Zurück zur Normalität

Melsungens Partnergemeinde: So ist die Corona-Situation in Dreux

Bis zuletzt starke Einschränkungen in Dreux: Erst seit dem 11. Mai dürfen Geschäfte in Frankreich wieder öffnen.
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Bis zuletzt starke Einschränkungen in Dreux: Erst seit dem 11. Mai dürfen Geschäfte in Frankreich wieder öffnen.

Das Coronavirus bestimmt den Alltag der Menschen weltweit. Wir werfen einen Blick auf die Situation in Melsungens Partnerstädten und -gemeinden.

Seit 17. März waren die Franzosen aufgrund der zunehmenden Ausbreitung des Coronavirus in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt. Erst seit dem 11. Mai lockert die Regierung Schritt für Schritt die strengen Corona-Maßnahmen –und so kehrt auch Melsungens Partnergemeinde Dreux allmählich wieder zurück zur Normalität.

Erstmals dürfen sich die Franzosen wieder weiter als einen Kilometer und länger als eine Stunde von ihrem Wohnort entfernen, und das ohne einen Passierschein. Reisen über 100 Kilometer sind nur aus zwingenden beruflichen und familiären Gründen erlaubt. „Vielleicht ist es für uns aber bald wieder möglich, einen Spaziergang in Paris zu planen, das nur 75 Kilometer von Dreux entfernt ist“, sagt Gesa Vexler, Partnerschaftsbeauftragte für Melsungen in der 31 000-Einwohner-Gemeinde.

Corona in Dreux: Geschäfte dürfen wieder öffnen

Seit einigen Tagen dürfen auch die meisten Geschäfte wieder öffnen. Zuvor waren nur Wege zum Supermarkt. zu Banken, Apotheken, Ärzten und zur Arbeit erlaubt. Allerdings: Cafés, Restaurants, Bars, Kinos, Theater und größere Museen müssen weiterhin geschlossen bleiben. In Dreux bieten einige Restaurants ihr Essen zum Abholen oder Liefern an. „Das nehmen wir hier gerne an und bestellen fleißig“, berichtet Vexler.

Corona in Dreux: Frankreich in Zonen eingeteilt

Frankreich gehört zu den am stärksten von der Corona-Pandemie betroffenen Ländern Europas. Über 28 000 Menschen starben infolge der Virus-Erkrankung. Zuletzt veröffentlichte Frankreich jeden Abend eine Landkarte mit roten, gelben und grünen Zonen. Rote Zonen haben einen hohen Anteil an Corona-Erkrankten, dort sind die Einschränkungen in das öffentliche Leben stärker als in grünen Zonen, wo es deutlich weniger Infizierte gibt. Rote Zonen sind demnach vor allem im Nordosten des Landes vorhanden, auch Paris ist eine rote Zone. An der Atlantik- und Mittelmeerküste sind die meisten Zonen grün. Die Gemeinde Dreux lag bis zuletzt in einer gelben Zone.

Corona in Dreux: Kommunalwahl konnte nicht wie geplant stattfinden

Ganz konkret waren die Folgen der Corona-Maßnahmen in Dreux im Zuge der Kommunalwahl zu spüren. Eigentlich sollten die Einwohner am 22. März einen neuen Bürgermeister wählen, doch aufgrund der Einschränkungen konnte die Wahl nicht stattfinden. „Damit ist nicht sicher, wer das Amt unseres jetzigen Bürgermeisters übernehmen und Herrn Hamel ablösen wird. Sicher ist, dass er sein Bürgermeisteramt abgeben will“, erklärt Vexler die Situation. Der Bürgermeister sei in Frankreich besonders stark eingespannt, denn er trage in seinem Amtsbereich die Verantwortung für die zentral getroffenen Entscheidungen, teilt Vexler mit. So müsse er zum Beispiel dafür sorgen, dass Kinder unter Einhaltung der Hygieneregeln wieder zur Schule gehen können.

Vexler berichtet, dass es in Frankreich zuletzt eine Umfrage gegeben habe, nach der es knapp zwei Drittel der Franzosen ablehnten, ihre Kinder vor den  Sommerferien wieder zur Schule zu schicken. „Es mangelt an Vertrauen und es wird hundertprozentiger Schutz vor Ansteckung gefordert. Doch den wird es wohl nie geben“, sagt die Partnerschaftsbeauftragte. Mittlerweile werden die ersten Schüler wieder unterrichtet. „Dreux, unsere sonst so lebendige Stadt, war seit Wochen ausgestorben. Jetzt erwacht sie langsam wieder zum Leben“, sagt Vexler.

Hintergrund: Melsungens Partnerstädte und -gemeinden

Melsungen pflegt fünf Partnerschaften zu nationalen und internationalen Städten und Gemeinden. Bad Liebenstein in Thüringen ist die Partnerstadt, die von Melsungen am schnellsten zu erreichen ist. Internationale Freundschaften gibt es zudem zu Todi in Italien, Evesham in Großbritannien, Dreux in Frankreich und Koudougou in Burkina Faso. Das Besondere am Städtebündnis zwischen Melsungen und Koudougou: Die Afrikaner werden durch verschiedene Förderprogramme unterstützt. So haben etwa über 300 Melsunger Patenschaften für Kinder in Koudougou übernommen.

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