, sagt André Teumer-Weißenborn.

Coronavius: Melsunger wollen helfen

Dieselbe Idee hatten auch einige Melsunger. Mit viel Elan und Professionalität haben sie die Facebookgruppe „Gern geschehen – Melsungen hilft“ aufgebaut. Die Initiatoren sind Hans-Jürgen Groß, Helmut Rudolph, Antonia Ritter, Simone Wille und Simone Orlik: „Die Gruppe richtet sich ausdrücklich an verschiedene Zielgruppen wie Ehrenamtliche, die helfen möchten, Gastronomen, Einzelhändler, Eltern, vielleicht auch Kindergärtner und andere“, sagt Orlik.

Das Team will eine Plattform bieten, auf der es für die Melsunger um lösungsorientiertes Handeln und Solidarität miteinander geht.

Melsunger, die älter sind, einer Risikogruppe angehören oder aktuell das Haus nicht verlassen dürfen oder wegen ihrer Kinder nicht können, bietet die Gruppe Hilfe an. In Form von einfachen Dienstleistungen wie Einkaufen, Gassi gehen oder Postwege erledigen. Natürlich seien auch andere Hilfen möglich. Die Initiatoren haben einen Vordruck layoutet, mit dem man unter Angabe von Namen und Kontaktdaten um Hilfe bitten kann. Den Vordruck können sich alle von der Facebook-Seite und der Internetseite der Stadt herunterladen und an seine Nachbarn und Mitmenschen verteilen.

Gern geschehen: Die Teilnehmer an der Melsunger Initiative gehen Einkaufen oder mit dem Hund Gassi – im Bild Benjamin Orlik, links und Viktoria Tollhopf. Foto: Simone Orl ik

Auch die Stadt Melsungen bietet allen Menschen, die eingeschränkt sind, einer Risikogruppe angehören oder generell Hilfe benötigen, eine Hotline an. Für diese Menschen koordiniert die Stadt Melsungen nun Hilfssuchende und Hilfsangebote wie Einkaufen, Gassi gehen und andere Aufgaben.

Aufgerufen sind Schüler, Studenten und Personen, die nicht zur Risikogruppe gehören. Sie sollen älteren und chronisch kranken Bewohnern oder solchen, die zeitlich ausgelastet sind, helfen. Eine Hauswurfsendung mit einem Vordruck ist in Vorbereitung. Der Vordruck soll haushaltsdeckend verteilt werden und kann benutzt werden, um mit Mitmenschen und Nachbarn in Kontakt zutreten.

Coronavirus: Milden Stiftung unterstützt Menschen

Auch Die Milden Stiftungen Katharinenhilfe in Spangenberg bieten an, während der Corona-Krise Einkaufsfahrten für ältere Menschen, Risikopersonen und Menschen in Quarantäne zu übernehmen. An den Werktagen werden die Meldungen oder Bestellungen bis 16 Uhr gesammelt und die Einkäufe im Anschluss oder am nächsten Tag übernommen, heißt es in der Erklärung. Die Einkäufe werden dann an die Haustür gebracht und das Geld in bar abgerechnet. Das Angebot sei kostenlos, eine Spende werde erbeten, sagt Pfarrer Volker Mantey.

Das Angebot ist eine Aktion der Stadt Spangenberg und des Vereins Spangensteine, heißt es in dem Aufruf.

Wer als Ehrenamtlicher helfen möchte, wird beim Verein Spangensteine in einer Liste geführt. Wozu die Menschen eingesetzt werden können, könne man – so der Aufruf an die Einwohner – noch nicht abschätzen, der Verein melde sich dann.

Coronavirus: Kontakte der Initiativen

  •  Kontakt: Familienscout Sabine Wunderlich, Telefon 0176 628 628 17.
  • Kontakt Melsungen:Cornelia Salzmann, Seniorenbeauftragte der Stadt und Ellen Bork, Koordinatorin des neuen Vereins „Aktiv dabei“ nehmen über die Hotline 0 56 61/70 81 75 (8 Uhr bis- 12) oder E-Mail seniorenbeauftragte@melsungen.de sowohl Hilfsangebote als auch Gesuche entgegen und koordinieren diese. Die Facebookgruppe ist unter „Gern geschehen – Melsungen hilft“ zu finden.
  • Kontakt Malsfeld: Hilfebedürftige und Menschen, die breit sind, zu helfen, melden sich bei Andre Teumer-Weißenborn zwischen 8 und 18 Uhr. Er vermittelt unter der Tel. 01 73/3 56 06 53.
  • Kontakt Spangenberg: Ansprechpartner für die Einkaufsfahrten ist bei der Katharinenhilfe Giesela Thienel, unter Tel. 01 76/62 86 28 07.

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