„Schüler meisterten das toll“

Für Viertklässler hat der Unterricht wieder begonnen

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Abstand in der Klasse: Die vierten Klassen dürfen seit Montag wieder zur Schule gehen. Unser Bild zeigt die halbe Klasse 4 a der Schlothschule Melsungen, die andere Hälfte geht erst heute wieder zur Schule. Die Klassen wurden geteilt, damit alle Kinder von der Klassenlehrerin unterrichtet werden können.

Der Unterricht an den Grundschulen in Hessen läuft seit Montag wieder – wenn auch nur zum Teil. Die Viertklässler haben den Anfang nach der Corona-Zwangspause gemacht.

Für das Lehrpersonal und die Schulleitungen bedeutete der Schulstart vor allem aber eins: Organisatorischer Mehraufwand: Denn um den Schutz der Kinder zu gewährleisten, müssen die Hygienevorschriften eingehalten werden. Wir haben uns an einigen Schulen im Altkreis umgehört.

Schulstart für die Viertklässler nach der Corona-Zwangspause: So war es in Malsfeld

Bei der Astrid-Lindgren-Schule in Malsfeld werden seit dieser Woche wieder 33 Kinder der Jahrgangsstufe 4 unterrichtet. „Die zwei Klassen haben wir nochmals auf acht Gruppen aufgeteilt“, erklärt Schulleiterin Pia Auell. Die Kinder werden täglich für vier Stunden unterrichtet. „Zudem beginnt der Unterricht für die Kinder zu unterschiedlichen Zeiten“, sagt sie. Um den Kontakt zwischen den Schülern so gering wie möglich zu halten, haben die Gruppen außerdem unterschiedliche Pausenzeiten.

An verschiedenen Sammelpunkten auf dem Schulhof werden die Schüler von ihren Lehrkräften bei Schulbeginn empfangen. „Mit dem gewissen Sicherheitsabstand laufen sie dann gemeinsam zu den Räumen“ sagt Auell.

Auf den Fluren muss Mundschutz getragen werden. Nachdem die Kinder in den Klassenräumen die Hände gewaschen und desinfiziert haben, können sie an ihrem Platz den Mundschutz abnehmen, erklärt Auell. Jedes Kind sitzt alleine an einem Gruppentisch. „So kann der Hygieneabstand zwischen Lehrer und Kind gewährleistet werden, falls es mal Fragen gibt“, sagt sie.

Zurzeit sind acht Lehrkräfte im Einsatz, um die 33 Viertklässler und 14 Kinder in der Notbetreuung zu unterrichten, sagt Auell. Momentan reichen das Lehrpersonal und die Raumkapazitäten noch aus. „Wenn ab dem 2. Juni auch die anderen Schüler von insgesamt 140 zurückkehren, werden wir die Kinder womöglich auch nur noch tageweise unterrichten können“, sagt sie.

Schulstart für die Viertklässler nach der Corona-Zwangspause: So war es in Körle

An der Grundschule in Körle besuchen nun wieder 32 Viertklässler den Unterricht, sagt Schulleiterin Carmen Brandt. Die zwei Klassen sind in vier Gruppen zu je acht Schülern eingeteilt. Die Kinder besuchen jeden zweiten Tag den Unterricht. „Anders wäre es personell nicht zu stemmen“, sagt Brandt.

Der Einstieg nach der pandemiebedingten Pause habe reibungslos geklappt. „Die Kinder machen das wirklich super und verhalten sich vorbildlich“, lobt Brandt. Die Schule hatte im Vorfeld einen Brief an die Eltern herausgeschickt und auf die neuen Regeln und Hygienemaßnahmen hingewiesen. „Deshalb waren die Schüler auch schon sehr gut vorbereitet.“

Durch die Hygieneregeln, beispielsweise das langwierige Händewaschen, entstünde deutlich mehr Leerlauf als an normalen Schultagen, sagt Brandt. Gewöhnungsbedürftig sei für die Kinder auch, dass es nun einen getrennten Ein- und Ausgang zur Schule gibt. „Das ist etwas völlig Neues. Aber die Schüler meistern das wirklich toll.“

Am Montag hätten die Kinder erst einmal viel Redebedarf gehabt. Über die schulfreie Zeit äußerten sich die Schüler sowohl positiv als auch negativ. „Viele haben gesagt, dass ihnen ihre Freunde gefehlt haben“, sagt Brandt. Aber dass insbesondere der Papa in vielen Familien nun so viel zuhause gewesen sei, das hätten viele Kinder sehr genossen.  

Schulstart für die Viertklässler nach der Corona-Zwangspause: So war es in Melsungen

„Das war ein entspannter Beginn am Montag“, berichtet Karin Muche, Leiterin der Schlothschule in Melsungen. „Wir waren ja schon für den 27. April vorbereitet“, berichtet sie, aber dann sei der Schulbeginn für alle Viertklässer kurzfristig noch einmal verschoben worden. Aber die Pläne lagen auf Halde, wurden noch verbessert und konnten zum Viertklässler-Schulbeginn am Montag endlich umgesetzt werden.

Die Freude bei Kindern, Lehrern und Eltern sei groß gewesen. Die beiden vierten Klassen werden jeweils geteilt und an zwei Tagen unterrichtet, damit alle Kinder von der Klassenlehrerin unterrichtet werden können. Das Hygienekonzept habe gut funktioniert: „Es war völlig unproblematisch.“ Die Kinder hätten sich sehr gut an die Vorgaben gehalten.

Hinzu kommen noch die Kinder aus der Notbetreuung: Von den 180 Schlothschülern sind aktuell nur sechs Kinder in der Notbetreuung.

Wenn ab 2. Juni die übrigen Grundschüler kommen, wird es einen gestaffelten Schulbeginn geben, alle 20 Minuten kommt eine Klasse, auch die Pausen finden nacheinander statt. „So begegnen sich die Schüler nicht auf dem Hof“, sagt die Schulleiterin.

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