Projekt der Jugendwerkstatt Felsberg

Dem Wandel so nah: Workshop für künftige Umweltbotschafter in Felsberg

Leiteten den Workshop: von links Nadine Schomburg und Regina Ulwer.
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Leiteten den Workshop: von links Nadine Schomburg und Regina Ulwer.

Menschen aus fernen Ländern berichten über den Klimawandel in ihrer Heimat und machen ihn anschaulicher. Das ist eine der Ideen, die in dem Projekt „KlimaGesichter“ von Regina Ulwer und der Jugendwerkstatt Felsberg stecken. „Wenn ich als Deutsche mit Schülern über Klimaprobleme diskutiere, erzeugt das oft wenig Betroffenheit.

Menschen aus Ländern, die stärker vom Klimawandel betroffen sind, können die Veränderungen überzeugender vermitteln“, sagt sie gegenüber der HNA. 13 künftige Umweltbotschafter nahmen nun an dem Workshop in Felsberg teil. Sie wollen auf Umweltprobleme in ihren Heimatländern hinzuweisen.

Workshop in der Jugendwerkstatt Felsberg für Klimagesichte

Mit zwei Projektpartnern, der Deutschen Klima Stiftung aus Bremerhaven und dem Unabhängigen Institut für Umweltfragen aus Berlin, hat Ulwer das Projekt „KlimaGesichter“ entwickelt. Das gefiel auch dem Bundesumweltministerium und so wird das Vorhaben seit 2019 finanziell gefördert, erklärt sie.

Die Botschafter haben von Vorhaben durch Umweltbildungsseminare erfahren, die Regina Ulwer für Geflüchtete und Migranten an Sprachschulen in der Region gab. Fünf solcher Veranstaltungen waren zunächst geplant, die aber wegen Corona zunächst übers Internet laufen mussten. Nadine Schomburg von der Jugendwerkstatt Felsberg ist eine der Referentinnen. Sie ist froh darüber, dass man jetzt unter Wahrung der Abstandsregeln auch persönlich zusammenkommen kann.

Yusri Mohammed ist vor zwei Jahren aus dem Irak nach Deutschland gekommen. Die junge Frau hat sich neben ihrem Ingenieursstudium bereits in ihrer Heimat für Umweltfragen interessiert. „Im Irak gibt es viele Umweltprobleme, aber die Menschen haben andere Sorgen und deshalb wenig Interesse an Umweltfragen“, sagt sie. In Deutschland möchte sie ihr Wissen dazu vertiefen und auch an Schüler weitergeben. Ahmad Jarkas flüchtete vor vier Jahren aus Syrien. Ihm gefällt die Teamarbeit in den Workshops.

„Wir konnten viel über Umweltthemen lernen und wie man sein Wissen an Andere weitergeben kann“, berichtet er. Dr. Lineth Contreras ist Geologin und stammt aus Kolumbien. „In der Forschung arbeitet man oft für sich oder in kleinen Gruppen. Aber der Klimawandel ist wichtig und ich möchte mit vielen Menschen darüber sprechen“ sagt sie.

Vertiefen möchte auch Ahmad Rabi Zhair aus Kabul sein Wissen. Ihn beschäftigt besonders die Erderwärmung. „Wir leben alle in einer Welt und müssen Rücksicht aufeinander nehmen“, sagt er.

Bildungstour der Klimagesichter

Nach Abschluss der Workshopreihe wird es aber nun ernst für die künftigen Umweltbotschafter.

Ab November soll eine bundesweite Bildungstour mit Ausstellung in Korbach starten. Zum Abschluss des Projektes wird es eine Konferenz im Bremerhavener Klimahaus geben.

Von Rolf Färber

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